«Wichtig ist, dass sauber gearbeitet wird»
30.10.2026 BaselbietPeter Riebli (SVP) und Marco Agostini (Grüne) reagieren auf die Verzögerung der «PUK Radicant»
Der Untersuchungsbericht zur Radicant lässt länger auf sich warten. Zwei Landräte, welche die BLKB schon früh kritisiert hatten, zeigen Verständnis ...
Peter Riebli (SVP) und Marco Agostini (Grüne) reagieren auf die Verzögerung der «PUK Radicant»
Der Untersuchungsbericht zur Radicant lässt länger auf sich warten. Zwei Landräte, welche die BLKB schon früh kritisiert hatten, zeigen Verständnis für die Verzögerung. Für sie hat eine gründliche Aufarbeitung Vorrang.
Janis Erne
Befragte Personen, welche die Kommission mit ihren Anwälten beschäftigen, unzählige Seiten Protokolle, E-Mails und Dokumente, die gesichtet werden müssen, und das Warten auf Berichte einer Beratungsfirma und der Finanzmarktaufsicht: Der Schlussbericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zum Radicant-Debakel der BLKB verzögert sich aus mehreren Gründen. Statt bis Ende Jahr soll er im zweiten Quartal 2027 vorliegen. Das wurde am Mittwoch bekannt (siehe «Volksstimme» von gestern).
Damit ist es eher unwahrscheinlich, dass der Bericht vor den Landrats- und Regierungsratswahlen vom 11. April der Öffentlichkeit präsentiert wird. Das ist heikel, weil den Wählerinnen und Wählern somit verborgen bleibt, wie die Finanzkommission des Landrats und die Finanzdirektion um den scheidenden Regierungsrat Anton Lauber («Mitte») die Aufsicht über die Kantonalbank wahrgenommen haben. Sprich: Was haben sie über die Radicant-Vorgänge in der BLKB gewusst, die schliesslich zu Abschreibungen von mehr als 100 Millionen Franken und mehreren Abgängen, unter anderem des CEO John Häfelfinger und des Bankratspräsidenten Thomas Schneider, führten?
Wähler könnten Schlüsse ziehen
Dass der PUK-Bericht erst später kommt, erachten die Radicant-Kritiker der ersten Stunde Peter Riebli (SVP) und Marco Agostini (Grüne) zwar als schade, aber nachvollziehbar. «Wichtig ist, dass sauber und nicht auf Kosten der Qualität vorschnell gearbeitet wird», sagt Riebli. Der SVP-Landrat betont, in erster Linie sei es entscheidend, aufzuarbeiten, was zum Radicant-Debakel geführt habe: «Nur so können wir ein solches Fiasko in Zukunft verhindern.» Welche Personen was zum Radicant-Abenteuer beigetragen haben, sprich die Haftungsund Verantwortlichkeitsfrage, sei zwar wichtig, aber nicht terminkritisch, so Riebli.
Grünen-Landrat Agostini, der wie Riebli nicht überrascht ist, dass es zu Verzögerungen kommt, sieht das ähnlich. Zudem weist er darauf hin, dass die Bevölkerung die Vorgänge rund um die Radicant einschätzen und bei den Wahlen ihre Schlüsse daraus ziehen könne. Sollte der PUK-Bericht ein krasses Fehlverhalten von wiedergewählten Landräten offenlegen, was Agostini als eher unwahrscheinlich erachtet, sollte seines Erachtens ein Rücktritt die logische Folge sein. Gespannt blickt Agostini insbesondere auf die Beurteilung des Verhaltens der Finanzdirektion und ihrer Mitarbeitenden durch die PUK.
Das Abenteuer mit der digitalen Tochterbank Radicant, die von Mitte 2023 bis Ende 2025 aktiv war, hat die Basellandschaftliche Kantonalbank fast 200 Millionen Franken gekostet. Einen Vertrauensverlust in die Dienstleistungen des Mutterhauses konnte die BLKB allerdings nicht feststellen, wie sie im vergangenen Frühling an einer Medienkonferenz erklärte. Präsent bleibt das Thema dennoch – auf jeden Fall bis zur Veröffentlichung des PUK-Schlussberichts.
