Wer sucht …
02.04.2026 PersönlichSich mol es Vorbild neh an däm einte Bueb, wo sys Oschter-Näschtli nid gfunde het. Nach der erschte Rundi dur e Garte, isch är zrugg zu synen Eltere, het abgwunken und gsäit: «Jojo, das chunnt denn scho wiider füüre.»
Bravo! Eifach mol ufgee. Eifach ...
Sich mol es Vorbild neh an däm einte Bueb, wo sys Oschter-Näschtli nid gfunde het. Nach der erschte Rundi dur e Garte, isch är zrugg zu synen Eltere, het abgwunken und gsäit: «Jojo, das chunnt denn scho wiider füüre.»
Bravo! Eifach mol ufgee. Eifach mol entspanne. Eifach mol ufhöre mit deren ewige Suecherei. Mir arme Mensche müese jo ständig öbbis sueche. Sygs der Huus-Schlüssel oder e Mensch fürs Läbe. Sygs e Mitarbeiter im Boumärt oder e bezahlbari Wohnig. Sygs e freie Termin oder s Glück. Und wenn denn mol öbbis gfunde hesch – zum Byspiil s Glück. Denn chasch jo nie sicher sy, öb das jetz würklig s richtige Glück isch? Vellicht gits jo neume non e bessers Glück? Drum gschyyder wyytersueche. Immer wyytersueche. Wil Leischtig wird belohnt. So wird das vorgläbt – sogar vom Oschterhaas.
Der Oschterhaas versteckt sys Züüg jo au. Är chönnt jo eifach schnäll cho lüte und die Eier an der Türen abgee, wien e normale Mensch. Bitzli Empathie weer guet, lieben Oschterhas. Empathie mit denen arme Chind. Die häi jo au Termin. Die müesen ins Tennis und in d Nooch-Hilf und go Gyyge spiilen und uf «Tiktok» ajour blyybe. Die müesen Erwartigen erfülle.
Derby chönnten au sii sich eifach mol es Vorbild neh an däm einte Bueb. Eifach mol in d Wiise ligge. Eifach mol in Himmel luege. Eifach mol Erwartige bräche.
Wil wo Erwartige broche wärde, entstönde Pointe. Und Pointe cha men immer bruuche. Pointe sy Oschter-Eier im Alltag. Pointe bringe Pfupf ins Läbe. Drum verzell i jo au lieber die Gschicht vom Bueb, wo ufgee het, als die vo sym Brueder, wo sich an alli Regle vom zytgnössichen Oschter-Bruuch ghalte het. Dä het sys Näschtli gsuecht und denn – gfunde. Mir stönden am Morgen uf und gönge denn – go schaffe. Mir finde Klima-Krise schlimm und mache denn
– nüt dergege. Das isch alles so absehbar. Das isch alles so fuul! Derby wärden immer die als fuul bezeichnet, wo eifach im Gras ummeligge, anstatt öbbis Aaständigs z mache. Aber vellicht isch es jo fuuler, wemme ganz pointelos und absehbar jedes Näschtli findet, wo me muess go sueche.
I weiss das jo alles nid. I weiss nur, ass i sehr ha müesse lache, wo mir Lüt die Gschicht vo däm Bueb verzellt häi. Si sy nach emen Uftritt in Büren an der Aare zu mir cho und häi gsäit, ass ich die Gschicht gärn darf wyyter verzelle. Die Gschicht hani gfunde, ohni ass i se gsuecht ha. Und das isch Glück.
(Am glychen Oobe häi mi zwei Lüt uf d «Volksstimm»-Kolumnen aagsproche. Hey! In Büren an der Aare! So hani usegfunde, ass die Täggscht au tatsächlig gläse wärde. Grüess und Dank an alli, wo bis do aane gläse häi. I wünsch e fuuli Oschtere!)
Dominik Muheim ist in Reigoldswil aufgewachsen und lebt in Liestal. Er ist freischaffender Kabarettist und Slam-Poet. Er gewann 2017 den Baselbieter Kulturpreis und war 2024 Träger des «Salzburger Stiers».

