Wer gewinnt in Oberdorf?
16.05.2026 RegionSchwingen | Nick Alpiger reist als Topfavorit ans Baselbieter «Kantonale»
Sechs Gänge, sechs Siege: Nick Alpiger gewinnt das «Baselstädtische» und bringt sich als Favorit des Baselbieter «Kantonalen» in Position. Kann ihm noch ...
Schwingen | Nick Alpiger reist als Topfavorit ans Baselbieter «Kantonale»
Sechs Gänge, sechs Siege: Nick Alpiger gewinnt das «Baselstädtische» und bringt sich als Favorit des Baselbieter «Kantonalen» in Position. Kann ihm noch jemand in die Quere kommen?
Luana Güntert
Der Sieg kam nicht überraschend: Nick Alpiger gewann an Auffahrt den Baselstädtischen Schwingertag souverän. Mit sechs Siegen aus sechs Kämpfen sicherte sich der Aargauer nach 2017 und 2019 bereits zum dritten Mal den Festsieg. Im Schlussgang bezwang er den Solothurner Eidgenossen Marius Frank nach dreieinhalb Minuten. Zuvor hatte er bereits mit Adrian Klossner und Martin Roth zwei weitere Eidgenossen gebodigt.
Überraschend war der Triumph deshalb nicht, weil sich der 29-Jährige derzeit in bestechender Form präsentiert. Alpiger, der 2016, 2022 und 2025 den eidgenössischen Kranz gewann, hat in dieser Saison bislang kaum Schwächen gezeigt: Rang 4a ist heuer sein bisher «schlechtestes» Resultat. Diesen erreichte er elf Tage zuvor am Solothurner Kantonalschwingfest.
Für die eigentliche Überraschung sorgte Valentin Scherz aus Kleinlützel. Der erst 18-Jährige gewann fünf seiner sechs Gänge und sicherte sich nach seinem Kranzgewinn am «Solothurnischen» bereits den zweiten kantonalen Kranz seiner jungen Karriere. Nur im dritten Gang musste sich der Nachwuchsschwinger dem Eidgenossen Lukas Döbeli geschlagen geben. Besonders bemerkenswert: Scherz bezwang unter anderem Adrian Odermatt, der zu den wenigen realistischen Baselbieter Kranzhoffnungen gezählt hatte.
Dem Liesberger lief es während des gesamten Tages nicht nach Wunsch. Er verlor einen Kampf, stellte drei Mal und gewann lediglich zwei Gänge gegen Kantonalkranzer. Damit resultierte am Ende lediglich Rang 12h. Die andere grosse Baselbieter Hoffnung, Lars Voggensperger, hatte mehr Erfolg: Der Schönenbucher blieb ungeschlagen, gewann vier Kämpfe und stellte zwei Mal. Das reichte für Rang 5b und den Kranz. Er bestätigte damit seine starke Frühform – er gewann heuer bereits Kränze am «Solothurnischen» und am Ob- und Nidwaldner «Kantonalen» – und dürfte auch mit Blick auf morgen Sonntag zusätzliches Selbstvertrauen getankt haben.
Nach Voggensperger schaffte es kein weiterer Baselbieter in die Kranzränge. Seinem ersten Kranz besonders nahe kam der Lausner Damian Kehr: Der 24-Jährige verpasste die Auszeichnung nur knapp und klassierte sich mit Rang 8c als bester Nichtkranzer. Auch Dominik Burren aus Kienberg zeigte mit Rang 10a eine ansprechende Leistung. Den weiteren Schwingern aus dem «Volksstimme»-Gebiet lief es weniger optimal. Janis Schick aus Läufelfingen klassierte sich auf Rang 11a, Simon Schmutz aus Langenbruck auf 11b und Andrj Gerber aus Rothenfluh auf 12g.
Keine Eidgenossen-Gäste
Dennoch macht der Blick auf die Rangliste von Basel Lust auf das Basellandschaftliche Kantonalschwingfest vom Sonntag in Oberdorf. Gleich elf Eidgenossen werden erwartet: die Baselbieter Adrian Odermatt und Lars Voggensperger, der Möhlemer Sascha Streich vom Schwingklub Muttenz sowie Nick Alpiger, Joel Strebel, Andreas und Lukas Döbeli, Tobias Widmer, Sinisha Lüscher, Tim Roth und Marius Frank. Mit Voggensperger, Alpiger, Lukas Döbeli, Lüscher, Roth und Frank konnten sechs von ihnen in Basel bereits reüssieren.
Die wohl besten Chancen auf den Festsieg besitzt erneut Alpiger. Neben seiner derzeitigen Form spricht auch die Statistik klar für ihn: Seit elf Jahren gewann er im Baselbiet immer mindestens den Kranz – einzig 2022 fehlte er verletzungsbedingt. 2016, 2018, 2021 und 2024 entschied er das Fest gar für sich. Zudem fehlen in diesem Jahr hochkarätige Gäste aus anderen Teilverbänden. Damit dürfte den Nordwestschweizern kein Schwinger vom Kaliber eines Damian Ott oder Domenic Schneider den Sieg streitig machen, wie dies in der Vergangenheit der Fall gewesen war. Alpiger am ehesten in die Quere kommen dürfte sein erster Gegner: Sinisha Lüscher, der ebenfalls in Topform ist.
Für das Oberbaselbiet stehen die Sterne eher ungünstig. Die Konkurrenz ist stark und realistische Sieganwärter aus der Region gibt es kaum. Ganz abschreiben sollte man die Oberbaselbieter jedoch nicht. Hoffnung auf einen Kranzgewinn machen etwa Simon Schmutz, der sich am «Solothurnischen» einen Kranz sichern konnte, oder Damian Kehr und Dominik Burren, die in Basel nur knapp an den Kränzen vorbeischrammten.
