Wer öffnet die Dose?
17.02.2026 Sport, EishockeyHalbfinal: ZS legt nach Auftaktniederlage 2:1 vor
Nach der Niederlage im Penaltyschiessen im ersten Halbfinal gegen Bucheggberg hat der EHC Zunzgen-Sissach in Spiel 2 und 3 insgesamt 12 Tore erzielt und nur 2 zugelassen. Mit einem dritten Sieg heute könnten die Oberbaselbieter in ...
Halbfinal: ZS legt nach Auftaktniederlage 2:1 vor
Nach der Niederlage im Penaltyschiessen im ersten Halbfinal gegen Bucheggberg hat der EHC Zunzgen-Sissach in Spiel 2 und 3 insgesamt 12 Tore erzielt und nur 2 zugelassen. Mit einem dritten Sieg heute könnten die Oberbaselbieter in den Final einziehen.
Sebastian Wirz
Im Nachgang zur knappen Niederlage im Penaltyschiessen im ersten Halbfinal-Spiel gegen den EHC Bucheggberg orakelte ZS-Trainer Lukas Kamber, dass die Serie den Solothurnern an die Substanz gehen dürfte, dass er deshalb aber nicht plötzlich hohe Siege für sein Team erwarte. Seither hat Qualifikationssieger EHC Zunzgen-Sissach zweimal gegen die fünftplatzierten Bucheggberger gespielt, zweimal gesiegt (7:1 und 5:1), 12 Tore erzielt und nur 2 Gegentore erhalten. Auswärts könnten sich die Oberbaselbieter heute Abend (20.30 Uhr, Regiobank Arena Zuchwil) mit einem Sieg die Finalqualifikation sichern. Dort wartet der EHC Zuchwil, der mit Meinisberg kurzen Prozess gemacht hat – 3:0 hat diese Serie geendet.
Auch wenn die Resultate anders ausgefallen sind, lag Kamber mit seiner Einschätzung nicht komplett daneben. Bucheggberg war in Spiel 3 am Samstag nicht chancenlos. Nach einem torlosen ersten Drittel gingen die Solothurner in der 23. Minute gar in Führung. ZS kam zu zahlreichen Möglichkeiten, verwertete diese aber nicht.
So mahnten die ersten 30 Minuten von Spiel 3 auf der «Kunsti» an die erste Halbfinal-Begegnung, als ZS mit der Chancenauswertung haderte und Bucheggberg nicht distanzieren konnte. Die zweiten 30 Minuten dagegen erinnerten ans Auswärtsspiel am Donnerstag, in dem Raoul Seiler schon in der ersten Minute traf und das Spiel beim Stand von 5:1 bei Spielmitte bereits entschieden war. Denn als die Oberbaselbieter vor eigenem Publikum einmal zu treffen begannen, gab es keine Zweifel mehr über den Ausgang der Partie. Benedikt Schneider skorte in der 32. Minute, Noah Imhof (37. Minute) und Ueli Dietrich (38.) legten noch vor der zweiten Sirene nach. Silian Gyger und Noah Imhof (ins leere Tor) sorgten in der Schlussphase für das etwas zu deutliche Resultat von 5:1.
Wenn’s läuft, läuft’s
«Wir brauchen einfach diesen Dosenöffner», sagte Silian Gyger nach dem Spiel. ZS habe ein sehr grosses Selbstvertrauen und wisse, dass es zu vielen Chancen komme. Es habe geholfen, dass das Team während der Durststrecke nicht in Panik verfallen sei. Aber irgendwann muss der Puck einfach mal rein. Gyger: «Das Schöne ist, dass bei uns so viele Spieler für diesen Dosenöffner sorgen können.»
Der Dosenöffner des Abends sah das selber ähnlich: «Mein Tor fiel in einem wichtigen Moment», sagte Benedikt Schneider nach dem Spiel, «es hat eine gewisse Erleichterung gebracht.» Das Team habe danach weitergearbeitet, Chancen kreiert und dann eben die Tore auch gemacht.
Die Bucheggberger dürften froh gewesen sein, als die zweite Pause die Hochphase von ZS unterbrach. Doch auch im Schlussabschnitt kam von den Gästen nicht mehr viel. Zwar hatten sie zwei gute Möglichkeiten, die Michele Lepori im Tor sicher parierte, aber die Luft schien draussen, von Anspannung und dem Willen, das Spiel zu kehren, war wenig zu sehen. Hier sehen auch die ZS-Torschützen einen möglichen Grund für den Sieg: Bucheggberg baute mit zunehmender Spieldauer ab. «Wir haben von Beginn weg ein hohes Tempo angeschlagen und Bucheggberg gefordert», sagte Schneider. «Sie kommen am Anfang wie die Feuerwehr, aber hinten raus lässt ihr Druck nach», drückte es Gyger aus.
Wenn Spiel 4 heute in Zuchwil angepfiffen wird, ist die körperliche Belastung für Bucheggberg beim sechsten Spiel in 14 Tagen weiterhin gross. Dennoch scheint die entscheidende Frage in dieser Serie eher zu sein, wann es ZS gelingt, seine erste Chance in ein Tor zu verwandeln.
TELEGRAMM
EHC Zunzgen-Sissach – EHC Bucheggberg 5:1 (0:0; 3:1; 2:0). Eishalle: Sissach. Zuschauer: 276. Schiedsrichter: Althaus, Herrmann. Tore: 23. M. Müller (Von Dach, Di Gennaro) 0:1; 32. Schneider (Gysi) 1:1; 37. Imhof (R. Müller, C. Lanz) 2:1; 38. Dietrich (Hunziker, Seiler) 3:1; 56. Gyger (Seiler, Di Biase) 4:1; 58. Imhof (ins leere Tor).
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen ZS, 2-mal 2 Minuten gegen Bucheggberg.
Zunzgen-Sissach: Lepori; Di Biase, Dietrich; Gusset, Gysi; C. Lanz, Lenz; Dörig; Hunziker, Seiler, Gyger; Schneider, Model, J. Lanz; Niederhauser, R. Müller, D. Müller; Imhof, Arm, Bertschy.
Rheinfelden und Olten bleiben oben
wis. Der EHC Rheinfelden und der SC Altstadt Olten müssen nicht zu den Play-outs antreten. Die Saison der beiden Teams, die in Gruppe 3 die letzten Plätze belegt haben, ist beendet. Der Grund dafür ist dem Vernehmen nach, dass sich ein Team in der Berner Gruppe der Zentralschweizer 2. Liga zurückziehe. Eine offizielle Kommunikation seitens der Liga ist bisher nicht erfolgt.

