Tierärzte berichten über häufige Eingriffe und besondere Fälle
Operationen gehören auch in der Tiermedizin zum Alltag. Besonders häufig sind Kastrationen, Zahnbehandlungen sowie Eingriffe bei Tumoren oder Kreuzbandrissen.
Sander van ...
Tierärzte berichten über häufige Eingriffe und besondere Fälle
Operationen gehören auch in der Tiermedizin zum Alltag. Besonders häufig sind Kastrationen, Zahnbehandlungen sowie Eingriffe bei Tumoren oder Kreuzbandrissen.
Sander van Riemsdijk
Wie bei Menschen sind auch bei Tieren gelegentlich operative Eingriffe erforderlich. Dies bei Krankheiten, Tumoren, Verletzungen wie Kreuzbandrissen, Knochenbrüchen oder Gelenkproblemen. Welche Operation ist häufig und welche Behandlung war die speziellste? Die «Volksstimme» hat bei den vier regionalen Praxen, Kleintierklinik Klaus in Liestal, Tierarztpraxis Ergolz in Gelterkinden, Kleintierklinik Dr. Jenny in Sissach und der Biner Tierarztpraxis in Bubendorf (macht keine Operationen), nachgefragt.
Bei der Umfrage zeigte sich, dass die am häufigsten durchgeführten Eingriffe bei Hunden und Katzen die Kastrationen sowie Zahn- und Tumoroperationen sind. Zudem sind orthopädische Eingriffe bei Kreuzbandrissen bei grösseren Hunderassen häufig. Dies vor allem bei kastrierten Rüden.
Bei Hund und Katze wird aufgrund der Anatomie – der Winkel im Kniegelenk – das vordere Kreuzband immer belastet. Degenerationen im Band oder akute Traumata können zum Riss führen. Aufgrund der Kniewinkelung ist dabei eine Operation fast immer zwingend nötig. Auch nicht selten passiert es bei Hunden, dass sich der Magen verdreht. Dies ist lebensgefährlich und folglich ist ein schnelles Erkennen und Handeln in Form einer Notoperation notwendig.
Ein Leguan in Sissach
Hauptsächlich bei erwachsenen Katzen müssen vermehrt Zahnbehandlungen durchgeführt werden. Bei diesen Tieren können virale Infektionen (Herpes- und Calicivirusinfektionen) zu massiven Zahnfleischentzündungen führen. Die bisher speziellste Operation, die in der Kleintierklinik vom Tierarzt Dr. Jenny in Sissach durchgeführt wurde, war eine Entfernung eines Fremdkörpers bei einem Husky. Er hat zuvor ein ganzes Brustgeschirr gefressen.
In der Tierarztpraxis Ergolz in Gelterkinden sorgte eine Augenoperation bei einer Kuh für Aufsehen. Das exotischste Tier, das Dr. Jenny schon operiert hat, war ein Leguan. Dort musste ein Abszess chirurgisch entfernt werden, wie er berichtet. In der Tierklinik Klaus in Liestal, die sich auf Kleintiere spezialisiert hat, wurde schon ein Alpaka behandelt. Die Eingriffe sind jeweils sehr zeitaufwendig. Tendenziell stellen die Tierärzte im Oberbaselbiet fest, dass die Tierhalterinnen und Tierhalter zu oft zuwarten mit einem Tierarztbesuch, insbesondere am Wochenende. Dies wohl auch, weil der Besuch beim Tierarzt für das Tier oft mit Stress verbunden ist.
Da eine Behandlung beim Tierarzt schnell ins Geld geht, versichern immer mehr Tierhalterinnen und Tierhalter ihre Hunde und Katzen gegen Unfall und insbesondere gegen Krankheit. Regelmässig sind zudem Impfungen und Wurmkuren vorgesehen. Nach einem Unfall oder einer ernsthaften Krankheit kann eine intensive und aufwendige Behandlung nötig sein. Dies kostet schnell 1000 oder mehr Franken. Komplizierte Eingriffe, dazu zählen zum Beispiel künstliche Gelenke für die Katze oder den Hund, übersteigen diese Grenze noch einmal um ein Vielfaches. Um nicht plötzlich vor hohen Kosten zu stehen, schliessen die Tierhalterinnen und Tierhalter nicht selten eine Tierversicherung ab.