Wenn das Ziel klar ist - und das Ei trotzdem woanders landet
14.04.2026 BaselbietDer traditionelle Eierleset begeistert trotz Kälte und Regen
Sissach
Tradition mit Nahkampf-Charakter
svr. Wenn acht Tage nach Ostern 113 farbige Eier auf Sägemehlhäufchen parallel in zwei Linien aufgereiht werden ...
Der traditionelle Eierleset begeistert trotz Kälte und Regen
Sissach
Tradition mit Nahkampf-Charakter
svr. Wenn acht Tage nach Ostern 113 farbige Eier auf Sägemehlhäufchen parallel in zwei Linien aufgereiht werden und die Begegnungszone zu einer Wettkampfarena hergerichtet wird, ist der Moment für den traditionellen Eierleset gekommen. Ein Brauch aus dem 12. und 13. Jahrhundert, der trotz nasskalter Witterung viele Leute ins Dorfzentrum strömen liess. Musikalisch umrahmt von den Klängen der «Guggä FGS» konnten sich der Turnverein Sissach und der Turnverein Itingen in einem sportlichen Eier-Spektakel messen.
Mit grossem Geschick beim Meistern der Hindernisse und Schikanen wurden die aufgeschichteten Eier in hohem Lauftempo Richtung Spreuwannen transportiert oder geworfen. Dass nicht jedes Ei, trotz artistischer Einlagen der beiden Fänger Philipp Buser (Sissach) und Luc Madörin (Itingen), unverletzt in der Wanne landete, war im Verlauf des Wettkampfs wohl der Müdigkeit oder dem Ungeschick geschuldet.
So manches Ei zerschellte bei falscher Einschätzung der Landeroute, sehr zur Freude des Publikums. Der Wettkampf wurde von beiden Vereinen mit ihren Jugendriegen bestritten und hatte bald den Charakter eines «Eier-Nahkampfs». Schliesslich gewann der TV Sissach knapp. Der kostenlose «Eiertätsch» im Zentrum für Pflege und Betreuung Mülimatt rundete den Wettkampf ab.
Bubendorf
Kinder sorgen für beste Stimmung
mhe. In Bubendorf fand der traditionelle Eierleset auf dem Dorfschulhausplatz statt. Trotz nasser Witterung, jedoch ohne nennenswerten Regen, liessen sich zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer den Anlass nicht entgehen und sorgten für eine erfreuliche Kulisse.
Das vom Turn- und Sportverein organisierte Eierlesen begann planmässig um 11 Uhr. Im Mittelpunkt standen die Kinder und Jugendlichen, die mit viel Freude und Geschick die gestellten Aufgaben meisterten. Ob rückwärts die Eier werfen oder auf dem Kopf balancieren: Die meisten Eier fanden das Ziel und gingen nicht in die Brüche. Bereits am Mittwochabend zuvor hatte der traditionelle Eiereinzug im Dorf und auf den umliegenden Höfen stattgefunden, bei dem neben Eiern auch Geldspenden gesammelt wurden.
Im Anschluss an den Eierleset traf man sich in der Mehrzweckhalle Dorf zum gemütlichen Beisammensein. Beim kostenlosen «Eiertätsch», musikalisch begleitet von der Band «More than 2», sowie der beliebten Kindertombola klang der Anlass in geselliger Atmosphäre aus.
Hemmiken
Viel «Eiertätsch» auf dem Sportplatz
ch. Der Turnverein Hemmiken verfügte einst über eine Gruppe ausgezeichneter Leichtathletik-Mehrkämpfer. Heute machen vor allem einige Läuferinnen und Läufer aus dem Dorf von sich Reden und im Seilziehen sind die Turnerinnen und Turner eine Macht. Sollten aber im Eierlesen jemals interkommunale Wettkämpfe stattfinden oder gar ein Vergleich der Besten aus den fünf Bezirken, würden die Talentscouts um Hemmiken wohl einen grossen Bogen machen.
Denn was am Sonntag bei der Turnhalle an Eiern alles zu Bruch ging, hätte für ein ganzes Seilzieher-Trainingslager gereicht: Anstatt in die Spreuwanne und später auf den Teller zu kommen, wurde der «Eiertätsch» unfreiwillig bereits auf dem Sportplatz «angerichtet». Um die 50 Eier dürften es nicht in die Spreu geschafft haben.
Zur Ehrenrettung der Aktiven: Die Aufgaben, mit denen die Parcoursbauer die Teilnehmenden von Mädchen- und Jugendriege, Turnverein und Damenriege sowie Männerriege konfrontierten, waren nicht ganz ohne. Als besonders schwierig erwies sich der Eierwurf mithilfe einer etwa drei Meter langen Dachlatte. Mit wenigen Ausnahmen flog das Ei über den Fänger hinweg oder klatschte vor ihm auf den Boden. Auch der Wurf der Eier durch einen hochgehaltenen Gymnastikreifen schien anspruchsvoller zu sein, als es aussah. Manch ein Versuch schlug fehl, so sehr sich Gerätehalter und Gemeindepräsident Alfred Sutter auch reckte und streckte.
Aber das gemessen am garstigen Wetter zahlreich erschienene Publikum war mit der nicht ganz tierisch ernsten Stafette sehr gut unterhalten, was ja auch der Sinn der Sache war. Und für den «Eiertätsch» in der eingeheizten, schön dekorierten Alten Turnhalle waren zum Verspeisen immer noch genügend Eier übrig.
Ramlinsburg
Gemeinsam für das Dorf und die Vereine
bbu. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich in Ramlinsburg schon vor dem Wettkampf mit «Gratis-Eiertätsch», feinen Grilladen, Kuchen und Getränken stärken. «Mit der Witterung entsprechenden Besucherzahl sind wir sehr zufrieden. Auch der Eiereinzug war sehr erfreulich», sagte Mario Fredenhagen, Vorstandsmitglied des Turnvereins Ramlinsburg. Dieser stellte zusammen mit der Interessengemeinschaft und dem Schützenverein rechtzeitig alle Hindernisse auf der Strasse zur Mehrzweckhalle auf. «Um den Anreiz zum Besuch des Anlasses zu fördern, fragten wir die Gemeinderäte an, ob sie bereit wären, gegen den Männerturnverein anzutreten, was diese auch gerne taten.» Auch wollte man zeigen, dass es sich lohnt, einem Verein beizutreten. Nicht nur, um die Gemeinschaft im Dorf zu stärken, sondern auch um dem Vereinssterben entgegenzuwirken.
Die Gemeinderäte sorgten für grosses Gelächter, als sie in knallgelben, schwarzen und weissen Kostümen eintrudelten. Clever schmissen sie die eingesammelten Eier nach dem Start nicht einzeln, sondern gleich allesamt in den Korb. Die Läufer des Turnvereins merkten bald, dass dies gut funktionierte. Dennoch brachte der Gemeinderat zum Schluss ein Ei mehr ins Nest als der TV.
In der zweiten Runde, als die Kinder am Rennen waren, flog das eine oder andere Ei weit hinter den Fangkörben in die Zuschauermenge. Getroffen wurde aber niemand. Gewonnen haben beide Teams und so bekamen alle, die mitmachten, eine Glace, die auch bei kühlem Regenwetter rasch weggeschleckt war.
Wenslingen
Mit vereinten Kräften für den Nachwuchs
kam. Ein spannendes Duell bekamen auch die Besucherinnen und Besucher des Eierleset in Wenslingen serviert: Team «Rot» mit Fängerinnen und Fängern der Bürgergemeinde stand auf der einen, Team «Weiss» mit Gemeinderätinnen und Gemeinderäten auf der anderen Seite. Während der Turnverein und die Damenriege den läuferischen – und somit anstrengenderen – Teil übernahmen, sorgte der Nachwuchs in regelmässigen Abständen für beste Unterhaltung. So wurde beispielsweise das Ei zwischen den Beinen hindurch transportiert, Kinder auf blauen Turnmatten getragen, Autoreifen gerollt, Puzzle zusammengesetzt oder auf Bobbycar sitzende Kinder von Erwachsenen hin- und hergezogen. Am Ende siegte Team «Rot» hauchdünn.
So kam das Publikum trotz nasskalter Bedingungen auf seine Kosten. Das galt auch für den anschliessenden «Eiertätsch» in der Mehrzweckhalle, bei dem die turnenden Vereine aus Wenslingen den Teamgedanken grossschrieben: Die Damenriege «35plus» schmiss die Küche, die Damenriege kümmerte sich um die Getränkeausgabe und der Turnverein übernahm den Service. Die Frauenriege betreute derweil das reichhaltige Kuchenbuffet, während die Männerriege den Auf- und Abbau in der Halle bewältigte. Von diesem Miteinander profitierte der turnerische Nachwuchs, denn sämtliche Einnahmen kamen ihm zugute.
Titterten
Sportliche Rückkehr mit 427 Eiern
fra. Der Eierleset in Titterten wurde nach langer Pause erst 2024 wieder durchgeführt. Er findet nun abwechselnd mit der Nachbargemeinde Arboldswil statt. Die Freude und der sportliche Ehrgeiz bei den rund 50 Aktiven aus Titterten und Arboldswil im Alter zwischen vier und siebzig Jahren waren gross.
Es galt, jeweils im Zweier-Team ein Ei aus einer Umschalung zu entnehmen, in einer Trage zu verstauen und damit über ein Bänkli und durch einen Slalom bis zum Haltestrich zu eilen. Von dort aus musste das Ei heil in einen grossen Korb geworfen werden. Insgesamt wurden 427 Eier gespendet, wie Speakerin und Mitorganisatorin Jenny Rudin verriet. Davon wurden 127 Eier für den sportlichen Teil verwendet, die übrigen wurden beim anschliessenden Eierschmaus in der Turnhalle verspeist.
Am Wettkampf nahmen die Turnvereine von Titterten und Arboldswil teil, ebenso der Schützenverein Titterten, die Feuerwehr Arboldswil/Titterten, eine Gruppe Freiwilliger sowie eine Gruppe als Vertretung der gastgebenden Gemeinde Titterten. Als glückliche Sieger konnten schliesslich die Feuerwehr Arboldswil/Titterten sowie die Jugendgruppe 15+ ausgerufen werden.










