Wenn Autos vors Schulhaus rollen
29.08.2025 LäufelfingenGemeinde will der Elterntaxis Herr werden
Eltern, die ihre Kinder in die Schule fahren, gefährden damit andere Kinder, die zu Fuss zur Schule gehen. Seit längerer Zeit wird in zahlreichen Gemeinden über Elterntaxi-Verbote diskutiert. Läufelfingen hat nun gehandelt.
...Gemeinde will der Elterntaxis Herr werden
Eltern, die ihre Kinder in die Schule fahren, gefährden damit andere Kinder, die zu Fuss zur Schule gehen. Seit längerer Zeit wird in zahlreichen Gemeinden über Elterntaxi-Verbote diskutiert. Läufelfingen hat nun gehandelt.
Tobia Benaglio
An den meisten Grundschulen fahren Mütter und Väter ihre Kinder mit dem Auto bis direkt vors Schulhaus. Auch in Läufelfingen ist das sogenannte Elterntaxi ein Thema – und sorgt für Probleme und Diskussionen.
Die Gemeinde appelliert in ihrem aktuellen Mitteilungsblatt eindringlich an die Eltern, ihre Autos beim Schulhaus Herrenmatt nicht mehr auf dem Trottoir abzustellen. Denn die Behörden haben festgestellt, dass das Trottoir zunehmend als Kurzparkplatz genutzt wird. Dies kann zu gefährlichen Situationen führen. Man kann sich das Szenario in etwa so vorstellen: Mehrere Autos halten gleichzeitig, Türen fliegen auf, Kinder springen heraus oder werden rasch ins Auto geschoben. Für andere Schülerinnen und Schüler, die zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind, wird es dadurch unübersichtlich und riskant.
Einen Unfall habe es wegen der Elterntaxis bisher noch nicht gegeben, sagt die Läufelfinger Schulleiterin Brigitte Odermatt auf Anfrage der «Volksstimme». «Es ist aber seit Ewigkeiten ein Thema – nicht nur an unserer Schule. Wir machen jedes Jahr darauf aufmerksam», so die Schulleiterin. Manche Eltern würden auf die Appelle der Schule reagieren, es gebe jedoch viele unbelehrbare Fahrerinnen und Fahrer, die trotz mehrfachen Warnungen weiterhin den Schulweg der Kinder gefährden würden. Die Gemeinde reagierte nun mit einer klaren Aufforderung: Wer sein Kind mit dem Auto zur Schule bringen müsse, solle die offiziellen Parkplätze beim Friedhof oder beim Bahnhof benutzen.
Von dort könnten die Kinder zu Fuss in den Kindergarten oder in die Schule begleitet werden. Der Gemeinderat kündigt an, dass nun vermehrte Kontrollen durchgeführt würden.
Sperrzone, Flyer, Appelle
Wie ein Beitrag der «SRF»-Sendung «Schweiz Aktuell» von Anfang Juli zeigt, diskutieren vielerorts Schulleitungen und Behörden in der Region über Verbote oder Sperrzonen. In einigen Gemeinden, wie beispielsweise im solothurnischen Dornach, wurden spezielle Zonen eingerichtet, in denen Eltern ihre Kinder kurz aussteigen lassen dürfen – allerdings mit strengen Regeln und ausserhalb des unmittelbaren Schulareals. Im oberen Baselbiet wurde das Thema vor allem in Liestal schon häufig diskutiert. Freiwillige verteilten dort Flyer und stellten Plakate auf, die an die Eltern appellierten, auf das Chauffieren ihres Nachwuchses zu verzichten. In Pratteln wurde bei einigen Schulen sogar schon ein Parkverbot durchgesetzt.
In Läufelfingen setzt man weniger auf die Schaffung einer Sonderzone wie beispielsweise in Dornach, sondern auf die Eigenverantwortung der Eltern. Die Botschaft ist eindeutig: Der Schulweg gehört den Kindern und nicht den Autos.
Ob der Aufruf nun mit Hilfe der Gemeinde mehr Wirkung zeigt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Klar ist: Das Problem der Elterntaxis wird nicht verschwinden, solange Eltern glauben, ihre Kinder bis vor die Schultüre fahren zu müssen. Läufelfingen hat mit seinem deutlichen Hinweis aber ein Signal gesetzt – im Interesse der Sicherheit aller Schulkinder.