Weniger Schlamm, mehr Strom
16.04.2026 Bezirk LiestalCleantech-Unternehmen hat sich im Kantonshauptort niedergelassen
Die CK Aqua AG ist ein international tätiges Unternehmen. Es reinigt Gewässer und leistet damit einen Beitrag zum Naturschutz, verbessert die Lebensqualität in Städten und stärkt die Stromproduktion ...
Cleantech-Unternehmen hat sich im Kantonshauptort niedergelassen
Die CK Aqua AG ist ein international tätiges Unternehmen. Es reinigt Gewässer und leistet damit einen Beitrag zum Naturschutz, verbessert die Lebensqualität in Städten und stärkt die Stromproduktion von Stauseen. Seit Kurzem hat es seinen Sitz in Liestal.
Sander van Riemsdijk
Das Schweizer Unternehmen CK Aqua AG ist international tätig und insbesondere in Asien an zahlreichen grossen Projekten zur Sanierung von Seen, Flüssen, Kanälen und weiteren Gewässern beteiligt. Im vergangenen Jahr ist die 2015 gegründete Firma von Engelberg nach Liestal umgezogen.
«Der Umzug ins Baselbiet erfolgte, um näher an Industrie, Logistik, Fachkräften sowie Partnern und Investoren zu sein und das weitere Wachstum zu unterstützen», sagt Christian Knuchel, Mitgründer und Geschäftsführer der CK Aqua AG. «Liestal bietet eine sehr gute Erreichbarkeit sowie die Nähe zu einem starken Industrieund Innovationsumfeld. Für uns ist der Standort ideal, um unsere Projekte effizient weiterzuentwickeln.»
Die weltweit einzigartige Unique-Water-Technology der Firma – auch UWT-Verfahren genannt – basiert auf einer mobilen, containerisierten Entschlammung und Materialaufbereitung. Sedimente oder Sedimentgesteine werden aus Gewässern entfernt, mechanisch getrennt und entwässert.
Auch in der Schweiz gewinnt diese Technologie zunehmend an Bedeutung, insbesondere bei Stauseen und Wasserkraftanlagen, in denen sich durch Industrialisierung, Zivilisation und natürliche Prozesse erhebliche Sedimentmengen angesammelt haben. Dabei gelangten Abwässer von Fabriken, Bergbauanlagen und Haushalten ungereinigt in die Gewässer, die dadurch teils stark verschmutzt sind.
Sedimente in Stauseen reduzieren das nutzbare Speichervolumen, beeinträchtigen die Wasserqualität und führen langfristig zu einer messbaren Reduktion der Stromproduktion aus Wasserkraft, sagt Christian Knuchel. «Je grösser die Sedimentablagerungen sind, desto weniger Wasser steht für die Energieerzeugung zur Verfügung. Für die Schweiz stellt dies zunehmend ein wachsendes Problem dar.»
Weniger Überschwemmungen
Das Unternehmen ist zurzeit in mehreren Ländern, insbesondere in Asien, an grossen Projekten zur Sanierung von Gewässern beteiligt – unter anderem in Bangkok und Jakarta. Warum gerade in Asien? Dazu Knuchel: «In vielen asiatischen Metropolen sind verschlammte Kanäle, Seen und Flüsse ein grosses Problem. Sie erhöhen unter anderem das Überschwemmungsrisiko und verbreiten unangenehme Geruchsemissionen.»
Die Technologie der CK Aqua AG wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. «Insbesondere im Bereich der mobilen Entwässerung und Sedimentaufbereitung konnten wir die Effizienz deutlich steigern», sagt Knuchel. Die neuen Anlagen arbeiten heute selbstständiger – unter anderem dank eines vollautomatischen Steuerungssystems –, benötigen weniger Energie und ermöglichen eine bessere Trennung der Materialien wie Sand, Schluff und Ton. Zudem liegt laut CEO Knuchel ein zunehmender Fokus auf der Wiederverwertung der gewonnenen Rohstoffe sowie auf der Reduktion von Methanund CO2-Emissionen. Schlämme und Abfälle in den Gewässern enthalten wertvolle Stoffe, die recycelt werden können.
Mit den kulturellen Unterschieden in den asiatischen Ländern in Entscheidungsprozessen, Kommunikation und Projektabwicklung hat das Unternehmen gelernt, umzugehen. «Wir sehen die Unterschiede nicht als Hindernis, sondern vielmehr als wichtigen Bestandteil erfolgreicher internationaler Zusammenarbeit. Lokale Partnerschaften spielen eine zentrale Rolle», erläutert Christian Knuchel.
Der Iran-Krieg geht auch am Schweizer Unternehmen nicht spurlos vorbei. Christian Knuchel: «Indirekt sind wir betroffen, insbesondere durch Verzögerungen in internationalen Lieferketten und im Transportwesen. Beispielsweise kam es vereinzelt zu Verschiebungen bei Verschiffungen.»


