Weniger Nester als erwartet
06.10.2026 BaselbietAsiatische Hornisse wird mit Hilfe der Bevölkerung bekämpft
Ende September ist schon das letztjährige Jahresziel bei der Eliminierung von Völkern der Asiatischen Hornisse erreicht. Jetzt können Interessierte in Kursmodulen erlernen, wie sie mithelfen, dass die ...
Asiatische Hornisse wird mit Hilfe der Bevölkerung bekämpft
Ende September ist schon das letztjährige Jahresziel bei der Eliminierung von Völkern der Asiatischen Hornisse erreicht. Jetzt können Interessierte in Kursmodulen erlernen, wie sie mithelfen, dass die Ausbreitung des Insekts in Schach gehalten werden kann.
Brigitt Buser
Im vergangenen Jahr sind in den beiden Basel mehr als 300 Völker der Asiatischen Hornissen eliminiert worden. Im laufenden Jahr wurde diese Marke bereits Ende September erreicht. Dies sind weniger Völker als erwartet – man rechnete mit einer Verdreifachung – und die Völker sind auch kleiner als im Vorjahr.
«Wir vermuten, dass der kühle Mai sowie der heisse Sommer dafür verantwortlich sein könnten», erklärt Maria Corpataux, zuständig für die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse in den Bezirken Liestal, Sissach und Waldenburg sowie im Kleinbasel. Es sei aber mit etlichen Meldungen von weiteren Nestern zu rechnen, sobald diese während und nach dem Laubfall sichtbar würden.
In hohen Bäumen hängende Nester werden gemäss Corpataux mittels Teleskoplanze mit Aktivkohle behandelt, worauf die Hornissen vertrocknen. Wenn immer möglich werden Primärnester abgesaugt. Bei Nestern an schwer zugänglichen Stellen wie Storenkästen kommt Pyrethrum, eine Extraktion von verschiedenen Tanacetum-Arten (Wucherblume), zum Einsatz, da dieses nicht die Hauswände schwarz färbt, wie es bei Aktivkohle der Fall ist. Für Maria Corpataux wie auch Joost Oerlemans, in dessen Verantwortung die Bekämpfung des invasiven Insekts in den Bezirken Arlesheim und Laufental sowie in Basel auf der südlichen Rheinseite liegt, kommt diese Methode auf keinen Fall infrage.
Bei dieser Art von Bekämpfung werden nie alle Hornissen getötet. Im Primärnest aber sicher die Königin. Im Sekundärnest reicht es, wenn die Jungköniginnen abgetötet werden, da diese ansonsten überwintern und im nächsten Frühling neue Völker bilden würden. Alle anderen, inklusive Altkönigin, sterben im Lauf des Herbstes, erklären die Spezialisten. Manchmal komme es vor, dass sie noch Notnester bildeten, Jungköniginnen entstünden aber keine.
Vorsorge im Gang
Laut Corpataux kann 2027 schwierig werden: Teilweise habe sie beobachtet, dass die Hornissen für den Bau des Sekundärnestes nicht in die Krone hoher Bäume wechselten, sondern in Hecken bleiben. Fallen diese Nester auch noch kleiner aus, seien sie kaum aufzuspüren. Somit werde sich die Population auch im nächsten Jahr vergrössern.
Da die zunehmende Ausbreitung der Asiatischen Hornisse uns alle vor neue Herausforderungen stellt, Trauben und Obst schon im heranreifenden Stadium angefressen werden, bieten die Verantwortlichen der Plattform Asiatische Hornisse Nordwest drei Kursmodule an, in denen es nicht nur um die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse, sondern auch um das Erkennen und das Umsiedeln von Nestern der heimischen Hornisse und Wespen geht.
Das Fachmodul 1 richtet sich an Personen, die sich ein vertieftes Wissen bezüglich der Asiatischen Hornisse, der heimischen Art und der bei uns heimischen Wespen aneignen möchten. Dieses Modul wird von Andi Roost (Hornissenschutz) geleitet und ist Voraussetzung für die folgenden Module.
Beim Modul 2 geht es um die Nestvernichtung ohne Biozide. Dieses Modul richtet sich an körperlich fitte Personen, die bereit sind, die Asiatische Hornisse aktiv zu bekämpfen. Referenten hier sind Corpataux und Oerlemans. Das Modul 3, es widmet sich der Umsetzung von Nestern der Europäischen Hornisse und heimischer Wespen, befindet noch in Planung.
Die Module 1 und 2 wurden schon erfolgreich durchgeführt. Im Frühling 2027 werden alle drei Module angeboten. Sicher ist (auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, die Asiatische Hornisse zu entfernen): Sie lässt sich lediglich in Schach halten.

