Weitere Veranstalter reagieren auf die Dürre
18.08.2026 Baselbietverschiebt Jubiläumsfeier, «Ebenraintag» im September mit Sicherheitskonzept
Den ersten Regentropfen zum Trotz müssen weitere Veranstaltungen aufgrund der Trockenheit abgesagt oder verschoben werden. Hersberg verschiebt seine Jubiläumsfeier. Der Ebenrain setzt ...
verschiebt Jubiläumsfeier, «Ebenraintag» im September mit Sicherheitskonzept
Den ersten Regentropfen zum Trotz müssen weitere Veranstaltungen aufgrund der Trockenheit abgesagt oder verschoben werden. Hersberg verschiebt seine Jubiläumsfeier. Der Ebenrain setzt für seinen Anlass im September auf ein Sicherheitskonzept.
Peter Sennhauser
Bis die Flora sich von der aktuellen Trockenheit so weit erholt hat, dass die akute Wald- und Flurbrandgefahr gebannt ist, müsste es mehrere Tage lang regnen, sagen Meteorologen wie der SRF-Wetterfrosch Thomas Bucheli. Der Baselbieter Feuerwehrinspektor Werner Stampfli lobt zum einen die Bevölkerung für ihre Vorsicht und konstatiert zugleich, dass bisher nicht mehr Einsätze der Feuerwehren zu melden seien als in anderen Jahren. Das liegt aber wohl auch daran, dass Veranstalter je länger je weniger Risiken eingehen und ihre Anlässe schweren Herzens absagen oder verschieben. Die jüngsten Opfer der Jahrhundert-Trockenheit sind das Römerfest in Augst, das aufgrund der Gefahren und der Belastung für Veranstalter und Teilnehmende ersatzlos gestrichen wird (siehe «Volksstimme» vom Freitag).
Hersberger Dorffest erst 2027
Über die Klinge springen muss auch der halbtägige Festakt zu 800 Jahren Hersberg vom kommenden Samstag: «Aus Sicherheitsgründen wurde entschieden, das Dorffest auf den 8. Mai 2027, zu verschieben», schreibt der Gemeinderat dazu – und liefert einen Tag später einen dringenden Aufruf zum Wassersparen nach. Mit der Verschiebung ist der Schaden nicht ganz so gross, und das Programm der 800-Jahre-Feier bleibt genau das gleiche. Ausserdem richtet es sich namentlich an die Einwohnerinnen und Einwohner der kleinen Gemeinde, die zu verschiedenen Formen von Spiel und Spass am Nachmittag und Abend zusammenkommen sollen – einen grossen Andrang von auswärtigen Gästen scheint man in Hersberg nicht zu erwarten.
Das ist insofern von Bedeutung, als die grösste Gefahr derzeit von parkierten Autos ausgeht, die in abgeernteten Feldern oder in trockenen Wiesen abgestellt werden: Heisse Auspuff- und Katalysatoranlagen am Unterboden der Fahrzeuge könnten das zundertrockene organische Restmaterial am Boden leicht entzünden. Deswegen gilt auf dem Kantonsgebiet ein Parkverbot auf Acker- und Weideflächen. Wer auf dem Gebiet des Kantons in dieser Zeit eine Veranstaltung mit Parkgelegenheiten auf solchen Flächen durchführen will, muss ein bewilligtes Sicherheitskonzept vorlegen können.
Zu den nötigen Massnahmen darin gehört etwa eine 24-Stunden-Kontrolle der Parkfläche. Der kantonale Führungsstab hat seit Juni sieben mal jeweils noch strengere Vorschriften erlassen, um die Gefahr zu bannen. Nach wie vor ist jedes offene Feuer nicht nur in Wald und auf Feldern, sondern auch in den Gärten (Ausnahme Gasgrills) verboten.
Löschmittel auf dem Parkfeld
Das Zentrum Ebenrain setzt deswegen für seinen «Ebenraintag» am 6. September, der erfahrungsgemäss rund 4500 Personen anziehen dürfte, auf so ein Sicherheitskonzept mit Löschmitteln auf dem Parkfeld und einer Bewachung durch Personal. Das Gesuch sei beim Kantonalen Führungsstab eingereicht, sagt Ebenrain-Leiter Christoph Böbner, man habe mündliche Zusagen, aber noch keine schriftliche. Er hoffe zwar auf Regen, aber das Konzept sei die Absicherung, so Böbner auf Anfrage.
Abgesagt werden mussten Anfang Monat das «Zig Openair-Kino» in einer Waldlichtung zwischen Oltingen und Zeglingen; das Open-Air-Kino auf der Schneematt ob Lupsingen am 7. August; dieses Wochenende das Dietisbergfest zwischen Diegten und Läufelfingen und ebenfalls dieses Wochenende das «Raina Rock»-Festival in Gelterkinden; und dann wie gesagt das grosse Römerfest in Augusta Raurica, das Ende des Monats hätte in den Römer-Ruinen stattfinden sollen.
