Schulklasse erlebte Waldpflege, Klimabildung und Teamarbeit in der Praxis
Fünf Tage im Wald. Fünf Tage arbeiten, lernen, beobachten und gemeinsam unterwegs sein. Vor den Herbstferien haben mehrere Baselbieter Schulklassen ihre Projektwoche im Wald verbracht. Als ...
Schulklasse erlebte Waldpflege, Klimabildung und Teamarbeit in der Praxis
Fünf Tage im Wald. Fünf Tage arbeiten, lernen, beobachten und gemeinsam unterwegs sein. Vor den Herbstferien haben mehrere Baselbieter Schulklassen ihre Projektwoche im Wald verbracht. Als Stiftungsratspräsidentin der Bildungswerkstatt Bergwald durfte ich eine 9. Klasse der Sekundarschule Liestal bei ihrem Einsatz im Oberbaselbiet besuchen. Die Jugendlichen waren rund um Reigoldswil und Waldenburg im Wald tätig und haben in Nunningen übernachtet.
Die jungen Menschen arbeiteten gemeinsam mit Fachleuten im Wald. Sie pflegten den Jungwald und schufen Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere. Dabei merkten sie schnell, dass manche Arbeiten im steilen Gelände ganz schön anstrengend sind – und dass sich ein schwerer Baumstamm am besten gemeinsam bewegen lässt. Teamarbeit war hier kein abstrakter Begriff, sondern wurde ganz praktisch erlebt.
Doch die Wald-Klima-Woche besteht nicht nur aus körperlicher Arbeit. Ebenso wichtig ist das gemeinsame Nachdenken darüber: Was haben wir heute gemacht? Warum ist diese Arbeit wichtig? Was hat sie mit dem Wald und mit dem Klima zu tun? In ihrem Waldtagebuch hielten die Schülerinnen und Schüler Beobachtungen und Erkenntnisse fest. Vor dem Nachtessen gab es Inputs zu den vielfältigen Funktionen des Waldes und interaktive Spiele zu Klimathemen. So wurde aus praktischer Arbeit Bildung – und aus Wissen eine eigene Erfahrung.
Auf die Frage, worauf sie sich nach dieser Woche am meisten freuen, kam die Antwort spontan und mit einem Lachen: «Auf mein Handy – und auf Fleisch!» Beides gab es während dieser Woche ganz bewusst nicht. Dafür gab es etwas, das im normalen Schulalltag oft zu kurz kommt: viel Zeit draussen, körperliche Arbeit, gemeinsames Anpacken und die unmittelbare Erfahrung, mit den eigenen Händen etwas zu bewirken. Die Jugendlichen erleben den Wald nicht nur als schönen Ort, sondern als Lebensraum, Schutzraum und wichtigen Teil unseres Klimasystems. Sie erfahren, dass Waldpflege konkrete Arbeit bedeutet und dass der Umgang mit natürlichen Ressourcen Verantwortung verlangt. Und sie erleben, dass auch kleine Aufgaben nur gemeinsam bewältigt werden können.
Was also bleibt von einer Wald-Klima-Woche? Vielleicht müde Beine, schmutzige Hände und einige Geschichten, die noch lange erzählt werden. Vor allem aber ein Stück mehr Verständnis dafür, was der Wald für uns leistet – und warum wir Sorge zu ihm tragen müssen.
Florence Brenzikofer, Stiftungsratspräsidentin Bildungswerkstatt Bergwald