Im Behörden-Shop gibt es fast alles
Im Baselbieter Behörden-Shop an der Liestaler Oristalstrasse 100 wechseln teilweise aussergewöhnliche Gegenstände den Besitzer. Was verkauft wird, stammt aus Beschlagnahmungen, Einziehungen oder Fundfällen. Das Angebot reicht ...
Im Behörden-Shop gibt es fast alles
Im Baselbieter Behörden-Shop an der Liestaler Oristalstrasse 100 wechseln teilweise aussergewöhnliche Gegenstände den Besitzer. Was verkauft wird, stammt aus Beschlagnahmungen, Einziehungen oder Fundfällen. Das Angebot reicht von Alltagswaren bis zu Luxusgütern.
Willi Wenger
«Wir verkaufen fast alles an Luxusund einfachen Gütern», sagt Abteilungsleiter Berardino Barbati, der seit 19 Jahren die entsprechende Abteilung im Generalsekretariat der kantonalen Sicherheitsdirektion leitet. Er ist stolz darauf, dass «sein» Laden seit vielen Jahren Erfolg hat und begehrt ist. «Sie können bei uns jeden Donnerstag Top-Waren kaufen. Wir haben viel zu bieten, obwohl wir völlig ohne Werbung auskommen müssen.» Er dürfe, so der 59-jährige Abteilungsleiter, keine Werbung für seinen Laden machen. «Wir dürfen das Gewerbe nicht konkurrenzieren.»
Die gängige Praxis ist, dass Barbati mit seinem Personal primär dem eigenen Kanton dient, aber auch mit anderen Kantonen wie Basel-Stadt, Bern und Aargau zusammenarbeitet. «Mit diesen haben wir Leistungsvereinbarungen.» Es gehe meistens um die «Verwertung von sichergestellten Sachen», sagt Barbati. Diese können sehr unterschiedlich sein. Als Beispiele nennt er Uhren, Parfüm, Kleider, Rasierklingen und Handtaschen, also Waren aller Art, sowie auch Luxusgüter im Hochpreissegment.
Die zum Verkauf angebotenen Waren werden normalerweise einmal im Monat angeliefert. «Sie stammen einerseits aus Beschlagnahmungstouren von Gerichten und Staatsanwaltschaften oder aber aus der Fund- und Fahrradtour der Polizei», erklärt Barbati. Zudem wird im Verwertungswesen sichergestellte, beschlagnahmte oder eingezogene Ware dem Publikum zum Verkauf angeboten.
Motorboot, Rennpferd …
Diese Waren können sehr speziell sein. Es ist vorgekommen, dass Barbati ein Motorboot, Liegenschaften, ein Rennpferd, Goldbarren, einen Lamborghini oder Aktien verkauft hat. Wo die Gegenstände herkommen, ist dem Personal in Liestal allerdings nicht bekannt. «Wir kennen nur die Fallnummer», sagt Barbati. Luxusgüter des absoluten Hochpreissegments sind ebenfalls zu haben. Als Glanzstücke sind Rolex-Uhren, Louis-Vuitton-Produkte, Kosmetika oder ein 60 000-Franken-Sofa im Angebot. In Kürze soll ein Flugsimulator das Sortiment ergänzen.
Für Verkäufe der kantonalen Verwaltung ist das Büro ebenfalls zuständig. So werden jährlich gut 30 Autos der verschiedenen Direktionen verkauft. Nicht alltäglich sei bisher der Verkauf einer Heizzentrale eines Schulhauses gewesen oder zwei alte Sportmobile des Sportamts.
Barbati legt Wert auf die Feststellung, dass korrekt und stets im Vier-Augen-Prinzip gearbeitet werde. Ziel sei es, dass der Shop als günstiges Modell weiterhin seinem guten Ruf gerecht werden könne. Dieser ist in seiner Art schweizweit einzigartig. Es gebe in keinem anderem Kanton etwas Vergleichbares, sagt Barbati.