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29.01.2026 Sport, Weitere SportartenYannik Steinegger startet heute als «Volksstimme»-Kolumnist
Wie im Flug vergeht die Zeit von Yannik Steinegger, dem Trainer des aktuell zweitbesten Schweizer Tennisspielers auf der ATP-Tour. Immerhin: Der Bubendörfer nutzt Flüge, um Kolumnen für die ...
Yannik Steinegger startet heute als «Volksstimme»-Kolumnist
Wie im Flug vergeht die Zeit von Yannik Steinegger, dem Trainer des aktuell zweitbesten Schweizer Tennisspielers auf der ATP-Tour. Immerhin: Der Bubendörfer nutzt Flüge, um Kolumnen für die «Volksstimme» zu schreiben.
Sebastian Wirz
Die Saison im internationalen Tennis-Sport kennt fast keine Pause und hat – aufgrund der konstanten globalen Reiserei logischerweise – ihre eigenen Jahreszeiten. Der aktuelle «Australian Swing» geht mit Abschluss des Grand-Slam-Turniers in Melbourne zu Ende, der «American Swing» steht an, der «European Clay Swing» wird darauf folgen. «Wir planen nicht weiter als zwei oder drei Monate voraus», sagt Yannik Steinegger. Der 25-jährige Bubendörfer kennt das Geschäft: Er hat als Spieler seine Runden um die Welt gedreht, seit Mai 2024 tut er dies als Profi-Trainer (die «Volksstimme» berichtete). Statt seines eigenen Karriere-, Spiel- und Flugplans koordiniert er nun auch jenen von Leandro Riedi (24). Der Zürcher (Rang 180) ist aktuell der zweithöchstklassierte Schweizer im ATP-Ranking hinter Stan Wawrinka (139).
Spannende Einblicke
Mit Riedi befindet sich Steinegger Zeit seines Trainer-Daseins auf konstanter Achterbahnfahrt. Auf grossartige Leistungen folgten Verletzungen als Tiefpunkte, auf erfolgreiche Comebacks folgten Rückschritte. So auch aktuell: Riedi überzeugte in Australien, auch wenn es mit der Qualifikation für das Hauptfeld knapp nicht klappte. Und er überzeugte danach in Europa. «Leandro spielt nach Verletzungspausen eigentlich immer gut – vielleicht eben sogar zu gut», sagt Steinegger. Denn Siege bedeuten ja jeweils ein Weiterkommen. Dies bedeutet mehrere Spiele innert sehr kurzer Zeit und damit erhöhte Belastung für den frisch genesenen Körper.
Spieler und Umfeld müssen in dieser Situation abwägen: Wie viel ist zu viel für den Körper? Welche anstehenden Termine wie zum Beispiel der Davis Cup mit der Schweiz Anfang Februar sind vielleicht wichtiger als ein kleineres Turnier, das zum Formaufbau eingeplant war?
Könnte eine Aufgabe in der aktuellen Situation ein Schritt vorwärts sein?
An solchen Gedanken lässt Yannik Steinegger, der auf Englisch den Blog www.tennisbetweenlines.combetreibt,in dem er viel Innensicht gewährt, neu auch die Leserschaft der «Volksstimme» teilhaben: Der Bubendörfer gehört ab heute zum Sportkolumnen-Team.
Beim Schreiben fiel dem Weitgereisten auf, dass es ihm, der vor der Sekundarschule nach Biel umzog und anschliessend auf Englisch Fern-Schulen besuchte, schwerer el, sich schriftlich auf Deutsch auszudrücken. Das Resultat ist dennoch lesenswert. Und dass die Kolumne während eines Flugs entsteht, dürfte auch eher Regel als Ausnahme bleiben.
