Vier Jahrzehnte im Dienst des Quellhotels
14.03.2025 BaselbietJoesfina «Fina» Nieto arbeitet seit 35 Jahren ununterbrochen im Hotel Bad Ramsach oberhalb von Läufelfingen und Häfelfingen. Das Besitzerpaar und der Geschäftsführer ehrten sie – und gaben Einblick in ihre Häuser.
Thomas Gubler
...Joesfina «Fina» Nieto arbeitet seit 35 Jahren ununterbrochen im Hotel Bad Ramsach oberhalb von Läufelfingen und Häfelfingen. Das Besitzerpaar und der Geschäftsführer ehrten sie – und gaben Einblick in ihre Häuser.
Thomas Gubler
Es sollte ein spezieller Anlass sein, an dem die Besitzerschaft des Bad Ramsach, Rhéane und Felix Suhner von der Balance Familie AG, und Geschäftsführer Hermann Mazotti der Öffentlichkeit Einblick ins Quellhotel oberhalb Häfelfingens bieten wollten. Und es war einer. Einer, in dessen Zentrum für einmal eine Mitarbeiterin stand, wenn auch eine aussergewöhnliche. Die Geschäftsleitung ehrte vorgestern Josefina «Fina» Nieto (73), die seit 35 Jahren ohne Unterbruch in der Lingerie des Bad Ramsach arbeitet und dadurch fast schon zu einer Art Wahrzeichen des Quellhotels geworden ist.
Wenn man bedenkt, dass Fina zuvor schon einmal sieben Jahre dort arbeitete, kommt man auf satte 42 Jahre im Dienste des Bad Ramsach. Dafür erhielt die treue Mitarbeiterin von der Geschäftsleitung eine Urkunde und natürlich zahlreiche Geschenke; darunter ein Rosenfoulard, weil Fina offenbar immer dafür sorgt, dass jeder Gast im Zimmer eine Rose vorfindet.
Komplexer Betrieb
Das aus dem Aargauer Seetal stammende Gastronomenpaar Suhner bzw. die Balance Familie AG hat das Quellhotel Bad Ramsach oberhalb von Läufelfingen und Häfelfingen im Jahr 2016 erworben. Die Geschäfte führt seit jenem Jahr Hermann Mazotti. Es handle sich um einen «komplexen Betrieb mit Restaurant, Hotellerie, Heilbad und Seminarräumen», meint Felix Suhner. Das heisst, die Anforderungen an das Konzept sind hoch, wenn den Gästen etwas Ausserordentliches geboten werden soll.
Die Gäste können im Quellhotel mit der seit mehr als 500 Jahren sprudelnden Mineralwasser-Heilquelle nicht nur baden. Sie werden auch bezüglich Sport und moderner Ernährung professionell betreut. «Die Leitung der Bereiche Vitalität, Gesundheit und Wellness untersteht einer eigens dafür angestellten qualifizierten Fachkraft», sagt Rhéane Suhner.
Auf der anderen Seite setzt man an diesem wunderschönen Jurahang mit grandiosem Weitblick ins Oberbaselbiet, ins Elsass und nach Süddeutschland ganz gezielt auch auf die Karte Natur. «Sie soll im Bad Ramsach erlebbar gemacht werden», sagt der Geschäftsführer. Und wie zur Bestätigung weidet unterhalb des Restaurants eine neunköpfige Gämsenherde und es tummeln sich zwei Füchse.
Regionale Verankerung
Wichtig ist für den Geschäftsführer die regionale Verankerung des Betriebs. So pflegt man eine enge Zusammenarbeit mit der Institution Dietisberg und mit dem regionalen Gewerbe. Zudem sollen die angebotenen Produkte möglichst regionaler Herkunft sein. Regelmässig finden auch Anlässe von Ortsansässigen wie Konfirmations- oder Tauffeiern im Bad Ramsach statt und «last, but not least»: Hier lernen die Kinder der Region das Schwimmen. «Denn ohne Region», sagt Mazotti, «geht hier oben nichts.»
Zur Balance Familie AG von Felix und Rhéane Suhner gehört im Übrigen – neben den Restaurants «Seerose» in Meisterschwanden als Mutterhaus, «Sonne» in Eich (LU), «Mürset» in Aarau und «Seeblick» in Emmetten (NW) – auch das Bad Bubendorf. Gemeinsam sei, dass sie sich, so Felix Suhner, alle im Grünen befinden.
Die Suhners sind also mit der Gastronomie im Baselbiet und auch mit deren Problemen wie dem Restaurant-Sterben und dem Fachkräftemangel vertraut. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer beiden Häuser zeigen sie sich indessen zufrieden. Was den Mangel an qualifiziertem Personal betrifft, sei es schon schlimmer gewesen. Beispielsweise vor zwei Jahren. Inzwischen könne man allenfalls von einer angespannten Situation sprechen.
Die Balance Familie AG sorgt insofern selber für Entspannung, als sie derzeit 60 Lernende ausbildet – 13 davon im Bad Ramsach. Der Beruf Hotelkommunikationsfachmann bzw. Hotelkommunikationsfachfrau sei mittlerweile sehr beliebt.
Und wie würde ein stattlicher klassischer Landgasthof im Oberbaselbiet, der vor der Schliessung steht oder eben geschlossen wurde, ins Portfolio der Balance Familie AG passen? Herr und Frau Suhner winken ab. Zum einen habe man derzeit nicht die Absicht, noch weiter zu wachsen. Und wenn der Umsatz weniger als 2 bis 3 Millionen betrage, sei es halt schon «sehr schwierig», so Felix Suhner.

