Versöhnung im Hallenstreit?
25.06.2026 Bezirk Sissach, WittinsburgDie Sanierung der Mehrzweckhalle verzögert sich
Nachdem die Kosten für die Sanierung der Mehrzweckhalle zwischenzeitlich auf 4,46 Millionen Franken angestiegen waren, zog der Gemeinderat die Notbremse. Darauf traten sieben von acht Mitgliedern der Baukommission zurück.
...Die Sanierung der Mehrzweckhalle verzögert sich
Nachdem die Kosten für die Sanierung der Mehrzweckhalle zwischenzeitlich auf 4,46 Millionen Franken angestiegen waren, zog der Gemeinderat die Notbremse. Darauf traten sieben von acht Mitgliedern der Baukommission zurück.
Sander van Riemsdijk
Der Haussegen hängt schief in Wittinsburg: Die Turnhalle muss dringend saniert und dabei zu einer modernen Mehrzweckhalle umfunktioniert werden. Ein Neubau liess sich aus Kostengründen nicht realisieren. Während der Planungen durch eine achtköpfige Baukommission erhöhten sich die Kosten durch schrittweise Erweiterungen von ursprünglich 3 Millionen auf 4,46 Millionen Franken.
Zu viel, befand der Gemeinderat: Weil die Exekutive eine Erhöhung des Steuerfusses befürchtete, um die Kosten zu decken, trat sie auf die Bremse. Das Projekt sollte überarbeitet und redimensioniert werden. Sieben von acht Mitgliedern der Baukommission entschieden darauf im Mai «en groupe» mit sofortiger Wirkung zu demissionieren (die «Volksstimme» berichtete). Damit bleibt die dringend notwendige Sanierung der Mehrzweckhalle vorderhand auf der Pendenzenliste der Gemeinde.
Bau soll zukunftsgerichtet sein
Warum dieser kollektive Rückzug? Jürg Hediger, ehemaliger Co-Präsident der Baukommission, hat Verständnis für die Beweggründe des Gemeinderats, die Kosten für die Sanierung der Mehrzweckhalle zu reduzieren. Er zeigt sich jedoch über dessen Vorgehen während der Planungsarbeiten sehr enttäuscht.
Mitverantwortlich dafür, dass die Baukosten angestiegen sind, ist eine grosse Photovoltaikanlage mit Energiespeicher. Diese wurde notwendig, weil das geplante Gemeindeprojekt «Energie- und Heizungsversorgung der Gemeindeliegenschaften» anlässlich der Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember vor dem Volk scheiterte. «Wir wollten mit den Erweiterungen einen zukunftsgerichteten Bau erstellen, der für die kommenden 20 bis 30 Jahre Bestand hat», führt Hediger aus.
Mit Blick auf die Gemeindefinanzen verlangte der Gemeinderat von der Kommission, das Projekt auf 3 Millionen Franken abzuspecken. «Sonst drohte gemäss Gemeinderat eine Steuererhöhung», so Hediger. Die geforderte Redimensionierung soll aber nicht der Grund des kollektiven Rücktritts der sieben Baukommissionsmitglieder gewesen sein. In einem Schreiben vom 5. Mai kommunizierte der Gemeinderat seine Gründe. Es sei die Art der Formulierung, welche die Baukommissionsmitglieder schliesslich zum kollektiven Rücktritt bewogen hätte, sagt deren ehemaliger Co-Präsident: «Das Schreiben vermittelt den Eindruck, dass wir als Baukommission das Budget bis auf nahezu 4,5 Millionen Franken hochgetrieben haben. Das stimmt so nicht.»
Er betont, dass die Baukommission nichts eigenmächtig entschieden oder unternommen habe, sondern dass jeder Schritt nach politischen Richtlinien von Gemeinderat und Volk begutachtet und bis Stufe Kredit Vor- sowie Bauprojekt auch abgesegnet worden sei: «Wir hatten vom Gemeinderat Rückendeckung erwartet, dass wir alles korrekt gemacht haben.»
Klärendes Gespräch angesetzt
Auf Nachfrage teilte Gemeinderat Markus Hügli schriftlich mit: «Der Gemeinderat wird jetzt erst einmal die Überarbeitung des Projekts durch den Architekten abwarten und je nachdem, wie diese ausfällt, über das weitere Vorgehen entscheiden.»
In einem weiteren Schreiben an die Bevölkerung informierte der Gemeinderat, dass das Sanierungsprojekt in der Exekutive weiter betreut und gegebenenfalls die Erneuerungswahl der Baukommission an einer späteren Gemeindeversammlung durchgeführt werde.
In einem späteren Gespräch mit der «Volksstimme» liess Gemeindepräsidentin Caroline Zürcher verlauten, dass der Gemeinderat inzwischen die Initiative ergriffen und die ehemaligen Baukommissionsmitglieder zu einem klärenden Gespräch eingeladen hat. Ob damit in Wittinsburg der Haussegen wieder geradegerückt wird?

