Trockenheit kostet Waldseilparks rund 100 000 Franken
15.10.2026 RegionVorübergehende Schliessung hat beträchtliche Konsequenzen
Seit Mitte August sind die Waldseilparks Rheinfelden und Wasserfallen aufgrund der anhaltenden Trockenheit geschlossen. Rund 50 Mitarbeitende sind von Kurzarbeit betroffen. Trotz der schwierigen Situation sollen beide ...
Vorübergehende Schliessung hat beträchtliche Konsequenzen
Seit Mitte August sind die Waldseilparks Rheinfelden und Wasserfallen aufgrund der anhaltenden Trockenheit geschlossen. Rund 50 Mitarbeitende sind von Kurzarbeit betroffen. Trotz der schwierigen Situation sollen beide Anlagen im Frühling 2027 wieder öffnen.
Fiona Findlay
Die anhaltende Trockenheit macht den Waldseilparks Wasserfallen und Rheinfelden weiterhin zu schaffen. Seit dem 15. August sind beide Anlagen wegen der Gefahr durch instabile Bäume und herabfallende Äste vorübergehend geschlossen (die «Volksstimme» berichtete). Seither hat sich die Situation kaum verändert: «Es hat schlicht zu wenig geregnet», erklärt Reto Schweizer, Geschäftsleiter des Betreibers Adventure Coaching & Rope Solutions GmbH (ACRS) in Frenkendorf. Die Niederschläge hätten nicht ausgereicht, um den Zustand der Bäume in den Anlagen entscheidend zu verbessern.
Die vorübergehenden Schliessungen haben für das Unternehmen beträchtliche Konsequenzen: Rund 100 000 Franken Umsatz sei diese Saison verloren gegangen, sagt Schweizer. Besonders herausfordernd sei, dass die Betriebsausfallversicherung keine Leistungen erbringe, da laut der Versicherung kein Elementarschaden vorliege, so Schweizer. Dabei hatte die diesjährige Saison zunächst erfreulich begonnen. Während der Öffnungszeit seien sogar mehr Besucherinnen und Besucher als üblich gekommen. Die hohen Temperaturen hätten viele Gäste in die Waldseilparks gelockt. Die positive Entwicklung konnte die späteren Ausfälle allerdings nicht auffangen.
Mitarbeitende in Kurzarbeit
Insgesamt sind rund 50 Mitarbeitende für die beiden Anlagen der ACRS zuständig. Betroffen sind sowohl Festangestellte im Monatslohn als auch Mitarbeitende im Stundenlohn, darunter zahlreiche Studierende. Im gesamten Seilparkbereich gilt laut Schweizer bis zum regulären Saisonende Ende Oktober Kurzarbeit von 100 Prozent. Ein grosser Teil der Mitarbeitenden, die als Guides tätig sind, hätten nach Saisonende ohnehin eine Winterpause eingelegt und würden im Frühling zurückkehren.
Bisher wurden laut Schweizer keine Kündigungen ausgesprochen. «Wir hoffen darauf, mit allen Mitarbeitenden in die nächste Saison starten zu dürfen», betont er. Die Kurzarbeitsentschädigung decke grundsätzlich 80 Prozent des Verdienstausfalls. Die laufenden Betriebskosten blieben für das Unternehmen jedoch bestehen. Daher sei die grösste Herausforderung, die Zeit bis zum nächsten Saisonstart finanziell zu überbrücken.
Für den sicheren Betrieb der Anlagen ist laut Schweizer grundsätzlich die bisherige Anzahl Mitarbeitende nötig. Deshalb komme eine Reduktion des Personalbestands für das Unternehmen nicht infrage.
Umbauten sind nötig
Die Trockenheit hinterliess bei den beiden Anlagen der ACRS unterschiedliche Spuren. In Rheinfelden seien es laut Schweizer lediglich einzelne Bäume, die diesen Sommer stark beschädigt wurden. «Externe Sachverständige gehen davon aus, dass der Waldseilpark dort im kommenden Frühling ohne grössere Probleme wieder öffnen kann», erklärt der Geschäftsleiter.
Anders sieht die Situation auf der Wasserfallen aus: Die Schäden an den Bäumen seien bei dieser Anlage wesentlich gravierender. Es sei bereits absehbar, dass die Anlagen teilweise umgebaut oder angepasst werden müssten. Fachleute für Baumpflege sollen untersuchen, welche Bäume weiterhin für den sicheren Betrieb der Anlagen geeignet sind. Erst anhand solcher Beurteilungen lasse sich entscheiden, welche Umbauten nötig sein werden.
Dass solche extremen Trockenperioden künftig jedes Jahr auftreten werden, erwartet der Geschäftsleiter nicht. Er rechnet jedoch damit, dass der Klimawandel den Betrieb der Waldseilparks vor weitere Herausforderungen stellen wird. Die ACRS arbeitet auf der Wasserfallen eng mit der Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfallen zusammen. Nach Schweizers Einschätzung ist auch deren Betrieb von der Schliessung der Seilparks betroffen.
Für Schweizer ist es keine Frage, dass die beiden Waldseilparks eine Zukunft haben sollen. Der reguläre Saisonstart ist für den 26. März 2027 vorgesehen. Einen Saisonstart habe man bisher noch nie verschieben müssen, sagt Schweizer.

