Trend zu biologisch abbaubaren Konfetti
17.02.2026 SissachUmweltschutz an der Fasnacht
Die Tradition des Verteilens von Geschenken wie Süssigkeiten oder Blumen als Ausdruck von Spendierfreude hat sich an der Fasnacht bis heute erhalten. Während bei Lebensmitteln zunehmend über Verschwendung diskutiert wird, steht bei den Konfetti ...
Umweltschutz an der Fasnacht
Die Tradition des Verteilens von Geschenken wie Süssigkeiten oder Blumen als Ausdruck von Spendierfreude hat sich an der Fasnacht bis heute erhalten. Während bei Lebensmitteln zunehmend über Verschwendung diskutiert wird, steht bei den Konfetti der Umweltschutz hoch im Kurs.
Sander van Riemsdijk
Bald ist es wieder so weit: Die Fasnacht steht vor der Tür – die «drei schönsten Tage» mit ausgelassenem Feiern, bunten Kostümen und fröhlichen Umzügen. Ein fester Bestandteil vieler Umzüge ist traditionell das Verteilen von Wurfmaterial wie Süssigkeiten, Konfetti, Früchten oder Blumen. Was wäre die Fasnacht ohne sie? Das Werfen gilt als Geste der Freude und des Teilens, die Jung und Alt begeistert.
Weniger sichtbar ist der organisatorische Aufwand dahinter: Die Beschaffung von Wurfmaterial ist für viele Fasnächtlerinnen und Fasnächtler mit erheblichem Aufwand und nicht selten auch mit hohen Kosten verbunden.
«Das beliebteste Wurfmaterial sind nach wie vor die Konfetti, gefolgt von harten und weichen Bonbons», sagt Roberto Papini, Geschäftsführer der Fortura AG in Zunzgen, die zahlreiche Wurfmaterialien im Sortiment führt. Bei der Farbwahl entscheiden häufig die Vereinsfarben. «Insbesondere dieses Jahr ist das stark im Trend», so Papini. Viele Gruppierungen kaufen die Konfetti sackweise für ihre Wagen ein – teils bis zu vier Tonnen. Besonders beliebt in der Region sei auch das Multicolor-Konfetti. Der närrische Spass hat jedoch seinen Preis: Die Papierschnipsel belasten die Umwelt. Papini beobachtet deshalb einen klaren Wandel. «Es geht weg von Kunststoff und glänzendem Papier, hin zu ökologisch und biologisch abbaubaren Konfetti.» Nachhaltigkeit werde beim Einkauf zunehmend berücksichtigt.
Viele Esswaren auf dem Boden
Beliebt sind laut Papini auch Blumen wie Rosen, Mimosen und Nelken. Weniger gefragt sei Obst – mit einer Ausnahme: «Bei den Früchten sind es vor allem Orangen.»
Doch der Brauch des grosszügigen Verteilens hat auch eine Schattenseite. Neben Konfetti landen immer wieder Esswaren auf dem Boden – insbesondere zermanschte Orangen oder Bananen. Für manche ist das ein schwer zu ertragender Anblick, da es als Verschwendung von Lebensmitteln wahrgenommen wird. Die Fasnächtler werfen die Früchte vom Wagen in die Menge; werden sie nicht aufgefangen, zerplatzen sie auf dem Asphalt und werden später zertrampelt.
Ist das Werfen von Lebensmitteln noch zeitgemäss? Roberto Papini sieht hier durchaus Handlungsbedarf: «Ich bin nicht dafür, dass man damit herumschmeisst.» Die ‹Wägeler› sollen Früchte und Blumen besser direkt in die Hände der Umstehenden geben», findet er. An den letzten Fasnachtsumzügen habe er feststellen können, dass doch sorgfältiger damit umgegangen werde.
Bei der Fasnachtsgesellschaft Sissach (FGS) sei das Wurfmaterial ebenfalls Thema, sagt Präsidentin Rebecca Badella. «Wegen der Orangen gibt es vereinzelt Reklamationen aus der Bevölkerung. An unseren Sitzungen weisen wir die Vereine regelmässig auf das Problem hin – allerdings betrifft das vor allem Bierdosen.»
Plüschtiere und «Shots»
Grosser Beliebtheit erfreuen sich auch Plüschtiere – nicht nur bei Kindern. Zunehmend gefragt sind zudem «Shots», kleine Portionen alkoholischer Getränke in Fläschchen. Weniger gefragt seien dagegen Gemüse wie Lauch, Rüben oder Kartoffeln.
«Bei der Wahl der Wurfgegenstände ist die Fantasie oft grenzenlos», sagt Papini. «Um ihr Sujet zu unterstreichen, bestellen die Gruppen auch ausgefallene Artikel wie Hawaii-Ketten, spezielle Hüte oder Amedisli mit Schweizer Fähnchen.»
Der Brauch, kleine Geschenke in die Menge zu werfen, hat sich bis heute gehalten – und wird auch dieses Jahr an vielen Fasnachtsumzügen gepflegt werden.

