Ton soll die Ausbeute erhöhen
06.10.2026 BaselbietSchweizer Salinen brauchen Ton für die Salzgewinnung
Im Gebiet Langacher in Arisdorf soll eine Tongrube entstehen, die später als Deponie genutzt wird. Dahinter steht ein Vorhaben der Schweizer Salinen. Der Regierungsrat will den Standort nun für beide Nutzungen im ...
Schweizer Salinen brauchen Ton für die Salzgewinnung
Im Gebiet Langacher in Arisdorf soll eine Tongrube entstehen, die später als Deponie genutzt wird. Dahinter steht ein Vorhaben der Schweizer Salinen. Der Regierungsrat will den Standort nun für beide Nutzungen im kantonalen Richtplan festsetzen.
vs. Die Schweizer Salinen benötigen den Opalinuston, um ausgesolte Kavernen im Untergrund zu verfüllen. In diesen Hohlräumen bleibt nach der bisherigen Salzgewinnung gesättigte Sole zurück. Wird ein Tongemisch hineingepresst, verdrängt es die Sole, die anschliessend zur Salzproduktion genutzt werden kann. Laut den Salinen könnten dadurch pro Kaverne bis zu 25 Prozent mehr Salz gewonnen werden. Zugleich soll die Verfüllung die langfristige Stabilität der Hohlräume erhöhen und das Risiko eines späteren Soleaustritts vermindern. Das Unternehmen sieht das Verfahren für die noch aktiven und künftigen Solfelder in der Nordwestschweiz vor.
Bisher wird laut Projektbeschreibung nur ein Anteil von 5 bis 10 Prozent der Kavernen mit Restschlämmen aus der Salzproduktion verfüllt. Für eine umfassende Verfüllung fehlte geeignetes, wirtschaftlich verfügbares Rohmaterial. Der neue Standardmix soll hauptsächlich aus Opalinuston sowie aus Restschlamm und Sole bestehen. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) begleitet die Entwicklung der Mischung; die ETH Zürich untersucht deren Wirkung auf die Kavernenstabilität. Auch eine Variante mit gebundenem Kohlenstoff wird geprüft, um die Kavernen zusätzlich als Kohlenstoffspeicher zu nutzen.
Mehr abbauen als deponieren
Die Firma «EcoClay» soll den Tonabbau, die spätere Deponierung und die Herstellung des Verfüllstoffs übernehmen. Die Aufbereitung ist auf dem Salinenareal vorgesehen. Die Salinen wären für den Transport zu den Kavernen, das Einpressen und die Verarbeitung der verdrängten Sole zuständig.
Für den Tonabbau nennt die Regierung einen Bedarf von jährlich rund 150 000 Kubikmetern festem Opalinuston. Im Langacher könnten insgesamt etwa 4 Millionen Kubikmeter gewonnen werden. Für den südlichen Teil fehlt aber noch der Rohstoffnachweis. Der entstehende Hohlraum soll danach rund 3 Millionen Kubikmeter nicht verwertbare Bauabfälle des Typs B aufnehmen. Vorgesehen sind zusätzliche Abdichtungen und eine kontrollierte Sickerwasserfassung, auch mit Blick auf PFAS-belastetes Material. Der Gemeinderat Arisdorf unterstützt das Vorhaben.
Die Nähe zur Autobahneinfahrt spricht aus Sicht der Projektträger für Langacher. Neben den Salinen handelt es sich um die Deponiebetreiberin Surer AG und das Bauunternehmen Erne AG. In der weiteren Planung bleiben insbesondere Lastwagenverkehr, Einsehbarkeit und Bodenschutz zu klären. Nach Abschluss der Deponierung müssen die beanspruchten Fruchtfolgeflächen vollständig wiederhergestellt werden.
