Tausende Tiere auf gefährlicher Mission
05.03.2026 BaselbietFür Frosch, Kröte und Co. hat die Laichzeit begonnen
Mitte Februar hat eines der grössten Naturschauspiele, die Laichzeit der Amphibien, begonnen. Da ihr Lebensraum zunehmend unter Druck gerät, sind sie auf die Unterstützung des Menschen angewiesen – ...
Für Frosch, Kröte und Co. hat die Laichzeit begonnen
Mitte Februar hat eines der grössten Naturschauspiele, die Laichzeit der Amphibien, begonnen. Da ihr Lebensraum zunehmend unter Druck gerät, sind sie auf die Unterstützung des Menschen angewiesen – insbesondere beim Überqueren von Strassen.
Brigitt Buser
Mit den wärmeren Tagen sind die Amphibien zu ihren Laichplätzen unterwegs. In unserer Region betrifft das hauptsächlich den Grasfrosch, die Erdund Geburtshelferkröte («Glögglifrosch»), den Bergmolch sowie den selten anzutreffenden Feuersalamander. Aus der Winterstarre im Wald oder am trockenen Hang erwacht, wandern die geschlechtsreifen Tiere, einem inneren Kompass folgend, an den Ort zurück, wo sie das Licht der Welt erblickt haben.
Heute ist dies meist ein Wettlauf ums Überleben, denn oft müssen sie dabei Strassen überqueren, was für Amphibien eine der häufigsten Todesursachen ist. Oder sie fallen im Siedlungsgebiet, einen Gartenteich anstrebend, in Schächte von Kellerfenstern und müssen dort verhungern und verdursten. Unterwegs sind sie meist in der Dämmerung oder nachts, da dann der Boden wie auch die Luft genügend feucht sind, um auch weitere Strecken problemlos zu überwinden.
In Tenniken ist vor allem der Buechmattweiher Ziel der Amphibienwanderungen. Ebenso im Bereich Sangetenweg sind sie in den Abendstunden während der Laichzeit vermehrt anzutreffen. In Anwil findet beispielsweise beim Naturschutzgebiet Talweiher eine grosse Amphibienwanderung im Frühling statt. In Eptingen sind es die drei Weiher beim alten Friedhof, angelegt vom lokalen Naturund Verschönerungsverein, welche die vom Wald herkommenden Tiere nur erreichen, wenn sie die Dietisbergstrasse überqueren.
Behörden leisten wichtige Arbeit
An der Kantonsstrasse bei den Talweihern in Anwil brachte das Tiefbauamt fest installierte und temporäre Amphibienleitsysteme an und baute Kleintierunterführungen in die Strasse ein. «Zudem werden vom Tiefbauamt während der Laichzeit im ganzen Kanton Hinweistafeln aufgestellt. Diese zeigen den Fahrern an, das Tempo zu drosseln, damit bei einem Aufeinandertreffen mit einem Tier angehalten oder wenigstens ausgewichen werden kann», sagt Markus Plattner vom Ebenrain-Zentrum in Sissach. In Tenniken ist die Talackerstrasse während der Amphibienwanderung von 19 bis 4 Uhr in beiden Richtungen mit einem temporären Fahrverbot belegt. Die Gemeinde bittet die Autofahrer, während dieser Zeit den Umweg über den Gisibergweg zu wählen.
Auch Bettina Kürmann vom Natur- und Vogelschutzverein Eptingen, und Mitglied der Amphibiengruppe Baselland, bittet um eine Tempodrosselung während der Laichzeit. In Eptingen werden die Tiere mittels einer temporären Absperrung zu im Boden eingelassenen Eimern geleitet, in die sie zwangsläufig fallen. Morgens und abends werden die Tiere dann über die Strasse getragen und in die Weiher entlassen, wo sie dem Laichgeschäft nachgehen. «Dank freiwilliger Helfer vom hiesigen Natur- und Verschönerungsverein und einem ‹Froschjäger-Chat› sind wir während der Laichzeit von etwa vier Wochen gut besetzt. So wurden bereits vergangenen Freitag 89 Kröten in die Weiher entlassen. Pro Saison sind es etwa 1000 Tiere», sagt Kürmann.
Die Gemeinde Tenniken bittet die Einwohner neben langsamem Fahren auch um das Entfernen der Tiere von der Strasse. Ebenfalls wichtig ist die Kontrolle von Schächten. Verirrte Tiere sollten rasch zum nächstgelegenen Biotop gebracht werden. Auch sollten den Weihern ab der Dämmerung ferngeblieben werden. Zu gross ist die Gefahr, dass dabei Tiere auf der Wanderung zertreten werden.


