Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 5 Zentimetern hinterlassen Spuren
Eine Superzelle fegte am Sonntag über das Grenzgebiet zwischen Solothurn und dem Oberbaselbiet. Für die Landwirtschaft in der Region Langenbruck/Eptingen war es ein Schlag zur Unzeit.
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Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 5 Zentimetern hinterlassen Spuren
Eine Superzelle fegte am Sonntag über das Grenzgebiet zwischen Solothurn und dem Oberbaselbiet. Für die Landwirtschaft in der Region Langenbruck/Eptingen war es ein Schlag zur Unzeit.
Melanie Frei
An manchen Stellen im Oberbaselbiet hätte man am Sonntagnachmittag meinen können, es sei Schnee gefallen. Doch was sich am 31. Mai über Langenbruck und Eptingen ergoss, war Hagel. Und das in einem Ausmass, das selbst Fachleute überraschte.
Meteorologisch hat das Ereignis einen klaren Namen: Eine Superzelle zog gegen 15 Uhr über das Grenzgebiet zwischen Solothurn und dem Oberbaselbiet. «MeteoSchweiz»-Meteorologe Alexander Giordano ordnet ein: «Laut Niederschlagsradar können in dieser Region lokal Hagelkörner bis zu 5 Zentimeter zustande gekommen sein», was eingegangene Fotos aus dem Ereignis bestätigten. Die meisten Meldungen hätten allerdings Korngrössen im Bereich von 1 bis 2 Zentimetern betroffen.
Die Wetterstation Langenbruck registrierte zwischen 14.50 und 15.00 Uhr 6,7 Millimeter Niederschlag, Barmelweid rund eine halbe Stunde später 9,8 Millimeter in 20 Minuten. Giordano betont: «Diese Werte sind nicht aussergewöhnlich, zudem sind die Messungen aufgrund des gleichzeitig auftretenden Hagels mit Vorsicht zu geniessen.»
Schlag für die Landwirtschaft
Die offizielle Unwetterwarnung der Stufe 3 war um 14.05 Uhr herausgegeben worden. Etwas sticht für Giordano jedoch ins Auge: «Aussergewöhnlich ist die Jahreszeit: Ende Mai war ein solches Ereignis in der bisherigen Klimatologie kaum zu erwarten», so der Experte.
Für die Baselbieter Polizei verlief der Einsatztag glimpflich. «Im Zusammenhang mit dem Unwetter kam es im ganzen Kantonsgebiet zu vereinzelten Ereignissen», teilt Mediensprecher Mischa Sigrist mit: Wasser in Kellern, umgestürzte Bäume, Äste auf Strassen. «Grössere Schadenlagen oder besondere Schwerpunkte in einzelnen Gemeinden waren nicht festzustellen.» Verletzte gab es keine, Rettungen aus gefährdeten Lagen ebenfalls nicht. Auch Gemeinderat Hans Weber aus Langenbruck gibt Entwarnung: Der Gemeinde seien keine gröberen Schäden gemeldet worden, Hagelbeschädigungen seien aber zu erwarten.
Schwerer traf es die Landwirtschaft. Martin Degen vom Hof Habsen in Eptingen zieht eine ernüchternde Bilanz: «Es war alles weiss vom Hagel, die Kulturen sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden.» Besonders hart traf es seine Kirschen und Zwetschgen. Bei den Kirschen habe man noch während des Unwetters Folien aufgelegt – jene ohne Schutz hätten harte Schäden erlitten, die man auszusortieren hoffe.
Bei den Zwetschgen ist für Degen klar: «Die sind nicht zu retten.» Den genauen Schaden beziffern könne er noch nicht. Erschwerend kommt für ihn der Markt hinzu: «Wenn es ein gutes Jahr gibt bei den Zwetschgen, dann werden wir Mühe haben, sie zu verkaufen. Wenn es generell ein schlechtes Jahr ist in der Schweiz, wird es vielleicht weniger schwierig mit dem Verkauf.» Für Degen ist es nicht das erste Mal: Im vergangenen Jahr, am 4. Juni, hatte ein ähnliches Unwetter die Region getroffen. Damals sei man noch mit einem blauen Auge davongekommen, so der Landwirt.