Standortgespräche auf Augenhöhe
30.01.2026 PolitikErnst Schürch, Landrat SP, Rünenberg
Im Januar und im Februar finden wie in jedem Schuljahr Standortgespräche in den Schulen statt. Seit einigen Jahren sind diese im Bildungsgesetz vorgegeben. Themen sind die Leistungen, das Verhalten und die ...
Ernst Schürch, Landrat SP, Rünenberg
Im Januar und im Februar finden wie in jedem Schuljahr Standortgespräche in den Schulen statt. Seit einigen Jahren sind diese im Bildungsgesetz vorgegeben. Themen sind die Leistungen, das Verhalten und die Fortschritte beim Lernen. Die Schülerin oder der Schüler, die Eltern und die Lehrpersonen führen dieses Gespräch im Sinne eines Austauschs. Alle sollen ihre Sicht einbringen können, auch bezüglich der weiteren Laufbahn, sei dies in einer weiterführenden Schule oder in der dualen Berufsbildung. Selbstverständlich können neben dem Standortgespräch weitere Gespräche geführt werden.
Mein Unterrichtsteam findet es wichtig, dass die Standortgespräche auf Augenhöhe geführt werden. Alle sollen sich gleichberechtigt einbringen können. Das Gespräch muss viel mehr als eine Abgabe von Informationen der Lehrpersonen sein. Für Informationen haben die meisten Schulen die Schuladministrationslösung (SAL). Dort können sich Eltern, Schülerinnen und Schüler jederzeit über Noten, Absenzen, Beobachtungen der Lehrpersonen und bevorstehende Prüfungen und An- lässe der Schule informieren. Es wäre also müssig, beim Standortgespräch lediglich in kurzer Zeit Informationen abzugeben, welche auch in SAL eingesehen werden können.
Aus diesem Grund rechnen wir mit einer Stunde für ein Standortgespräch. Manchmal braucht es etwas weniger, gelegentlich dauert ein solches Gespräch auch länger. Der Ablauf ist immer gleich. Zuerst äussert sich die Schülerin oder der Schüler zum ersten Semester des Schuljahrs, dann legen die Eltern ihre Sicht dar. Schliesslich machen das auch die Lehrpersonen, ergänzt durch Empfehlungen an die Schülerin oder den Schüler. Der Effekt dieser Reihenfolge ist, dass vor den Lehrpersonen meistens bereits alles Wichtige angesprochen wurde. Schülerinnen, Schüler und Eltern wissen in der Regel sehr genau, was wichtig ist und woran gearbeitet werden muss. Anschliessend werden Ziele für das zweite Semester formuliert. In den letzten zwei Schuljahren der obligatorischen Schule liegt der Fokus natürlich auch auf der Anschlusslösung nach der 9. Klasse.
Es ist wichtig, dass ein Standortgespräch auf Augenhöhe zwischen Gleichberechtigten geführt wird. Selbstverständlich haben alle ihre klar definierten Rollen und Aufgaben. Trotzdem darf ein solches Gespräch nicht zur reinen Abgabe von Informationen durch die Lehrpersonen verkommen. Schülerinnen, Schüler und Eltern sollen sich auch äussern und Fragen stellen können. Dadurch können gemeinsam Ziele formuliert und Verbindlichkeiten geschaffen werden. Das zahlt sich kurz- und langfristig für alle Beteiligten aus. Die Ergebnisse des Standortgesprächs werden in einer Aktennotiz festgehalten und von allen Teilnehmenden unterschrieben. Über die Verwendung der Aktennotiz entscheiden die Eltern. Ein auf Augenhöhe geführtes Standortgespräch wird allen Beteiligten gerecht. Aus Betroffenen werden Beteiligte.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

