Sportplatz dank Frosts und Freiwilliger
06.01.2026 BretzwilEisfläche auf dem Schulhausplatz für Schlittschuhlaufen und Hockey
Wenn die Temperaturen im Januar sehr tief sind, wird auf dem grossen Schulhausplatz von Bretzwil eine Eisfläche für Eishockey und Schlittschuhlaufen geschaffen. Dank der frostigen Temperaturen besteht ...
Eisfläche auf dem Schulhausplatz für Schlittschuhlaufen und Hockey
Wenn die Temperaturen im Januar sehr tief sind, wird auf dem grossen Schulhausplatz von Bretzwil eine Eisfläche für Eishockey und Schlittschuhlaufen geschaffen. Dank der frostigen Temperaturen besteht das Angebot für die Dorfbevölkerung erneut.
André Frauchiger
Seit rund vier Jahrzehnten verwandeln Freiwillige den Bretzwiler Schulhausplatz jeweils im Januar in eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen – sofern es die Temperaturen zulassen. Aufgrund der frostigen Wetterprognosen für die kommenden zwei Wochen machten sich Alt-Gemeinderat Beat Müller und Stefan Fasler an Silvester an die Arbeit. Mit einem Gartenschlauch spritzten sie während rund sieben Stunden dosiert immer wieder Wasser auf den grossen Schulhausplatz. Dies sehr sorgfältig, um Luftblasen im Eis zu vermeiden und eine fürs Schlittschuhlaufen wichtige, wirklich glatte Eisfläche zu schaffen.
Nach drei Gartenschlaucheinsätzen an Sylvester um 16 Uhr sowie am Neujahrstag um 1 und um 6 Uhr bestand bereits eine rund fünf Zentimeter dicke, sehr glatte Eisfläche, wie Beat Müller mit einigem Stolz erklärt. Die kleinen und grossen Eislauf-Fans konnten somit bereits an Neujahr aufs Glatteis. In der Gemeinde-App von Bretzwil war die Eislauf-Attraktion angekündigt worden – und sie wird rege von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt.
Nachtarbeit
Solange die Temperaturen tief sind, wird diese Attraktion für die Bevölkerung bestehen bleiben. Jeden Tag seit Neujahr wird am Abend, nachts und oder am frühen Morgen die Eisfläche mit weiterem Wasser wieder aufbereitet, wie Beat Müller ausführte. Auf diese Weise könne die gute Qualität des Eises erhalten werden. In der Nacht auf Samstag war der Aufwand besonders gross: Der abendliche Schneefall hatte zur Folge, dass die Eisfläche zu nächtlicher Stunde, von 1 bis 4 Uhr morgens, sorgfältig vom Schnee befreit werden musste.
Der Gartenschlauch kann jeweils unkompliziert an den Wasserhahn im Raum der Spielgruppe unter dem benachbarten Gemeindezentrum angeschlossen werden – eine grosse Erleichterung für die Eismacher. Das benötigte Wasser wird von der Gemeinde Bretzwil gesponsert.
Damit sich Eishockeyspieler und Schlittschuhläuferinnen und -läufer nicht in die Quere kommen, ist von Anfang an ein langer Trennbalken aus Holz in der Mitte der rund 30 mal 40 Meter grossen Eisfläche platziert worden. Im hinteren Teil wird Hockey gespielt, im vorderen Teil drehen alle anderen ihre mehr oder weniger eleganten Runden.
Beat Müller, Stefan Fasler, Markus Brodbeck und weitere Beteiligte hatten im Januar 1989 nach längerem Unterbruch die Bretzwiler Eisfeld-Tradition wieder aufleben lassen. Seither sieben Mal – letztmals im Jahr 2021. Ansonsten waren die Januar-Temperaturen nicht lange genug so tief, dass sich das Eis machen gelohnt hätte. «Es macht einfach Spass, es ist fast wie meditieren», schwärmt Beat Müller vom stundenlangen Wässern des Schulhausplatzes – bei bitterer Kälte notabene. Er möchte die Tradition nicht missen. Und er freut sich über die fröhlichen Gesichter aller Schlittschuhläuferinnen und -läufer, von den manchmal ziemlich wilden Eishockeyspielerinnen und -spielern gar nicht zu reden.
Während der ersten Tage Eiszeit kamen täglich jeweils bis zu 50 Personen wenn nicht sogar mehr zum Eislaufen. Mehr noch: Am Samstag wurden von privater Seite beim Eisfeld sogar Glühwein, Würste und Weihnachtsgutzi gereicht. Aufgrund des grossen und überaus positiven Echos steht für Müller ausser Zweifel: Diese Tradition wird auch in Zukunft gepflegt.




