Sport an der Schule
07.07.2026 BRIEFEGrosszügig bei Olympia, knauserig im Schulsport
Kürzlich hat das Bundesamt für Sport (Baspo) bekanntgegeben, dass alle Sportvereine, die Jugendfördergelder beziehen, in ihren Statuten neu eine geschlechterbezogene Quotenregelung und eine ...
Grosszügig bei Olympia, knauserig im Schulsport
Kürzlich hat das Bundesamt für Sport (Baspo) bekanntgegeben, dass alle Sportvereine, die Jugendfördergelder beziehen, in ihren Statuten neu eine geschlechterbezogene Quotenregelung und eine Amtszeitbeschränkung festzuschreiben (Vorstände und Organisationen). Andernfalls würden die Fördergelder J+S gestrichen.
Dann folgte die Ankündigung von Beitragskürzungen für den Bereich J+S. Grund dafür sind Kosteneinsparungen beim Baspo. Argument: Es entwickeln sich immer mehr Sportarten und immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen die vielen Angebote.
Jetzt neu soll das Obligatorium für drei Lektionen Sport pro Woche wegfallen. Die Verantwortung soll künftig im Zuge der «Entflechtung 27» komplett den Kantonen übertragen werden.
Fällt das Obligatorium weg, ist jeder Kanton frei, ob er die drei Sportlektionen pro Woche weiterführen, kürzen oder abschaffen will. Ich empfinde das als eine Katastrophe. Die Kinder haben doch im Rahmen der Schule leichten Zugang zu Bewegung. Sie erfahren Teamgeist und Wettkampf, lernen zu verlieren, lernen auch zu schwimmen (wichtig!) und finden so den Weg zu den Vereinen. Sport wirkt auch integrativ, ein wichtiger Faktor.
Letztendlich bedeutet der Wegfall des Obligatoriums nichts anderes, als dass es weniger Schulsportstunden geben wird. Die Pensen der Turn- und Sportlehrpersonen sinken und die Nutzung von Hallen und Aussenplätzen reduziert sich. Man kann so Kosten und Aufwand sparen, allerdings auf Kosten von Schülerinnen und Schülern.
Im krassen Gegensatz dazu sollen im Jahr 2038 in sage und schreibe zehn Kantonen die Olympischen Winterspiele stattfinden. Dieser Anlass kostet voraussichtlich etwa 2,2 Milliarden Franken, ist den Medien zu entnehmen. Der Bund wird sich mit 200 Millionen Franken beteiligen. Viel Geld. Die Frage sei erlaubt, wer von Olympia profitiert. Sicher nicht der Schulsport, dort wird man ja sparen wollen.
Stefan Saladin-Bochin, alt Präsident, IG Ortsvereine Liestal
