Soul in der Kletterhalle Hebdi
18.02.2025 Bezirk LiestalEs gab an vier Tagen Live-Musik zu hören
Im Rahmen des «Hear&Now»-Musikfestivals in Liestal konnte das Publikum den Klängen der vierköpfigen Band «A Fistful of Twist» lauschen und in die Soulmusik vergangener Tage abtauchen.
Iris ...
Es gab an vier Tagen Live-Musik zu hören
Im Rahmen des «Hear&Now»-Musikfestivals in Liestal konnte das Publikum den Klängen der vierköpfigen Band «A Fistful of Twist» lauschen und in die Soulmusik vergangener Tage abtauchen.
Iris Bösiger
Am Samstagabend beehrte die Band «A Fistful of Twist» eine der fünf Locations des «Hear&Now»-Musikfestivals in Liestal: das «Hebdi» im Ziegelhof Areal. Die Formation besteht aus drei Musikern und einer Sängerin und ihr Sound ist eine Mischung aus 1960er-Jahre-Soul, Reggae und Arabic Surf. Zu Beginn sah es noch eher düster aus für dieses Konzert. Nur wenige Besucherinnen und Besucher tummelten sich an der Bar und ein paar kleine Gruppen sassen am Rand entlang der Tanzfläche.
Vom Moment an, als die Bandmitglieder ihre Instrumente in die Hände nahmen, füllte sich der Platz vor der Bühne und die Leute tanzten von Anfang an mit, was einen die Grösse dieses Saals und das dürftige Erscheinen des Festivalpublikums etwas vergessen liess.
Kletterhalle
Das Setting war doch eher speziell – denn das «Hebdi» ist eine Kletterhalle. Die Band spielte auf der Auffangmatte unter den Kletterwänden und bekam nur dank circa 5 Zentimeter dicken Holzplatten etwas Halt unter den Füssen. Der Bassist Pascal Grünenfelder hatte nicht viel zu befürchten, aber wenn Schlagzeuger Samuel Dühsler so richtig auf seine Felle donnerte, sah es aus, als würden sie demnächst in alle vier Himmelsrichtungen davon fliegen. Die Musiker machten das Beste daraus und fegten souverän ihre Rhythmen durch die Kletterhalle.
Neben selbst komponierten und rein instrumentalen Stücken, in denen der vielseitige Gitarrist Gilbert Trefzger mit seinen eingängigen und komplexen Läufen begeisterte, wurde das Trio von der Sängerin Tatiana Heintz unterstützt, die mit Inbrunst bekannte bis weniger bekannte Cover-Songs ins Publikum schmetterte. Heintz’ Art zu singen, in sehr tiefen wie auch sehr hohen Tönen, versetzte einen zurück in die 1990er-Jahre. Die versierte Vokalistin passte sich den improvisierten Teilen der Songs gekonnt an.
Die Formation bot zwei schöne Sets, unter anderem mit Songs von Stevie Wonder, Aretha Franklin, Bob Marley und Womack and Womack. Nach der Pause stand auch der Präsident des «Hear&Now» Musikfestivals Thomi Weiss immer wieder spontan auf der Bühne und übernahm die Percussion für diese bunte Combo. Nach über zwei Stunden Live-Musik war dann Feierabend.
Das Festival
irb. Bereits seit 2018 bemüht sich das Team rund um das «Hear&Now» Musikfestival, ein diverses Programm anzubieten. Heuer fand das Festival vom 13. bis 16. Februar statt. In der Klavierwerkstatt konnte man unter anderem dem «Colin Vallon Trio» oder Jeppe Zeeberg zuhören. In der ausverkauften Kulturscheune erklangen am Sonntag die drei wunderbaren Stimmen von Christine Lauterburg, Barbara Berger und Nathalie Huber, die mit ihrem Projekt «Die rote Zora» in neue Sphären eintauchen. Und am «Mitmach-Konzert» im Palazzo durfte jeder mitmachen – mit Utensilien wie Donnerblech, Knackfröschen, Schrauben und dergleichen. Die katholische Kirche war auch mit dabei und bildete den perfekten Rahmen für das Chorprojekt «Choeur3» von Michel Godard und Abélia Nordmann.

