Sommermarkt mit Hilfe aus Liestal
24.02.2026 SissachGemeinde und Marktverband unterzeichnen Vereinbarung
Der Sissacher Sommermarkt wird neu gemeinsam von Gemeinde und Marktverband durchgeführt. Für die Akquisition der Teilnehmer und die Standvergabe ist neu der frühere Liestaler Marktchef, Mario Gratzer, verantwortlich.
...Gemeinde und Marktverband unterzeichnen Vereinbarung
Der Sissacher Sommermarkt wird neu gemeinsam von Gemeinde und Marktverband durchgeführt. Für die Akquisition der Teilnehmer und die Standvergabe ist neu der frühere Liestaler Marktchef, Mario Gratzer, verantwortlich.
Christian Horisberger
Die Hartnäckigkeit des Marktverbands Nordwestschweiz hat sich ausgezahlt. Der Sissacher Sommermarkt wird dieses Jahr wieder stattfinden, und zwar am 24. Juni, dem Mittwoch vor den Sommerferien. Wäre es nach dem Gemeinderat gegangen, gäbe es im Bezirkshauptort nur noch den Frühlings- und den Herbstmarkt. Jenen im Sommer hatte er wegen schwacher Teilnahme seitens Marktfahrer und geringem Publikumsinteresse per 2024 gestrichen. Die Gemeindeversammlung klopfte dem Gemeinderat aber auf die Finger und drehte den Entscheid auf Antrag eines in Sissach lebenden Markthändlers. Nach zweijährigem Unterbruch wird er dieses Jahr wieder stattfinden.
Der regionale Marktverband hatte sich gegen die Abschaffung mit einer Petition gewehrt und der Gemeinde angeboten, seinen Beitrag zu leisten, um den Sommermarkt wieder zum Erblühen zu bringen. Die zuständige Gemeinderätin Svenja Pichler (FDP) nahm die Marktfahrer beim Wort. Sie erarbeitete mit dem Verband eine Vereinbarung, in welcher dieser in die Pflicht genommen wird.
Marktchef importiert
Kern der Vereinbarung, die am Freitag von Gemeinderätin Pichler und dem Co-Präsidium des Marktverbands, Nadine Waltzer und Gian Jonasch, unterzeichnet wurde, ist die Verantwortung für die Akquisition der Teilnehmenden. Diese geht von der Gemeinde auf den Verband über, wie Svenja Pichler im Anschluss an den offiziellen Akt sagte. Wobei sie betonte, dass die Vereinbarung ausschliesslich den Sommermarkt betrifft: Bei der Organisation der Märkte im Frühling und im Herbst hat weiterhin alleine die Gemeinde das Sagen.
Für die zentrale Aufgabe in der Marktplanung hat der Verband nicht etwa ein Vorstands- oder ein Vereinsmitglied eingesetzt, sondern dafür den langjährigen Marktchef der Stadt Liestal, Mario Gratzer, ins Boot geholt. Dessen Trümpfe seien die langjährige Erfahrung und gute Vernetzung in der Szene, aber auch die Tatsache, dass er vom Verband mandatiert ist, sagte Nadine Waltzer. Diese scheinen zu stechen: Laut der Co-Präsidentin sind kurze Zeit nach Beginn des Anmeldeprozesses bereits 40 Standplätze vergeben worden, ein guter Start, wie sie findet.
Anders als es Jonasch einst in Erwägung gezogen hatte, soll der Zuschlag für einen der begehrten Standplätze am Herbstmarkt nicht an eine Teilnahme am Sommermarkt geknüpft werden: «Jetzt haben wir eine neue Ausgangslage. Wir können nun mitreden.» Und die neue Kraft bewähre sich ja.
Vorerst für ein Jahr
Nichts Konkretes verriet der Co-Präsident darüber, wie sein Verband auch wieder mehr Besucherinnen und Besucher an den Markt locken will und wie er gedenkt, den Anlass fürs Publikum attraktiver zu gestalten. Es existierten Ideen, sagt er, zuerst aber wolle man dafür sorgen, dass ein gutes und breites Angebot geschaffen werden kann.
Die Vereinbarung zwischen Marktverband und Sissach gilt zunächst für ein Jahr. Aufgrund der im Sommer gemachten Erfahrungen soll sie angepasst und längerfristig abgeschlossen werden, erläuterte Pichler. Nach Dornach und Muttenz ist Sissach damit der dritte Marktort, bei dem die Standortgemeinde die Organisation mit dem Marktverband Nordwestschweiz teilt. Waltzer betonte, dass man solche Engagements keineswegs suche: «Wir sind ein Branchenverband und keine Eventfirma.»
Svenja Pichler freut sich, dass der Sommermarkt wieder stattfinden wird, sagte sie nach der Vertragsunterzeichnung. Zufrieden ist sie damit, dass die Kreise, die für dessen Erhalt gekämpft haben, stärker in die Verantwortung genommen werden. Die Verbandsspitzen dürften mit der erzielten Einigung ebenfalls zufrieden sein. Denn sie haben auf der ganzen Linie gewonnen: Der Sommermarkt findet wieder statt, sie können mitreden und -gestalten und «ihr» Marktchef wird erst noch von der Gemeinde Sissach bezahlt.

