Sissacher Geschichte
03.09.2026 BRIEFEIhm haben wir viel zu verdanken
Zum Artikel «Fritz Hodel: Knickerbocker, Krawatte und Kamera» in der «Volksstimme» vom 21. August, Seite 6
Mit grossem Interesse habe ich die verschiedenen Artikel über Themen gelesen, welche die ...
Ihm haben wir viel zu verdanken
Zum Artikel «Fritz Hodel: Knickerbocker, Krawatte und Kamera» in der «Volksstimme» vom 21. August, Seite 6
Mit grossem Interesse habe ich die verschiedenen Artikel über Themen gelesen, welche die Dorfgeschichte Sissachs anlässlich des 800-jährigen Bestehens der Gemeinde thematisieren. Hoffentlich gibt es einmal eine Zusammenfassung in Heft- oder Buchform.
Zu Fritz Hodel: Dass Fritz Hodel – dem markigen, couragierten, initiativen und streitbaren, im öffentlichen Raum durch seine Erscheinung (Knickerbockerhosen, Krawatte und Kamera) sofort erkennbaren Sissacher Einwohner – eine längere Erläuterung gewidmet ist, hat mich sehr gefreut. Auf meinen Götti Fritz, wie ich meinen Paten nannte, war ich von Kind an stolz. Bereits als Sekundarschüler erkannte ich seine Courage, Beharrlichkeit und seinen Einsatz für Belange der Natur und der Öffentlichkeit. Er hatte mich als 14-Jährigen aufgefordert, bei der Pflanzung der Hecke auf der Wintersingerhöhe mitzuhelfen. Es befriedigt mich sehr, dass diese heute noch steht.
Manchmal mag Fritz Hodel mit seinen Aktivitäten auch übers Ziel hinausgeschossen und Leute vor den Kopf gestossen haben. Aber im Grossen und Ganzen war er ein Mann der Tat – mutig, aufrichtig und zielstrebig. Eine seiner Eigenarten war, dass er seine Wünsche stets in Befehlsform ausdrückte: «Du muesch mir …» Das anständige Fragen nach etwas schien ihm eher fremd zu sein. Ebenfalls, wenn ich ihn antraf, war er stets in Eile: «I ha kei Zyt, also adjeu!»
Einen sehr grossen Verdienst haben wir Fritz Hodel und seinem Freund Hans Buser-Karlen, die sich enorm für den Erhalt der Ebenrain-Allee, ja des ganzen südlichen Parks eingesetzt hatten, ebenfalls zuzuschreiben: In den 1960er-Jahren war die «Umfahrungsstrasse» für Sissach über dem Bachbett der Ergolz durch ganz Sissach geplant. Hätten sich die beiden, Fritz Hodel und Hans Buser-Karlen, nicht so vehement gegen dieses, heute als Irrsinn betrachtete Projekt mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr gesetzt, würde wohl, wie in Lausen, heute eine durchgehende, Tag und Nacht, Lärm und Gestank verursachende, das Dorf teilende Betonschlange durch Sissach ziehen. Heute absolut unvorstellbar. Diesen beiden strammen Männern haben Sissach und sein Umfeld also sehr viel zu verdanken!
Ich finde es sehr wichtig, auch den heutigen Einwohnern immer wieder in Erinnerung zu rufen und bewusst zu machen, dass sich Zivilcourage und Einsatz für die Gemeinschaft nachhaltig auswirken können – auch wenn es für die dafür einstehenden Personen gewiss nicht immer einfach ist, für ihre Überzeugung zu kämpfen!
Hans Frech-Schweizer, Zunzgen
