«Sind noch nicht über dem Berg»
31.03.2026 BaselbietFrost und nasskaltes Wetter bringen regionale Obstbauern ins Zittern
Der Wintereinbruch in der vergangenen Woche kam für die Baselbieter Obstbauern zur heiklen Zeit. Während einige Kulturen bereits blühen, sorgt der Frost für Unsicherheit bezüglich der Ernte. ...
Frost und nasskaltes Wetter bringen regionale Obstbauern ins Zittern
Der Wintereinbruch in der vergangenen Woche kam für die Baselbieter Obstbauern zur heiklen Zeit. Während einige Kulturen bereits blühen, sorgt der Frost für Unsicherheit bezüglich der Ernte. Erste Einschätzungen fallen vorsichtig optimistisch aus.
Pascal Kamber
Gegen Ende der vergangenen Woche kamen die Winterliebhaber in der Region nochmals auf ihre Kosten. Eine Kaltfront brachte Wind, Schnee und eisige Temperaturen in die Schweiz. Keine Freudensprünge löste der Wintereinbruch hingegen bei den Bauern in der Region aus: Mit Paraffinkerzen und Folien versuchten sie am Wochenende, ihre Obstkulturen vor der Kälte und dem Frost zu schützen. Mit Erfolg, wie es scheint. So liess Marc Brodbeck, Präsident des Bauernverbands beider Basel, gegenüber dem «Regionaljournal Basel» verlauten, dass keine grossflächigen Frostschäden verzeichnet wurden.
Das bestätigt auch Dominik Dettwiler: «Man sieht zwar einige Spuren, aber der Schaden ist bis jetzt nicht gross.» Der 39-Jährige führt in Buus den Hardhof und ist Präsident des Vereins Öffentlichkeitsarbeit Baselbieter Obst, der 2010 aus dem Baselbieter Obstverband hervorging. Dettwiler betont jedoch, dass es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig sei, den effektiven Schaden zu beziffern. «Was die Kälte im Innern der Blütenanlage angerichtet hat, kann ich noch nicht sagen. Es wächst sicher weiter, ob es aber Früchte gibt, erfahre ich erst später», sagt Dettwiler, der Kirsch-, Apfel- und Zwetschgenbäume besitzt. Generell sei alles gefährdet, was momentan schon Blüten trage, «also auch Aprikosen und Zwetschgen». Die nächsten Wochen werden zeigen, wie es um die verschiedenen Kulturen stehe. «Wir sind noch nicht über dem Berg», warnt Dettwiler.
Das Risiko steigt
Der Buusner zeigt sich nicht überrascht, dass der Winter ins Baselbiet zurückgekehrt ist. Kalte Tage mit Minusgraden gebe es immer wieder in dieser Jahreszeit. «Es ist nicht neu, dass man im Frühling Angst um die Früchte haben muss», sagt Dettwiler. Aus diesem Grund sei es schwierig einzuschätzen, ob die Natur im Fahrplan liege oder nicht. «Ich hatte den Eindruck, dass es in den vergangenen Wochen vorwärts ging mit unseren Pflanzen, die kühlen Nächte aber ihren Trieb bremsten», sagt Dettwiler. Der Frost habe meistens viele Gesichter und sei deshalb schwierig zu bekämpfen. Kälte, Regen, Schnee und Wind verhalten sich bei jedem Frostereignis im Frühling anders. Entsprechend gross sei die Herausforderung, dabei die richtigen Entscheide mit dem Fortschritt der Kultur zu treffen.
Der Klimawandel gibt ihm trotzdem zu denken. «Es wird wärmer, und die extremen Wettersituationen häufen sich», sagt Dettwiler. Als Folge der wärmeren Winter treiben die Pflanzen früher aus oder blühen früher. Dadurch sind empfindliche Teile länger der Gefahr von Frost ausgesetzt. Gleichzeitig nimmt dabei das wirtschaftliche Risiko für die Bauern zu. «Der Obstbau hat sich an vielen Orten von einem Nebengeschäft zu einem eigenen Betriebszweig entwickelt. Erfriert alles, wird es schlimmer, weil dann die Haupteinnahmen wegfallen», sagt Dettwiler.
Der Blick auf die Wetterprognosen dürfte die Gemüter deshalb beruhigen. Über die Ostertage sind Sonnenschein und Temperaturen bis zur 20-Grad-Marke angekündigt. Auch wegen solcher Schwankungen macht sich Dettwiler nicht zu viele Gedanken wegen des Wetters. «Wir arbeiten immer noch mit der Natur», sagt der Landwirt.

