Süessigkäite si Glücksach
08.10.2026 PersönlichChürzlich het mi öpper gfrogt, wie das äigentlich mit de Bummeli sig im Laufedaal. Är als Schwarzbueb säg dene Gutzi. Was isch äigentlich was und werum?
Han i dänkt, i lueg mer das chli gnauer aa, schliesslich isch glii Herbschtmäss z Basel, denn ...
Chürzlich het mi öpper gfrogt, wie das äigentlich mit de Bummeli sig im Laufedaal. Är als Schwarzbueb säg dene Gutzi. Was isch äigentlich was und werum?
Han i dänkt, i lueg mer das chli gnauer aa, schliesslich isch glii Herbschtmäss z Basel, denn will me jo sprochlich grüschtet sii am Süessigkäitestand. S isch aber gar nid so äifach mit dene chäibe Zückerli. Wenn ig als Nunniger nämli z Basel e Gutzi verlang, überchumm i e Chröömli, aso e Guetzli, aso das, wo im grosse Kanton Keks häisst. Räin sprochlich isch das nid lätz, will Guetzli und Gutzi äifach abgläitet si vo «guet» – und guet isch jo beedes, e süesses Gebäck und e Zuckergschläck.
Aber wenn i würklich Bonbons wett, aso glasigi Zuckerstückli mit irgendeme Gschmack, denn müesst i z Basel koräkterwiis nach Dääfeli frooge. Die häisse so, will d Zuckermasse flach ufene Bläch gstriche wird, bevor me se häiss macht und ushertet und denn i chliini Stückli schniidet, i Dääfeli ebe. Im Oberbaselbiet säit mene o soo. D Brätzbler häis a dr Mäss aso liichter as mir Nunniger mit öisne Gutzi.
I chönt nadürlig mit de Sugus hingefüüre cho. So häi mir früecher allne Zuckerbölle gsäit, wo gummig sii und a de Zeen chlääbe. Nid nume de Sugus sälber. Aber a dr Mäss säiti mer d Frau am Stand vermuetli, fürne Sugus söll i i Coop goo. Äänlichs chönt öpperem us Blaue oder Lieschberg basiere. Dött säit me em Bonbon nämlig äifach Zugger oder Züggerli. Aber bstell emoll am Märtstand e Zucker! Bi öis gits Mässmögge und Maagemorselle und Raamdääfeli und brennti Mandle oder miiraa Beggeschmütz. Mir häi doch nid äifach brofaane Zucker doo!
Ganz aarig würds, wenn e Fricktalere chiem, sägemer us Obermumpf, und e Chröömli bstellti. Ig als Schwarzbueb geeb ere wi gsäit öppis Bachnigs, e Nussstängeli oder e Bääredatze oder e Brätzeli. Aber sicher käi Bonbon. Aber genau das hät si gmäint mit Chröömli! Guet. Sprochlich isches ganz äänlich wi bim Guetzli: Chröömli chunt vo «Chraam» und bedüttet ursprünglich äifach e Mitbringsel. Das cha jedi Art vo Süessigkäite sii. Aber e Zuckerbolle isch trotzdäm und partout käi Süessgebäck.
Zrugg zum Usgangspunkt, em Bummeli. Das Wort könnt me tatsächlich nume z Laufe und täilwiis no i de Nochberdörfer ringsum. E veritaable Laufenismus! I ha immer gmäint, Bummeli sig äfach e mundartlichi Verschliffig vo Bonbon, tönt jo fascht gliich. Stimmt aber gläb nit. Bumme oder Bummeli säit me nämlig enere chliine Chugele us Iise oder Stäi oder Glas, iigschwizerdütscht us französisch «bombe». Typischerwiis rede si z Laufe vo Ricolabummeli – und das si jo würklich chliini, rundlichi Stückli, chliini Bömbeli. Und definitiv käni Dääfeli.
Aber mit Bummeli chasch a dr Mäss o nid cho. Wenn de witt sicher goo, zäigsch amänd äifach mitem Finger uf das, wo di gluschtet. Alls angere chönt Diskussione gää.
Markus Gasser (1966), Schwarzbube, geboren und aufgewachsen in Nunningen, Solothurn. Sprach- und Mundartredaktor bei Schweizer Radio SRF. Eine Folge seines Podcasts «Dini Mundart» widmet sich dem Thema «Sprache und Macht bei Stadtnamen». www.srf.ch/audio.

