Bisher verfügt die Gemeinde nur über wenige Gewässer
In Lampenberg haben diese Woche die Bauarbeiten für sechs Weiher begonnen. Mit dem Projekt will der Verein «Natur WB-Tal» die Biodiversität fördern und Lebensräume für bedrohte Arten ...
Bisher verfügt die Gemeinde nur über wenige Gewässer
In Lampenberg haben diese Woche die Bauarbeiten für sechs Weiher begonnen. Mit dem Projekt will der Verein «Natur WB-Tal» die Biodiversität fördern und Lebensräume für bedrohte Arten schaffen.
Willi Wenger
Die Spatenstiche für zwei Weiher in Lampenberg haben gewissermassen eine Aufbruchstimmung ausgelöst. Der Verein «Natur WB-Tal», der das Projekt unter der Leitung von Sepp Nussbaumer initiiert hat, zeigte sich erfreut, dass der Bau nun tatsächlich in Angriff genommen wird. Auch Vertretende der Gemeinde, von Naturschutzorganisationen, des Forstes, der Jagd und der beteiligten Firmen nahmen am frühen Montagmorgen am Start der Bauarbeiten teil.
Nussbaumer hatte bereits vor zwei Jahren Projektideen bei der Abteilung Natur und Landschaft der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion eingereicht – und stiess dort auf offene Türen. Der Kanton beauftragte das Liestaler Ingenieurbüro Götz, die ökologische Vernetzungssituation in Lampenberg im Rahmen des Aktionsplans «Glögglifrosch» (Dialektname der Geburtshelferkröte) zu prüfen und in einem Übersichtsplan festzuhalten.
Projektleiterin Céline Evéquoz vom Büro Götz bezeichnete das Vorhaben am Montag als wertvoll – auch weil sich der Mangel an Gewässern in Lampenberg deutlich in der Biodiversität niederschlage. In ihrem Bauprojektbeschrieb hält sie zudem fest, dass das Gebiet um das Dorf als ornithologisches Defizitgebiet gilt und das bisherige Weiherinventar nur wenige Stillgewässer aufweist. Evéquoz zeigte sich zuversichtlich, dass dadurch die Amphibien- und Insektendichte steigt. Gleichzeitig verbessere sich das Nahrungsangebot für Vögel, Reptilien und Fledermäuse, was wiederum weiteren Tierund Pflanzenarten zugutekomme.
Aushub wird nicht entsorgt
Die insgesamt sechs geplanten Weiher sollen laut Nussbaumer bestehende Lebensräume vernetzen und vergrössern. «Alles in allem», sagte er im Gespräch mit der «Volksstimme», «geht es darum, strukturreiche Stillgewässer zur Förderung des Glögglifroschs und der Biodiversität anzulegen.» Der Verein «Natur WB-Tal» hat als Bauherrschaft ein anspruchsvolles Projekt erarbeitet: Vier Weiher entstehen im Offen- und Landwirtschaftsland, zwei im Wald. Zusammen bilden sie ein Ensemble, das ein breites Spektrum an Lebensräumen bietet.
Die Weiher werden zwischen 20 und 70 Quadratmeter gross und erreichen Tiefen von 80 bis 130 Zentimetern. Vielfalt in Grösse und Struktur gilt als entscheidend für eine erfolgreiche Förderung der Biodiversität. Die Abdichtung erfolgt mit einer Kautschukfolie, die mit Schutzvlies überdeckt wird. Darauf wird das Weihersubstrat aus Gelbkies, Kalkschroppen und Kalksteinen eingebracht. Die Kalksteine bieten Unterschlupfmöglichkeiten im Wasser wie an Land und stabilisieren steilere Böschungen. Der Aushub wird für die Dämme wiederverwendet, sämtliches Material bleibt vor Ort. Die Landlebensräume entstehen in unmittelbarer Weiherumgebung, wo Kalksteine mit Totholz wie Wurzelstöcken ergänzt werden. Alle Weiher erhalten ein Ablasssystem oder einen Pumpenschacht, um die Pflege sicherzustellen.