Sechs Oberbaselbieter werden geehrt
21.11.2024 RegionKommenden Donnerstag wird der Baselbieter Sportpreis verliehen. Der nominierte Orientierungsläufer Tino Polsini vertritt das Oberbaselbiet bei der Wahl in Pratteln.
Luana Güntert und Tobia Benaglio
Heute in einer Woche ist es so weit: Der Baselbieter Sportpreis sowie die Anerkennungs- und Förderpreise werden verliehen. Während bereits jetzt klar ist, wer «anerkannt» und gefördert wird, stellt die Entscheidung um den Hauptpreis den wichtigsten Teil der Feier in Pratteln dar. Die Sportarten der nominierten Personen könnten nicht unterschiedlicher sein: Tino Polsini macht OL, Madlaina Matter spielt Volleyball bei Sm’Aesch-Pfeffingen sowie in der «Nati», und Arnold Gjergjaj boxt.
Polsini vertritt als Gelterkinder das Oberbaselbiet. Er holte sich heuer bei seiner WM-Premiere die Silbermedaille im Sprint. Zudem wurde er in dieser Disziplin Schweizer Meister und erzielte im Weltcup starke Klassierungen.
«Diese Nomination ist wahnsinnig und ehrt mich», so der 25-Jährige. Sie stelle quasi eine Krönung seiner erfolgreichen Saison dar – würde er gewählt, wäre das dann die Krönung der Krönung. Seine Chancen gegen Matter und Gjergjaj kann er schlecht einschätzen. «Auch wenn ich denke, dass ein Sieg nicht unmöglich ist, lasse ich es auf mich zukommen.» Lieber freue er sich dann über den 3. Platz, als enttäuscht zu sein.
Den Preis – 10 000 Franken als Gewinner, 6000 und 4000 als Zweitoder Drittplatzierter – wird Polsini in den Sport investieren und sparen. «Ich bin meistens knapp dran, da kann ich es gut gebrauchen», sagt er.
Unter den drei Geehrten, die einen Anerkennungspreis erhalten, ist Heiner Krattiger. Der Zunzger war während 50 Jahren im Vorstand des Schiessvereins Zunzgen-Tenniken – davon 24 als Präsident. Als ihn der Leiter des Sportamts, Thomas Beugger, während seinen Ferien via Telefon informierte, dachte er sich: «Ich war doch nur ein einfacher Bereichspräsident.» Für den 76-Jährigen ist der Preis ein toller Abschluss seiner Funktionärskarriere.
Bereits am vergangenen Donnerstag durfte Krattiger an der «Sportnacht» des Panathlon Club beider Basel den «Ehrenpreis an die guten Geister im Sport» entgegennehmen. «Ich konnte also schon für die Verleihung in Pratteln üben», sagt er und lacht. Der Preis vom Sportamt ist für ihn eine Würdigung seiner Sportart. «Schiessen wird von einigen noch immer mit etwas Bösem und dem Töten in Verbindung gebracht», erklärt er. Solche Preise, aber auch sportliche Erfolge – zum Beispiel vom Zunzger Schützen Adrian Schaub – förderten das Verständnis für den Schiesssport.
Seinen Preis widmet Krattiger einerseits all jenen, die in Vereinen im Hintergrund tätig sind und so zu Erfolgen beitragen. Er möchte damit aber auch seiner Frau danken, ohne die sein jahrzehntelanges Engagement nie möglich gewesen wäre. «Hanni» habe ihm stets viel Verständnis entgegengebracht und ihn unterstützt. Die Familienaktivitäten wurden nicht selten dem Schiessverein untergeordnet.
Ehrung für junge Gelterkinder
Einen Förderpreis für ausserordentliche Leistungen erhalten unter anderem zwei junge Gelterkinder: Die beiden Nachwuchs-Weitspringer Elijah Thommen und Noah Hasler werden geehrt und können sich über das Preisgeld von 5000 Franken freuen.
Beide zeigen sich stolz: «Es ist schön zu sehen, dass meine Karriere und meine Leistungen verfolgt und gewürdigt werden. Das motiviert mich extrem, für meine sportlichen Ziele zu kämpfen», freut sich Thommen und ergänzt: «Ich hätte nie gedacht, dass ich für den Preis überhaupt infrage komme.» Es sei eine tolle Überraschung gewesen. Für Hasler ist der Preis vor allem eine Bestätigung, dass sich die vielen intensiven Trainings auszahlen. Aufgrund seiner Konstanz durch das ganze Jahr mit neuen Bestleistungen und dem 6. Rang an der U-18-EM hatte er genügend Erfolgserlebnisse, die ihm den Preis ermöglichten. Auch Thommen hat eine turbulente und erfolgreiche Saison hinter sich: Mit 19 Jahren nahm er an seiner ersten Para-WM in Japan teil. Dort war er nicht nur dabei, sondern sprang gleich in die Top 8 und in den Final.
Weiter erhält die Rothenflüher Unihockeyspielerin Simea Gerber einen Förderpreis für ihre Einsätze in der U21-«Nati» und bei Basel Regio. Auch der Oltinger Bob-Anschieber Dominik Hufschmid wird mit dem Preis gefördert. Er konnte in Junioren- und Aktiv-Bobteams an die WM und hat das Ziel, sich für Olympia 2026 aufzudrängen.
Über den Sportpreis entscheiden drei Parteien. In geheimer Abstimmung haben die Vereinigung Basellandschaftlicher Sportjournalisten sowie die IG Baselbieter Sportverbände gewählt. Zudem läuft bis zum 25. November noch ein Onlinevoting, bei dem die Bevölkerung abstimmen kann. Zuletzt können die Nominierten dann vor Ort am 28. über das Saal-Voting noch Stimmen erhalten.
Online-Abstimmung auf www.birsforum.ch/ de/baselbieter-sportpreis-2024

