Sanierung wird Neubau vorgezogen
17.10.2024 WittinsburgEine Vorstudie der Gemeinde Wittinsburg hat ergeben, dass sich eine Totalsanierung der alten Turnhalle lohnt und auf einen Neubau verzichtet werden kann. Gemeindepräsidentin Caroline Zürcher will das Thema «Projekt Turnhalle» für einen Grundsatzentscheid der nächsten ...
Eine Vorstudie der Gemeinde Wittinsburg hat ergeben, dass sich eine Totalsanierung der alten Turnhalle lohnt und auf einen Neubau verzichtet werden kann. Gemeindepräsidentin Caroline Zürcher will das Thema «Projekt Turnhalle» für einen Grundsatzentscheid der nächsten Gemeindeversammlung vorlegen.
André Frauchiger
Rund 50 Einwohnerinnen und Einwohner von Wittinsburg fanden sich am Dienstagabend zum Informationsanlass über die Resultate der Vorstudie für die zukünftige Turnhalle im Dorf ein. Vorgestellt wurden die Ergebnisse vom federführenden Sissacher Architekturbüro Lehner + Tomaselli. Projektleiterin Damiana Imhof erläuterte die Abklärungen, die sich im Wesentlichen um die Frage drehten, ob ein Neubau oder eine Gesamtsanierung der im Jahr 1975 eröffneten Turnhalle in Betracht gezogen werden soll.
Das heutige Gebäude der Turnhalle wurde vor fast 50 Jahren als Pavillon-Occasion in Biel gekauft. Der Pavillon wurde zum Teil in Fronarbeit von engagierten Einwohnenden von Wittinsburg in Biel ab- und zu Hause im Dorf wieder aufgebaut, wie Berichte des damals zuständigen Gemeinderats Werner Mangold und des früheren Lehrers Roland Dettwiler aufzeigen. Dettwiler bestätigte dies am Infoabend auf Anfrage zudem – mit leuchtenden Augen. Die Wittinsburger erhielten mit dem Kauf des Pavillons aus Biel eine Turnhalle für lediglich 450 000 Franken. Jahre später wurde dann für die Bedürfnisse des Vereinslebens eine Bühne angebaut.
Heute befindet sich die Turnhalle in einem baulich schlechten Zustand und genügt den Anforderungen für Schule, Sport und Vereinsleben nicht mehr. Dieses Faktum scheint, wie sich am Infoabend zeigte, in der Bevölkerung grundsätzlich unbestritten zu sein. Die Einwohnergemeindeversammlung hatte vor diesem Hintergrund bereits im September 2022 eine Baukommission zur Erneuerung der Turn- und Mehrzweckhalle gewählt und im Dezember vergangenen Jahres einen Planungskredit von 70 000 Franken für eine Vorstudie erteilt. Dies mit dem Auftrag, in der Studie sowohl einen Ersatzneubau als auch eine Sanierung der bestehenden Turnhalle «fundiert zu untersuchen».
Neue Halle geprüft
Bei der nun vorliegenden «Machbarkeitsstudie Sanierung Mehrzweckhalle Wittinsburg» wurden die Erfahrungswerte und Baukosten für die neuen Mehrzweckhallen in Zeglingen (Baukosten rund 6,3 Millionen Franken, erbaut 2006, mit Fitnessraum) und Rünenberg (Projektierung 2023, bewilligte Bausumme rund 7,4 Millionen Franken, mit Bühne) in die Analyse einbezogen.
Vertiefte Abklärungen der Baukommission ergaben, dass der Rohbau der alten Turnhalle von Wittinsburg erhaltenswert und kostensparend ist. Und eine Umfrage bei Schule und Vereinen ergab, dass es in der Gemeinde keinen Bedarf für eine Sporthalle für den Spitzensport gibt, die einen Neubau erforderlich machten. Die baulichen und räumlichen Abklärungen der Baukommission ergaben zudem, dass eine Gesamtsanierung unter Berücksichtigung der heutigen Bedürfnisse an eine Turn- und Mehrzweckhalle mit Gesamtkosten von insgesamt rund 4,2 Millionen Franken verbunden ist, also wesentlich günstiger als ein Neubau.
Entscheid im Dezember
Geplant ist aber ein Rückbau auf den Rohbau, bevor die Gesamtsanierung unter anderem mit einer Komplettsanierung der Gebäudehülle in Angriff genommen werden kann. Das Gebäudedach der alten Turnhalle befindet sich in einem guten Zustand und kann auch mit einer Photovoltaikanlage bestückt werden. Das Gebäude ist jedoch von Schadstoffen, darunter Eternit und Asbest, zu befreien. Die Kanalisation weist dagegen einen guten Gesamtzustand auf.
Vorgesehen ist ein neuer Anbau für eine Küche und einen Geräteraum. Im Erdgeschoss soll es zudem ein grosszügiges Foyer geben, das für Anlässe auch vermietet werden kann. Im Obergeschoss sind eine neue Toilettenanlage und Garderoben vorgesehen. Bei der Halle soll es grundsätzlich nur minimale Veränderungen geben. Die Frage, welche Heizung zusammen mit dem benachbarten Gemeindehaus und Kindergarten gewählt werden soll, ist zur Zeit noch in Abklärung. Der Aussensportplatz ist von den Bauarbeiten derweil nicht betroffen.
Die Grundlagen für einen Grundsatzentscheid durch die Einwohnergemeindeversammlung vom kommenden 4. Dezember lägen nun vor, erklärten Gemeindepräsidentin Caroline Zürcher und Gemeinderat Markus Hügli zum Schluss. In weiteren Schritten könnten dann das Vorprojekt und das Bauprojekt erarbeitet und jeweils von der Einwohnergemeindeversammlung beurteilt und beschlossen werden.