Künstlerquartett entführte in die Welt der lokalen Sagen
Der dichte Schneefall am Samstag passte perfekt zur Veranstaltung «Sage uf d’Ohre» in Anwil. Während sich draussen die Landschaft vermummte, entführten drinnen die Künstler das Publikum in ...
Künstlerquartett entführte in die Welt der lokalen Sagen
Der dichte Schneefall am Samstag passte perfekt zur Veranstaltung «Sage uf d’Ohre» in Anwil. Während sich draussen die Landschaft vermummte, entführten drinnen die Künstler das Publikum in eine geheimnisvolle Zwischenwelt voller Irrlichter, Geisterkatzen und Hexen.
Peter Stauffer
Das Künstlerquartett um Daniel Buser, Max Mundwiler, Barbara Saladin und Michael Studer präsentierte in Anwil am Samstagabend vor rund 30 Besucherinnen und Besuchern unter dem Titel «Sage uf d’Ohre» eine Reise in die Welt der Sagen. Passend und ungeplant ergab es sich, dass nicht nur im «Säli» des zur Zeit geschlossenen «Jägerstüblis» ein sagenhafter Abend stattfand, denn auch im Freien wirkte die Stimmung ähnlich: dichtes Schneetreiben im Lichte der Strassenlaternen, kein Verkehr und fast gespenstische Stille.
Der weisse Segen von oben führte zur Sperrung der Strasse ins Dorf, sodass die Veranstaltung fast ausschliesslich mit «Ammeler» Beteiligung stattfand. Zum Glück waren die Protagonisten bereits am Nachmittag angereist.
Nach der Begrüssung durch Gemeinderätin Petra Huth entführten die Künstler mit ihrer Darbietung das Publikum in eine Zwischenwelt, die nur auf den ersten Blick schon lange vorbei zu sein scheint. Geheimnisvolle und bisweilen fast unheimliche Klänge und spezielle Lichteffekte begleiteten die vorgelesenen Texte. Max Mundwiler erntete spontanen Applaus für seine in Versform verwandelten und als Lieder vorgetragenen Sagen.
Die Auswahl der Sagen konzentrierte sich vor allem auf Anwil. Dazu gehörte sicher die Sage vom «Heimetloseplätz», früher ein Stück Niemandsland dort, wo die Kantone Baselland, Aargau und Solothurn zusammentreffen. Hier sollen sich ganz «kurlige» Menschen, eben die Heimatlosen, aufgehalten haben. Auch der vom Team ausgewählte ortsansässige Gast, Peter Ruepp, verstand es, verschiedene Episoden rund um «Ammel» und um seine Familie zu erzählen.
Es war ein spannender Ausflug in die Welt der Irrlichter, die späte Heimkehrer erschrecken, der Geisterkatzen, die in nächtlichen Gassen ihr Unwesen treiben, der Hexen im Stall, der Wiederkehrer beim Kirschbaum sowie der furchterregenden Wesen im finsteren Wald und vieler weiterer Geschehnisse.
Der Abend war spannend, berührend, unheimlich – und regte dabei nicht selten zum Schmunzeln an.
Der nächste Halt der «Sage uf d’Ohre»- Tournee findet am Mittwoch, 18. März, in Gelterkinden statt.