Roth fordert Antworten zum Bretzwil-Bus
20.10.2026 BaselbietÖV-Verbindung Thema in der Fragestunde des Landrats
mef. Die gestrichene Buslinie 74 zwischen Bretzwil und Reigoldswil beschäftigt erneut den Landrat. SP-Landrat Urs Roth (Niederdorf) greift die Berichterstattung der «Volksstimme» über die Kosten ...
ÖV-Verbindung Thema in der Fragestunde des Landrats
mef. Die gestrichene Buslinie 74 zwischen Bretzwil und Reigoldswil beschäftigt erneut den Landrat. SP-Landrat Urs Roth (Niederdorf) greift die Berichterstattung der «Volksstimme» über die Kosten des privaten Schülertransports auf. In der Fragestunde vom kommenden Donnerstag fragt er, ob die Linie trotz ihres (zu) tiefen Kostendeckungsgrads 2027 wieder in Betrieb genommen werden soll.
Die Linie 74 wurde im Dezember vergangenen Jahres eingestellt. Für die betroffenen 20 bis 30 Sekundarschüler organisiert der Kanton seither einen privaten Transport. Dieser kostet 2026 rund 260 000 Franken. Für das Defizit der öffentlichen Linie bezahlte der Kanton im Vorjahr rund 160 000 Franken – also etwa 100 000 Franken weniger (siehe «Volksstimme» vom 6. Oktober). Einen Kostenvergleich vor der Streichung der Buslinie nahm der Kanton «aus zeitlichen Gründen» nicht vor.
Urs Roth kritisiert die Mehrkosten und den Umstand, dass diese mit einem massiven Leistungsabbau einhergingen. Andere Einwohner dürfen im Schülercar nämlich nicht mitfahren. Wollen sie mit dem öffentlichen Verkehr nach Reigoldswil reisen, müssen sie den Umweg über Liestal nehmen. Roth spricht von gegen anderthalb Stunden statt zuvor zehn Minuten und fragt, ob beim Entscheid des Kantons, die Buslinie zu streichen, von einem «Schildbürgerstreich» gesprochen werden müsse.
Wiederaufnahme als Ausnahme?
Zudem will Roth wissen, weshalb das Ende Oktober 2025 nach dringlicher Beratung überwiesene Postulat von Sandra Strüby-Schaub (SP, Buckten) weiterhin in der Bau- und Planungskommission hängig ist, obwohl der Handlungsdruck ausgewiesen erscheine.
Nach Roths Angaben hat der Kanton inzwischen vermeldet, dass der Schülertransport ab 2027 anscheinend wesentlich günstiger werde. Angesichts des massiv verschlechterten Nutzens für die Bevölkerung stellt er dennoch die Frage, ob die Linie 74 im Sinne einer Ausnahmeregelung wieder eingeführt werden sollte – und ob dies auf den kommenden Fahrplanwechsel noch möglich wäre. Alternativ fragt Roth, weshalb die Einwohner den Schülertransport heute nicht benutzen können und ob dies zeitnah geändert werden könnte.
Der Regierungsrat hatte in seiner Antwort auf Strübys Postulat an der Streichung der Linie festgehalten: Eine Verlängerung der Linien 70 oder 71 nach Bretzwil wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden; auch ein Rufbusangebot benötigte zusätzliche Fahrzeuge.
Einwohner aus Bretzwil hatten zuvor eine Petition lanciert. Diese richtete sich gegen die Streichung der Linie 74 sowie der Linie 116 zwischen Grellingen und Seewen. Der Landrat überwies die von 282 Personen unterzeichnete Petition Ende Januar 2026 ebenfalls als Postulat.
