«Stimmen zu Gast» überzeugt mit selten aufgeführten Liedern
Unter dem Titel «Ich denke dein» wurde am 17. April in der Stadtkirche Liestal ein bunter Strauss an romantischen Liedern aus dem 19. Jahrhundert präsentiert. Die meisten stammten aus der Feder ...
«Stimmen zu Gast» überzeugt mit selten aufgeführten Liedern
Unter dem Titel «Ich denke dein» wurde am 17. April in der Stadtkirche Liestal ein bunter Strauss an romantischen Liedern aus dem 19. Jahrhundert präsentiert. Die meisten stammten aus der Feder von Robert Schumann, aber auch drei Stücke von seiner Ehefrau Clara Schumann aus den Rückert-Liedern.
Eröffnet und am Klavier begleitet wurde der Abend von Ricardo Bovino und einem Klavierstück aus den «Kinderszenen» von Robert Schumann, dem im Laufe des Abends noch zwei weitere Stücke folgten: «Träumerei» und «Kind beim Einschlummern».
Die Sopranistin Andrea Suter, Mitbegründerin der Reihe, und Tenor Jan Petryka sangen sich durch die Lieder der deutschen Romantik. Die Qualität von Clara Schumanns Kompositionen stand ebenbürtig mit denen von Robert oder jenen von Johannes Brahms (1833 – 1897).
Die Künstler trugen mehrere seiner Volkslieder vor, darunter «Da unten im Thale», wohl eines der bekanntesten Volkslieder.
Brahms war ein Sammler des deutschen Liedgutes, das er oft als Inspirationsquelle für seine grösseren Kompositionen nutzte, wie es im Programm heisst. So erstaunt es auch nicht, dass diese Volkslieder gerade durch seine Bearbeitung bis heute erhalten und gesungen werden, handeln die meisten doch vom ewigen Thema der Liebe und der Werbung
des Mannes um die Gunst der Frau. Inhaltlich passend zum frühlingshaften Wetter an diesem Freitagabend, sodass der beliebte Umtrunk nach dem Konzert draussen stattfinden konnte.
Mit viel Verve und Zärtlichkeit sangen Andrea Suter und Jan Petryka diese Lieder, sei es als Duett in «Wenn ich ein Vöglein wär’» von Schumann oder als Dialog in «Wie komm’ ich denn zur Tür herein?» von Brahms oder als Sopransolo, zum Beispiel die Lieder von Alexander Zemlinsky (1871 – 1942), einem weiteren Komponisten dieser Zeit, der von Brahms gefördert und an Verlage empfohlen wurde.
Mit einer sehr guten Artikulation des aus Warschau stammenden Jan Petryka und einer einfühlsam singenden Andrea Suter war der Liederabend ein Ohrenschmaus für das Publikum in der gut besetzten Stadtkirche.
Elisabeth Böhm