Rolf Marti zum Ehrenregisseur ernannt
26.01.2024 Kienberg, Kienberg, KulturSondervorstellung der Theaterfreunde im Rahmen der 100. Saison
Mit einer Extravorstellung der Komödie «Und z’oberscht wohne s’Ängels» bedankte sich der Verein Theaterfreunde Kienberg bei allen, die in der Vergangenheit und in der Gegenwart zu dessen ...
Sondervorstellung der Theaterfreunde im Rahmen der 100. Saison
Mit einer Extravorstellung der Komödie «Und z’oberscht wohne s’Ängels» bedankte sich der Verein Theaterfreunde Kienberg bei allen, die in der Vergangenheit und in der Gegenwart zu dessen Erhaltung beigetragen haben. Auch nach der 100. Saison kommt dieser noch munter daher.
Otto Graf
1919, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, öffnete der Männerchor Kienberg erstmals den Vorhang zu einer Theateraufführung. Es sollte der Auftakt zu einer Serie sein, die bis heute andauert und deren Ende nicht absehbar ist. Lediglich während des Zweiten Weltkriegs und in jüngster Zeit wegen Corona sowie Bauarbeiten an der Mehrzweckhalle (MZH) entfielen die Aufführungen insgesamt fünf Mal. Im vergangenen Jahr liess der Verein Theaterfreunde Kienberg, die Nachfolgeorganisation des inzwischen aufgelösten Männerchors, mit der Komödie «Nid ganz hundert» erahnen, dass sich das 100-Jahre-Jubiläum bereits auf der Zielgeraden befindet.
So war es auch. Nach der Premiere am vergangenen Samstag und der Vorstellung am Sonntagnachmittag – wie gewohnt ein ausverkauftes Haus – ging vorgestern eine spezielle Aufführung über die Bühne. «Es ist uns ein Bedürfnis, mit dieser Sondervorstellung allen, die sich um das Theater Kienberg verdient gemacht haben, ganz herzlich Dankeschön zu sagen», sagte Regisseur Rolf Marti, als er das Publikum in der jubiläumsgerecht dekorierten MZH begrüsste. Marti, seit 46 Jahren im Geschäft, anfänglich als Schauspieler und seit 35 Jahren als Regisseur, verzichtete bewusst darauf, eine lange Liste mit den Namen der Eingeladenen zu verlesen. Nur die ganz speziellen Gäste hiess Marti persönlich willkommen.
Er dankte den vielen ehemaligen sowie den heute aktiven Darstellerinnen und Darstellern, die zum Teil über viele Jahre einen grossen Teil ihrer Freizeit für die Theaterproben opferten und das noch immer tun. Ohne deren Einsatz, so Marti, wäre das Kienberger Theater längst Geschichte. Marti dankte insbesondere der Einwohnergemeinde Kienberg für das Zurverfügungstellen der Mehrzweckhalle, ebenso der Schule, der Lehrerschaft und den Vereinen für deren Verständnis, weil die Halle in der Phase der Proben und Aufführungen nur beschränkt nutzbar ist.
Einer, der das Theater über Jahrzehnte mit seinen tragenden Rollen prägte, ist Hans Rippstein. Dieser liess es sich nicht nehmen, auf der Bühne ein altes Lied aus dem Repertoire des ehemaligen Männerchors Liederkranz zum Besten zu geben. Bis ins Jahr 1954 reichen die Erinnerungen des Alt-Gemeindepräsidenten, Männerchörlers und Theaterspielers Hansruedi Muster. Auf der Bühne stehend, unterhielt er das Publikum und erzählte einige «Müschterli» aus vergangenen Tagen.
Auch der Jodlerklub Farnsburg Gelterkinden war anwesend. Die Jodler dankten ihrem aktiven Sänger Rolf Marti für dessen Engagement für das Theater in Kienberg mit zwei Jodelliedern. «Ich habe angenommen, dass irgendetwas Unvorhergesehenes geschehen könnte. Aber dieser Auftritt hat mich völlig überrascht», kommentierte Marti gerührt die Aktion.
Zum Ehrenregisseur befördert
Vereinspräsidentin Anastasia Kehr, die den Abend zusammen mit Rolf Marti moderierte, würdigte mit herzlichen Worten die immensen Verdienste ihres Vorstandskollegen und Allrounders, kehrte den Spiess um und beförderte Marti unter dem Applaus des Publikums zum Ehrenregisseur der «Theaterfreunde Kienberg». In der Tat beschränkten sich die Aktivitäten des Regisseurs keineswegs auf Anweisungen an die Darstellerinnen und Darsteller auf der Bühne: Wiederholt passte er Textpassagen den lokalen Begebenheiten an. Und in der jüngsten Produktion erhöhte er die Zahl der auf der Bühne Agierenden von sieben auf zwölf. Dabei musste er zahlreiche Monologe, Dialoge und Handlungen neu in das Geschehen einbauen. Der gelernte Elektriker betätigte sich in der aktuellen Komödie, in der es um die Vorfälle und Intrigen in einem Mehrfamilienhaus geht, zudem als Architekt und baute über der eigentlichen Bühne als solide Holzkonstruktion eine Dachwohnung ein.
Unter den Gästen war auch Hanspeter Limacher aus Buttisholz, der vor einigen Jahren dem Theaterensemble Kienberg aus der Patsche half, da der Hauptdarsteller Hans Rippstein sich bei einer Probe verletzte und ersetzt werden musste.
Nach den Hintergrundinformationen und den Worten des Dankes kamen die Gäste, die auch kulinarisch verwöhnt wurden, in den Genuss des Luststücks «Und z’oberscht wohne s’Ängels», einer Komödie, in der sich die Mieterinnen und Mieter eines Mehrfamilienhauses gehörig in die Haare geraten.