Robotaxis erobern Zürich
10.09.2026 Auto, SchweizUber und WeRide planen noch 2026 den Start
Die US-Fahrdienstplattform Uber und das chinesische Technologieunternehmen WeRide wollen noch 2026 einen kommerziellen Robotaxi-Dienst in der Region Zürich einführen. Der Start steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen ...
Uber und WeRide planen noch 2026 den Start
Die US-Fahrdienstplattform Uber und das chinesische Technologieunternehmen WeRide wollen noch 2026 einen kommerziellen Robotaxi-Dienst in der Region Zürich einführen. Der Start steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.
sda./vs. Uber und WeRide treiben ihre Expansion in Europa voran. Nach Madrid kündigten die Partner innert weniger Wochen bereits den zweiten Robotaxi-Start auf dem Kontinent an. Die Schweiz gehört somit zu ihren ersten europäischen Märkten. WeRide verfügt hier bereits seit Ende 2025 über eine Bewilligung des Bundesamts für Strassen (Astra) für fahrerlose Testeinsätze im Zürcher Furttal.
Dort wurden unter anderem in Boppelsen, Otelfingen, Buchs, Dänikon, Würenlos, Killwangen, Hüttikon, Dällikon und Regensdorf Testfahrten durchgeführt. Die Fahrzeuge bedienten ein 110 Kilometer langes Einsatzgebiet mit rund 460 Haltestellen und Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. Bei den bisherigen Fahrten war jeweils noch ein Sicherheitsfahrer an Bord. Uber dürfte in Zürich nicht lange allein bleiben. Auch die Google-Tochter Waymo hat eine Niederlassung in Zürich eröffnet. Wann deren kommerzieller Dienst starten könnte, ist noch offen.
International sind Robotaxis bereits weiter verbreitet: Selbstfahrende Uber-Taxis sind in 15 Städten unterwegs, Waymo in elf US-Städten. WeRide und Uber betreiben seit Dezember 2024 Angebote im Nahen Osten, darunter vollständig fahrerlose kommerzielle Dienste in Abu Dhabi und Dubai.
Hoher Leerfahrtenanteil
Ob Robotaxis den Verkehr in Städten tatsächlich verbessern, ist umstritten. Denn selbstfahrende Taxis erbringen zusätzliche Fahrleistung und könnten damit mehr Stau verursachen. Laut einer Studie sind herkömmliche Taxis in New York während 33 Prozent ihrer Betriebszeit ohne Fahrgäste unterwegs. Bei Robotaxis von Waymo in Kalifornien liegt dieser Anteil bei 41,6 Prozent. Und: Finden Robotaxis in dicht bebauten Städten keinen Parkplatz, können sie leer weiterfahren und damit den Verkehr zusätzlich belasten. Die Ergebnisse lassen sich allerdings nicht direkt auf Zürich übertragen.
Fahrerlos, aber beaufsichtigt
In der Schweiz setzen Verkehrsbetriebe auch auf Anwendungen ausserhalb der Zentren. Im Zürcher Furttal läuft das Projekt «Iamo» des Swiss Transit Lab, der SBB sowie der Kantone Zürich und Aargau. Dort können seit Kurzem erstmals Passagiere in der Schweiz in einem selbstfahrenden Taxi mitfahren. Noch befindet sich das Angebot in einem geschlossenen Testbetrieb mit einer Sicherheitsperson an Bord.
Ein weiteres Projekt ist «Amigo» von Postauto. Es wird von den Bundesämtern für Verkehr und Strassen, dem TCS und Ostschweizer Kantonen unterstützt. Der reguläre Betrieb soll voraussichtlich im kommenden Jahr starten.
Die rechtlichen Voraussetzungen für fahrerlose Fahrzeuge bestehen seit März 2025. Auf vom Astra genehmigten Strecken dürfen sie ohne Personal unterwegs sein, müssen aber von einer Zentrale beaufsichtigt werden. Anbieter müssen zudem umfangreiche Testfahrten absolvieren.
