Erstmals Gäste aus dem Ausland am Pflegesymposium
vs. Unter dem Motto «Gemeinsam gestalten – Perspektiven für Arbeit, Laufbahn und Versorgung in der psychiatrischen PPege» haben 120 Fachpersonen am 10. Pflegesymposium beider Basel in Liestal ...
Erstmals Gäste aus dem Ausland am Pflegesymposium
vs. Unter dem Motto «Gemeinsam gestalten – Perspektiven für Arbeit, Laufbahn und Versorgung in der psychiatrischen PPege» haben 120 Fachpersonen am 10. Pflegesymposium beider Basel in Liestal über innovative Arbeitsmodelle, die Förderung von Talenten sowie die Vision einer patientenzentrierten und Recovery-orientierten Psychiatrie referiert und diskutiert.
Das Symposium war eine Einladung, gemeinsam über Handlungsfelder zu sprechen, in denen Veränderungen aktiv mitgestaltet werden können. Erstmals waren am Piegesymposium beider Basel auch Fachpersonen aus dem Ausland vertreten. Teilnehmende der Universitätsklinik Heidelberg brachten ihre Erfahrungen in die Workshops und Gespräche ein, was zu einem bereichernden Austausch führte. Und es zeigte sich, dass Plegende aus der Schweiz und Deutschland viele Anliegen teilen.
Prof. Dr. Isabelle Zinn von der Berner Fachhochschule erläuterte unter dem Titel «Old Work zu New Work», warum Arbeit neu gedacht werden sollte. Sie zeigte, wie sich Arbeitswelten im Gesundheitswesen verändern und welche Chancen neue Arbeitsmodelle bieten, gerade für die psychiatrische Piege. Dabei geht es um Themen wie Selbstorganisation oder exible Arbeitsformen mit dem Ziel, die Attraktivität psychiatrischer Pflegeberufe langfristig zu stärken. Die Transformation der Arbeitskultur ist eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe.
Um Nachwuchsförderung ging es bei Dr. Philipp Mattmann, Piegedirektor beim Psychiatriezentrum Münsingen. Er zeigte auf, wie individuelle Stärken junger Mitarbeitender erkannt und systematisch entwickelt werden können. Der begleitende Workshop zur Laufbahnplanung bot Raum für praxisnahe Vertiefung und Austausch, zum Zweck, berufliche Entwicklung transparent, motivierend und nachhaltig zu gestalten.
Im Mittelpunkt standen Workshops mit Themen wie Recovery und Peerarbeit oder die Behandlung zu Hause im direkten Lebensumfeld der Patientinnen und Patienten (Home Treatment). Auf grosses Interesse stiess der Workshop zur Reduktion von Gewaltereignissen gegenüber Pflegenden. Die Teilnehmenden diskutierten Ansätze für Prävention und Deeskalation sowie zur Haltung und Einstellung der Mitarbeitenden gegenüber diesem Phänomen. Es ging auch um die Art und Häufigkeit von Aggressionen gegenüber Pflegepersonal und um Nachsorgekonzepte für von Gewalt betroffenen Mitarbeitenden.
Die psychiatrische Pflege steht vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels vor komplexen Herausforderungen von veränderten Arbeitswelten und fachlich hohen Ansprüchen. Es gehört zum fachlichen und ethischen Grundverständnis sowie in den Verantwortungsbereich jeder Plegefachperson, sich mit ihrer Haltung und ihren Interventionen an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Praxis zu beteiligen. Diese Aufgabe gelingt nur im Miteinander mit den betroffenen Menschen, ihren Angehörigen, deren sozialen Umfeld und den anderen Berufsgruppen.
Joëlle Beeler, Leiterin Kommunikation und Marketing, Psychiatrie Baselland