Präsident mit Stichentscheid
18.06.2026 NiederdorfZukunft der Feuerwehr gibt an der «Gmäini» zu reden
Die Gemeindeversammlung in Niederdorf hat dem neuen Standort der Feuerwehr Frenke nach einer intensiven Debatte zugestimmt. Im Fokus standen vor allem die deutlich höheren Mietkosten für das geplante Magazin im ...
Zukunft der Feuerwehr gibt an der «Gmäini» zu reden
Die Gemeindeversammlung in Niederdorf hat dem neuen Standort der Feuerwehr Frenke nach einer intensiven Debatte zugestimmt. Im Fokus standen vor allem die deutlich höheren Mietkosten für das geplante Magazin im Gewerbehaus Bachmatten.
Willi Wenger
Das Projekt «Zukunft Feuerwehr Frenke – neues Magazin» hat am Montag an der Niederdörfer Gemeindeversammlung zu ausgiebigen Diskussionen geführt. Im Zentrum stand grundsätzlich nicht die Feuerwehr als solche, sondern die künftigen Mietkosten im durch einen Investor zu erstellenden Gewerbehaus im Gebiet Bachmatten in Niederdorf. Diese Kosten werden die Gemeinde Niederdorf künftig mit jährlich rund 50 000 Franken mehr belasten. Der bisherige «Preis» betrug rund 100 000 Franken.
Departementschef und Gemeinderat Ruedi Gerber trat mit viel «Kampfgeist» vor den Souverän, der letztlich dem Projekt zustimmte. Damit verbunden ist eine Einmietung im Gewerbehaus Bachmatten – gemäss Mietvertrag mit maximalen Nettomietkosten in der Höhe von 186 000 Franken für die beteiligten Gemeinden Liedertswil, Niederdorf, Bennwil und Lampenberg.
Vor der finalen Abstimmung wurde bis in den späten Abend hinein hart um das Geschäft gerungen. Gerber vertrat auf der einen Seite ein Ja zum Geschäft. Auf der anderen Seite äusserte sich die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) zum vom Gemeinderat vorgeschlagenen Antrag kritisch. Präsident Urs Roth sagte, dass mit substanziellen Mehrkosten gerechnet werden müsse: «Die durch die vier Trägergemeinden in Form von Mietkosten zu refinanzierenden Anlagenutzungskosten sind für uns viel zu hoch.»
Roth regte an, vermehrt in «grösseren Kategorien» zu denken und etwa Kooperationen – mit dem benachbarten Feuerwehrverbund Wolf – zumindest zu prüfen. Letztlich stellte Roth den Antrag, dass über eine alternative Projektrealisierung im Stockwerkeigentum mit dem Investor in nochmalige Verhandlungen getreten werden soll. Diesen Zusatzauftrag formuliere Roth «sehr eng und sehr klar». Schliesslich scheiterte die RGPK nur sehr knapp. Eine stimmenmässige 28-zu-28-Patt-Situation führte zum erstmaligen Stichentscheid des Gemeindepräsidenten Martin Zürcher, der im Sinne der Exekutive den RGPK-Antrag «versenkte».
Wasserwerk unbestritten
Die vom Gemeinderat beantragten 2,01 Millionen Franken für das gemeinsame Wasserwerk z’Hof in Oberdorf inklusive des notwendigen Vertrags betreffend der Sicherung der Trink- und Löschwasserversorgung haben die Stimmberechtigten im Weiteren mit 63 Ja- zu 3 Nein-Stimmen klar genehmigt. Der Gemeinderat, die anwesenden externen Fachpersonen sowie die Besucherinnen und Besucher waren sich einig, dass die neue Wasserversorgung notwendig und dass dieses Generationenprojekt richtungsweisend sei. Die Wasserversorgung sei so für viele Jahrzehnte gesichert, hielt der Gemeinderat in seiner Botschaft fest.
Gemeinderat Andreas Buser sprach von einer «massiven Verbesserung» für beide Gemeinden. Als «grosses Plus» bezeichnete der Biologe Joachim Klahre als Sachverständiger die künftige Zusammenarbeit der Gemeinden in Bezug auf das Wasser. «Die Chancen der Zusammenarbeit sind vorteilhaft. Sie werden neu über eine herausragende Wasserqualität verfügen und sie wird deutlich besser sein als bisher», sagte Klahre von der CSD Ingenieure AG aus Bern. Vor allem aber sei die Versorgungssicherheit das A und O des Projekts, so der Sachverständige.
Die Jahresrechnung der Einwohnergemeinde war dem Planum keine Wortmeldung wert. Diese wurde mit einem Überschuss von 4700 Franken inklusive einer Einlage in die finanzpolitische Reserve über 400 000 Franken einstimmig genehmigt. Durchgewunken wurde schliesslich auch ein Landverkauf zum Preis von 235 000 Franken.
Die «Gmäini» verabschiedete zudem Werkhofmitarbeiter Heinz Roth in den vorzeitigen Ruhestand. Gemeindepräsident Zürcher informierte, dass die nächsten Versammlungen am 21. September und 23. November stattfinden.
