Primeo Energie steigert Gewinn
20.03.2026 BaselbietEnergieversorger investiert mehr als 200 Millionen Franken
Der Energieversorger Primeo Energie hat 2025 trotz eines Umsatzrückgangs von 392 Millionen Franken seinen Gewinn auf 109 Millionen Franken gesteigert. Fast 10 000 Photovoltaikanlagen sind im Baselbiet in Betrieb.
...Energieversorger investiert mehr als 200 Millionen Franken
Der Energieversorger Primeo Energie hat 2025 trotz eines Umsatzrückgangs von 392 Millionen Franken seinen Gewinn auf 109 Millionen Franken gesteigert. Fast 10 000 Photovoltaikanlagen sind im Baselbiet in Betrieb.
Jo Krebs
Grundsätzlich zeigte sich die energiewirtschaftliche Lage im vergangenen Jahr erstmals seit 2020 wieder ruhiger, teilte Primeo Energie gestern Donnerstag an einer virtuellen Medienkonferenz mit. In diesem Umfeld erwirtschaftete das in Münchenstein ansässige Unternehmen einen Umsatz von 1,8 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Rückgang um 392 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Hauptgründe dafür sind niedrigere Strompreise bei einem insgesamt niedrigeren Absatzvolumen in der Schweiz.
Dennoch stieg das operative Ergebnis (EBIT) von 124 auf 127 Millionen Franken. Der Gewinn erhöhte sich von 91 Millionen Franken auf 109 Millionen Franken. Davon setzt die Genossenschaft einen Gewinnbeitrag von mehr als 11 Millionen Franken ein, um die künftigen Tarife in der Grundversorgung für ihre Kundinnen und Kunden zu entlasten. Dies geschieht ergänzend zu den bereits zweimal gewährten 25 Millionen Franken aus Vorjahren.
Hohe Investitionen geplant
Ein Blick auf die lokale Stromproduktion im Baselbiet zeigt einen klaren Trend: Immer mehr Haushalte produzieren dank eigener Photovoltaikanlagen einen Teil ihres Stroms selbst. Ende 2025 waren im Netzgebiet von Primeo Energie 9740 Anlagen in Betrieb, 903 mehr als im Vorjahr.
Dieser Zubau belegt, dass der Solarboom bei den Hausbesitzern offenbar auch ohne politischen Zwang ungebremst weitergeht. Für das Netzgeschäft bringen diese Entwicklungen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Über das Stromnetz wurde insgesamt weniger Energie transportiert, was zu geringeren Einnahmen führte. Hinzu kommt, dass der Stromverbrauch in der Industrie rückläufig ist und viele Kundinnen und Kunden generell bewusster mit Energie umgehen. Um sich für die Zukunft zu rüsten, plant die Primeo Energie Gruppe hohe Investitionen. In den vergangenen drei Jahren investierte die Gruppe insgesamt 477 Millionen Franken, für 2026 sind über 200 Millionen Franken geplant. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Produktionskapazitäten in den Bereichen Strom und Wärme. Trotz der soliden Ausgangslage bleibt die Zukunft anspruchsvoll.
Angesichts geopolitischer Unsicherheiten und regulatorischer Veränderungen bleibe die Entwicklung der Energiepreise volatil, heisst es vonseiten des Energieunternehmens. Wie sich insbesondere die Folgen des Irankriegs und die jüngsten Preissteigerungen auf dem Gasmarkt auf die künftigen Strompreise auswirken werden, sei derzeit noch völlig offen.
Da dies, wie auch die generelle Marktentwicklung und die politischen Rahmenbedingungen, für die gesamte Branche gilt, wird die Veröffentlichung des Jahresergebnisses 2025 der EBL zeigen, ob und wie das für die Kundinnen und Kunden im oberen Baselbiet gilt.
