Polizei stuft Schiesserei als Amoklauf ein
03.09.2026 RegionVerdächtiger ist 43-jähriger Schweizer aus dem Kanton Jura
sda. Die Schiesserei in Aarau in der Nacht auf Sonntag war ein Amoklauf. Das hat die Kantonspolizei Aargau an einer Medienkonferenz in Schafisheim gestern bekannt gegeben. Der Schütze habe ein ...
Verdächtiger ist 43-jähriger Schweizer aus dem Kanton Jura
sda. Die Schiesserei in Aarau in der Nacht auf Sonntag war ein Amoklauf. Das hat die Kantonspolizei Aargau an einer Medienkonferenz in Schafisheim gestern bekannt gegeben. Der Schütze habe ein psychisches Leiden, und er habe die Waffen legal besessen. Die Rave-Party in Aarau habe er wohl zufällig ausgewählt, so die Ermittler.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sei der am Montag in den frühen Morgenstunden festgenommene Mann der Schütze, sagte Polizeikommandant Michael Leupold: Der 43-jährige Schweizer habe keinen Migrationshintergrund und wohne im Kanton Jura.
Der Mann habe sich am Montag der Kantonspolizei Jura in Delsberg gestellt, sagte Gesamteinsatzleiter Matthias Schildknecht. Die Kantonspolizei Aargau habe das mutmassliche Tatfahrzeug bereits ermittelt gehabt, und Einsatzkräfte seien im Jura gewesen. Mithilfe einer Zeugenaussage sei man auf dieses Fahrzeug gestossen. Der Mann habe vor Ort angegeben, dass es ihm seit längerer Zeit nicht gut gehe, führte der leitende Staatsanwalt Christoph Rüedi aus. Daraufhin habe die Kantonspolizei den Mann in den Aargau überführt.
Am Sonntagmorgen, um 2.30 Uhr, soll der Beschuldigte in Aarau mehr als 40 Schüsse abgegeben haben. Mehr als 100 Menschen seien nach dem Ende der Party noch vor Ort gewesen. Er soll drei Waffen dabei gehabt haben – zwei Pistolen und eine Kalaschnikow. Der Beschuldigte habe die Waffen vor mehr als 20 Jahren legal erworben, und sie seien auf ihn registriert gewesen. Nach der Tat sei der Verhaftete – ein ehemaliger Milizsoldat und Truppenkoch – relativ rasch von Aarau in den Kanton Jura gefahren.
Bei einer ersten Einvernahme habe der Verhaftete die Aussage verweigert, sagte Staatsanwalt Rüedi. Der Mann habe jedoch Angaben zur Person gemacht. Er habe versichert, allein gehandelt zu haben. Man gehe aktuell davon aus, dass der 43-Jährige ein psychisches Leiden aufweise. Angaben zum persönlichen Umfeld, zu Familie oder Beruf machte der Staatsanwalt keine. Auch das Motiv sei noch gänzlich unklar. Hinweise auf ideologische Hintergründe lägen derzeit nicht vor. Der Mann habe bis auf Bagatellen im Strassenverkehr keine Vorstrafen und sei den Behörden nicht bekannt gewesen.
Bei der Schiesserei wurden eine 22-jährige Italienerin getötet und sechs Personen verletzt. Zwei von ihnen sind weiterhin in Spitalpflege.
