Einmal mehr zogen der Gemeinderat, der Männerchor und der VVM – der Vogelschutz-, Heimatschutz- und Verschönerungsverein Maisprach – am Nationalfeiertag am gleichen Strick und in die gleiche Richtung und stellten ein Fest auf die Beine, das keine Wünsche offen liess. ...
Einmal mehr zogen der Gemeinderat, der Männerchor und der VVM – der Vogelschutz-, Heimatschutz- und Verschönerungsverein Maisprach – am Nationalfeiertag am gleichen Strick und in die gleiche Richtung und stellten ein Fest auf die Beine, das keine Wünsche offen liess. Die Organisierenden, unterstützt von vielen helfenden Händen, verstanden es, Traditionelles, Bodenständiges, Kulturelles, Politisches und Kulinarisches unter den gleichen Hut zu bringen. Diese Mixtur kam beim Volk im Festzelt auf dem Dorfplatz gut an.
Im Mittelpunkt stand das vom Nusshöfer Gemeindepräsidenten Rolf Wirz moderierte Gespräch zwischen den Landräten Markus Graf (SVP, Maisprach) und Adil Koller (SP, Münchenstein). Wer einen politischen Schlagabtausch erwartete, wurde enttäuscht. Obwohl die beiden Parlamentarier im Plenum in der Regel gegensätzliche Ansichten vertreten, verbinde sie, wie sie übereinstimmend bestätigten, eine persönliche Freundschaft, die nach der Sitzung oft mit einem Bier bestärkt werde.
Auf die Frage nach einem Parteiwechsel zur SP meinte Graf, die SP politisiere gar langweilig. Er vermisse im Lager der Genossinnen und Genossen die Meinungsvielfalt. «Ich habe tatsächlich schon daran gedacht, auf der gegenüberliegenden Seite im Ratssaal Platz zu nehmen, um richtig auf den Putz hauen zu können», gab Koller zurück.
Eingeläutet wurde die Geburtstagsparty der Eidgenossenschaft mit einem Apéro, offeriert von der Einwohnergemeinde Maisprach. Dabei hiess Gemeindepräsident Dorian Wernli die Anwesenden herzlich willkommen. Dann zog der Männerchor nicht nur in der Festwirtschaft mit seinen kulinarischen Köstlichkeiten vom Grill alle Register. Er lockerte den Unterhaltungsteil mit einigen Liedvorträgen auf und gab auch den Ton an beim gemeinsamen Singen des Schweizerpsalms.
Dazwischen hielten die «Örgelifreaks» mit ihren Darbietungen die Stimmung im Zelt auf einem hohen Niveau. Was die vier Musikanten aus ihren Instrumenten herausholten, war schlicht umwerfend.
Ausserdem präsentierte die Theatergruppe des VVM als Uraufführung den kurzen Einakter «Brächete z’Maischbrg» aus der Feder des Einheimischen Jürg Matt. Das Stück zeigt, wie einst aus der Flachspflanze in mehreren Arbeitsschritten die Fasern zu Leinen verarbeitet wurden.
Otto Graf