Politik, Prinzipien und eine Krawatte
26.03.2026 BaselbietGLP Baselland macht sich ein Bild von den Regierungsratskandidaten
Von Spitalstandorten bis zur Krawatte: Beim Hearing der Grünliberalen in Liestal gaben Matthias Liechti (SVP) und Philipp Schoch (Grüne) Einblick in ihre politischen Positionen – und in ihren Stil.
...GLP Baselland macht sich ein Bild von den Regierungsratskandidaten
Von Spitalstandorten bis zur Krawatte: Beim Hearing der Grünliberalen in Liestal gaben Matthias Liechti (SVP) und Philipp Schoch (Grüne) Einblick in ihre politischen Positionen – und in ihren Stil.
Daniel Aenishänslin
Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein: Die Regierungsratskandidaten Matthias Liechti (SVP) und Philipp Schoch (Grüne) stellten sich einem Hearing. Eingeladen hatten am Dienstag die Grünliberalen in den Saal des Liestaler Restaurants Farnsburg. Moderiert wurde der Anlass von Sabine Bucher, die kürzlich noch selbst angetreten war, den Sitz der zurückgetretenen Regierungsrätin Monica Gschwind (FDP) für ihre Partei zu gewinnen.
Mit je drei Attributen sollten sich die Kandidaten selbst beschreiben. Der ehemalige Rümlinger Gemeindepräsident Liechti wählte «loyal, lösungsorientiert, neugierig». Ihn interessiere es, Prozesse und Abläufe effizient zu gestalten. Der Prattler Gemeinderat Schoch bezeichnete sich als «nahbar, führungsstark und strategisch» und ergänzte: «Man braucht immer einen Plan – auch einen Plan B.»
Landrat Philipp Schoch, Pflegeleiter des Notfallzentrums am Kantonsspital Baselland, sieht sich im Regierungsrat als Teamplayer: «Es sind starke Charaktere in dieser Regierung. Ich könnte mich ausgleichend einbringen.» Landrat Matthias Liechti, Banker, Bauer und Theologe, würde zunächst zuhören, um anschliessend Gedanken und Personen im Regierungsrat zusammenzuführen.
Sabine Bucher wollte wissen, in welchen Bereichen Baselland und Basel-Stadt zusammenarbeiten sollten – und wo nicht. Liechti meinte: «Nicht mehr zusammenarbeiten sollten sie im Zusammenhang mit der Uni.» Er wolle sich nicht «komplett» aus der Verantwortung ziehen, doch die Lösung sei ein vom Bund finanziertes Modell nach ETH-Vorbild. Das heutige System begünstige Trittbrettfahrer unter den Kantonen, die mit kleinen Beiträgen vollen Nutzen hätten. Schoch konterte an diesem sonst harmonischen Abend: «Ich sehe keinen Bereich, in dem wir nicht zusammenarbeiten sollten.» Mit einem Nachbarn solle man möglichst alles abstimmen: «Wir sollten keine Konkurrenzsituationen schaffen, denn dafür sind unsere Regionen zu klein.»
Das Kantonsspital beschäftigt
In der Standortfrage des Kantonsspitals Baselland bevorzugen beide theoretisch einen Neubau. Liechti auch ganz konkret: «Ich habe mich unter den Mitarbeitenden umgehört. Viele finden, ein zentraler Standort wäre effizienter.» Dem stimmte Schoch grundsätzlich zu, gab jedoch zu bedenken, dass unklar sei, wo dieser liegen sollte, solange das Verhältnis zu Basel-Stadt nicht geklärt sei. Die Gesundheitsversorgung sei «der schwierigste Bereich» in diesem ungeklärten Verhältnis, vor allem wegen der zuständigen Regierungsräte, «weil sie sich schlicht nicht verstehen». Es gebe gegenseitige Ablehnung. Deshalb würde er derzeit die bestehenden Spitalstandorte beibehalten. Liechti plädierte hingegen für einen Neubau «auf der grünen Wiese», ohne einen konkreten Standort zu nennen.
Liechtis politisches Herz schlägt besonders für die Bildung. Als Banker interessieren ihn zudem die Finanzen. Auch die Sicherheitsdirektion sei ihm als ehemaligem Militärpolizeigrenadier nicht fremd. «Ich bin ein Generalist, kein Spezialist», sagte er. Schoch fasste zusammen: «Man muss ein Schweizer Sackmesser sein, wenn man in die Regierung will.» Am liebsten würde er dem scheidenden Regierungsrat Isaac Reber (Grüne) in der Bau- und Umweltdirektion nachfolgen. Das passe zu seiner Arbeit im Prattler Gemeinderat: «Ich habe in der Raumplanung in den letzten sechs Jahren viel gelernt.» Schoch zeigte sich überzeugt, auch für die GLP wählbar zu sein, da er viele ihrer Positionen vertrete: «Von erneuerbaren Energien bis zu einer nachhaltigen Finanz- und Steuerpolitik. Ich bin kein grüner Fundi.» Liechti betonte die Gemeinsamkeiten in «pragmatischen, einfachen» Lösungen: «Es geht um die Vorstellung eines schlanken, technikaffinen Staates – in einer Umwelt, auf die wir stolz sein können.»
Die Krawattenfrage
Zum Schluss ging GLP-Landrat Yves Krebs ins Detail. Die Frage nach der Bekleidungsphilosophie führte ihn dazu, wann Philipp Schoch zuletzt eine Krawatte getragen habe – als Regierungsrat sei dies doch angemessen. Schoch konnte sich genau erinnern: am 30. Juni 2016, dem Tag seiner Wahl zum Landratspräsidenten. Ein gewisses Verständnis für die Frage zeigte Liechti: «Es gibt zwar keinen Dresscode mehr, der die Krawatte vorschreibt, aber Anlässe, bei denen sie definitiv dazugehört.» Schoch blieb gelassen: «Ich bin kein Krawattenträger. Das braucht es nicht, um Regierungsrat zu sein.»

