Pistensanierung für 40 Millionen Franken
05.05.2026 BaselbietDas Projekt ist dem Zeitplan voraus
Seit dem 15. April wird die Hauptpiste des Euro-Airports saniert. Gegen 1000 Bauarbeiter und 400 Maschinen waren in der Startphase beteiligt. Am Mittwoch wurden die letzten 16 Quadratmeter betoniert. Ab dem 21. Mai herrscht wieder Normalbetrieb.
...Das Projekt ist dem Zeitplan voraus
Seit dem 15. April wird die Hauptpiste des Euro-Airports saniert. Gegen 1000 Bauarbeiter und 400 Maschinen waren in der Startphase beteiligt. Am Mittwoch wurden die letzten 16 Quadratmeter betoniert. Ab dem 21. Mai herrscht wieder Normalbetrieb.
Tobias Gfeller
Es ist ungewöhnlich ruhig am Flughafen Euro-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg. Palermo, Barcelona, London, Hamburg, Prag und Nizza – alle Flüge sind aufgrund von Wind annulliert, heisst es auf der Anzeigetafel. Die alternative Sekundärpiste, die in Ost-West-Richtung verläuft, ist stärker dem Wind ausgesetzt. Die Hauptpiste ist während der 36-tägigen Bauphase durchgehend gesperrt. Nur gerade 14 Prozent des normalen Passagierflugbetriebs laufen zurzeit auf dem binationalen Flughafen. Die Mehrheit der Fluggesellschaften stellten den Flugbetrieb während der Bauphase komplett ein, da auf der Sekundärpiste aufgrund der geringeren Länge nur kleinere Flugzeugtypen starten und landen können.
Während viele Check-in-Schalter und Restaurants geschlossen sind, herrscht auf der Hauptpiste 15/33 reger Betrieb. Lastwagen, Bagger und ein Betonmischer sind im Einsatz. Eine Handvoll Arbeiter betoniert das letzte Stück Piste, das aufgrund von Rissen im frischen Beton nochmals aufgerissen werden musste. Mit einer Art Rechen werden Rillen in den Beton geritzt. Diese sorgen bei Regen für eine verbesserte Drainage. Stehendes Wasser auf Flughafenpisten stellt ein Sicherheitsrisiko dar.
Die insgesamt 3900 Meter lange Hauptpiste wird im Mittelabschnitt auf einer Länge von 1500 Metern saniert. Die Start- und Landebahn besteht aus hunderten Quadraten. Um die Stabilität der Piste zu erhöhen, wurden die einzelnen Elemente auf 16 Quadratmeter verkleinert. Saniert wird nur die oberste Schicht der Piste, die von 35 auf 38 Zentimeter verdichtet wird, um ebenfalls die Stabilität zu erhöhen. Die 1953 erbaute Hauptpiste wurde zuletzt 2011 auf dem nördlichen Abschnitt saniert. Der aktuell sanierte Abschnitt soll 30 Jahre lang halten.
Die Hauptpiste des Euro-Airports gehört zu den längsten Start- und Landebahnen in ganz Europa. Auch ein Airbus A380 könnte hier problemlos landen. Viele Flughäfen setzen beim Untergrund komplett auf Asphalt. Der Euro-Airport verlegt wie bis anhin aufgrund der Stabilität und Robustheit auf der Hauptpiste Beton. Auf dem «Taxiway Bravo», dem Pistenzubringer, wurde wiederum Asphalt verlegt. Die Belastungen sind dort ohne Starts und Landungen deutlich geringer. Insgesamt wurden 16 000 Kubikmeter Beton und 40 000 Kubikmeter Asphalt eingesetzt. Eine Flughafenpiste unterliegt strengen Normen und Vorgaben. Unter anderem muss der Untergrund einen gewissen Bremsquotienten erfüllen. Ganz glatt darf die Oberfläche deshalb nicht sein.
Kilometerlanger Stacheldraht
Vorige Woche lud der Euro-Airport Medienschaffende zur Besichtigung der aufgrund der Dimensionen eindrücklichen Baustelle ein. Bei Projekteiter Marc Morlet ist die Laune prächtig, da bis anhin alles reibungslos verlaufen ist. Dank der idealen Wetterbedingungen ist man dem Zeitplan voraus. In den ersten vier Tagen nach Baustart waren bis zu 1000 Arbeiter im Einsatz. Dazu kamen rund 400 Maschinen. Aktuell sind es gemäss Morlet noch rund 100 Arbeiter. Um einen zügigen Ablauf der Arbeiten zu garantieren, wurden die Sicherheitsvorgaben auf dem Flugfeld um eine Stufe reduziert. Dadurch war es gemäss Mediensprecherin Manuela Witzig möglich, dass die Lastwagen mit dem Beton und Asphalt ohne minutiöse Kontrolle auf das Rollfeld fahren konnten. Zur Sicherheit wurde auf mehreren Kilometern rund um die Piste zusätzlicher Stacheldrahtzaun ausgelegt.
Am Kreuz zwischen Taxiway und Piste wurde ein mehrere Meter grosses blinkendes Kreuz aufgestellt. Dies ist die letzte physische Warnung an die Pilotinnen und Piloten, dass die Piste gesperrt ist. Aus der Distanz wirkt die sanierte Piste start- und landebereit. Dutzende Pylonen zeigen die frisch aufgemalten Bodenmarkierungen an.
Doch erst am 21. Mai sollen hier wieder Flugzeuge starten und landen. Nach der Fertigstellung erfolgt eine umfassende Kontrolle. Das wichtigste Werkzeug dafür sei das menschliche Auge, erklärt Projektleiter Marc Morlet. Zusätzlich wird eine Maschine eingesetzt, die Unebenheiten feststellen kann. Wer den Euro-Airport als Fluggast gut kennt, werde beim Start und bei den Landungen den Unterschied zwischen alter und neuer Piste spüren, meinte Mediensprecherin Witzig.
Die Pistensanierung kostet rund 40 Millionen Franken und stellt den Beginn eines mehrjährigen Investitionszyklus dar, für den der Flughafen rund 600 Millionen aufwenden will. Unter anderem werden die südlichen Gates erneuert und der Terminal ausgebaut.

