Persönliche Geschichte
11.06.2026 BRIEFEFür eine zielgerichtete Energiepolitik
Erlauben Sie mir, ein ganz persönliches Erlebnis zur Energiepolitik zu geben. Ich glaube, dass die Ortschaft, in der sich die Geschichte abspielt, nicht relevant ist – es könnte irgendwo stattgefunden haben. ...
Für eine zielgerichtete Energiepolitik
Erlauben Sie mir, ein ganz persönliches Erlebnis zur Energiepolitik zu geben. Ich glaube, dass die Ortschaft, in der sich die Geschichte abspielt, nicht relevant ist – es könnte irgendwo stattgefunden haben. Wichtig ist nur, dass die Ortschaft als «Ort von nationaler Bedeutung» bezeichnet wird. Es gibt Situationen und Gegebenheiten, in denen die Kommunikation äusserst wichtig, ja sogar entschlussbestimmend ist.
Vor ungefähr 10 Jahren wurden Erhebungen für einen Wärmeverbund von der EBL durchgeführt. Es werden wohl sieben Jahre verstrichen sein, bis uns mitgeteilt wurde, dass sich der Wärmeverbund für die EBL nicht rechne. In demselben Jahr wies die EBL einen Gewinn von mehr als 20 Millionen Franken aus. Mein Gedankengang damals: Eine Genossenschaft steigert ihren Gewinn über die 20-Millionen-Grenze – welche Rendite muss in Aussicht stehen, damit von einer Genossenschaft von einem Gewinn gesprochen wird? Wo ist hier der Genossenschaftsgedanke?
Die betroffene Gemeinde war selbst im Verzugszwang, da ihr kleiner, interner Wärmeverbund selbst im Argen lag. Ein neuer Wärmeverbund-Anbieter meldete sich daraufhin. Potenzielle Kunden haben sich aus Verzugszwang aber in der Zwischenzeit zu eigenen Lösungen durchgerungen. Mittlerweile war auch meine Ölheizung mehr als 25 Jahre alt. Eine konkrete Terminzusage konnte nicht abgegeben werden. Eine Alternative zu Öl wäre eine Wärmepumpe. Dazu müsste ich aber die Zusage der Gemeinde haben, dass ich die beiden bestehenden Lichtschächte im öffentlichen Raum eventuell erweitern könnte, oder einen Fassadendurchbruch bewilligt bekommen würde. Leider erreichte mich das erwünschte Antwortschreiben nie.
Es war leider nicht das erste Mal, dass keine Stellungnahme eintraf. Mit dem drohenden Ölheizungsverbot blieb demnach nur der Ersatz. Der Tankraum wäre für mich ein willkommener Raumgewinn gewesen. Für mich sind Solar-Panels auch keine Option zu Öl. Man denke, wo und unter welchen Umständen die Panels erstellt werden und welche Klimaemissionen damit verbunden sind.
Noch eine interessante Ergänzung: In jenem Haus sind drei Wohnungen. Jede Wohnung hat eigene Elektro-Boiler und einen Holz-Kachelofen. Das Brennholz dazu steht allen Bewohnern im Keller gratis zur Verfügung. Ich musste auf Verlangen eines Mieters vor Auffahrt noch Öl auffüllen lassen, zu einem sehr hohen Preis. Holz aufs Stockwerk zu nehmen, ist für die junge Generation nicht zumutbar.
Peter Hertenstein, Wohnort der Redaktion bekannt
