Perfide Betrugs-Mails im Umlauf
17.07.2026 Diegten, EptingenCyberbetrüger geben sich als Gemeindepräsident aus
Cyberkriminelle verschicken im Namen der Gemeindepräsidenten von Diegten und Eptingen betrügerische E-Mails. Die Verwaltungen warnen vor den sogenannten Phishing-Nachrichten. Sie empfehlen, diese zu löschen und zu ...
Cyberbetrüger geben sich als Gemeindepräsident aus
Cyberkriminelle verschicken im Namen der Gemeindepräsidenten von Diegten und Eptingen betrügerische E-Mails. Die Verwaltungen warnen vor den sogenannten Phishing-Nachrichten. Sie empfehlen, diese zu löschen und zu melden.
Pascal Kamber/sda
«Guten Morgen Hast du kurz Zeit? Ich brauche dich für eine Aufgabe. Ich kann nicht telefonieren, da ich viele Termine habe. Schreib mir einfach hier zurück.» Mit diesem typischen Wortlaut kursieren im Oberbaselbiet aktuell betrügerische E-Mails. Betroffen sind die beiden Gemeinden Diegten und Eptingen: Cyberkriminelle haben im Namen der Gemeindepräsidenten Niklaus Häfelfinger (Diegten) und Joerg Grieder (Eptingen) betrügerische Mails in Umlauf gebracht, wie die Verwaltungen mitteilten. Die Unbekannten versuchen mit diesen sogenannten «Phishingmails», an Geld oder vertrauliche Informationen zu gelangen.
Die Nachrichten wirken persönlich und dringlich, um Empfängerinnen und Empfänger zu einer schnellen Antwort zu bewegen. Charakteristisch für solche Mails ist, dass die Absenderadresse oft ähnlich, aber nicht identisch mit offiziellen Domains der Gemeinde ist. Merkmale sind auch dringliche und knappe Formulierungen ohne konkrete Angaben, die Vermeidung von Telefonkontakt, um Rückfragen zu verhindern, sowie die Forderungen nach Geld oder vertraulichen Informationen.
Die betroffenen Gemeinden empfehlen, nicht auf unbekannte Links zu klicken und die Gemeinde ausschliesslich über die offiziellen Kanäle zu kontaktieren, also nicht auf die Nachrichten zu antworten, wie es weiter heisst. Ebenso raten die Verwaltungen, den Absender sorgfältig zu prüfen und solche Nachrichten zu löschen. Wer verdächtige Nachrichten erhält, soll dies umgehend der Verwaltung melden und Angehörige über die Betrugsmasche informieren. Gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung» teilten die Verwaltungen der beiden Gemeinden mit, dass sie bislang von keinen Geschädigten wüssten und keine Anzeige erstattet hätten.
Bewährtes Muster?
Neu sind diese Vorfälle nicht. Schweizweit kursieren regelmässig gefälschte Mails im Namen der Gemeindepräsidentinnen oder -präsidenten. So warnte im April 2025 die Walliser Gemeinde Termen vor «Phishingmails» unbekannter Herkunft. Und auch im Oberbaselbiet sind vorgegaukelte Mails von Gemeindepräsidenten keine Einzelfälle: Bereits im April des vergangenen Jahres waren mit Markus Vock und Pascal Wiget die Gemeindepräsidenten von Eptingen und Hersberg von gefälschten E-Mails betroffen.
Beide Kommunalpolitiker waren zu diesem Zeitpunkt relativ frisch in ihrem Amt: Vock seit Februar 2025, Wiget seit Juli 2024. Es scheint, dass die unbekannte Täterschaft die Übergangsphase als bewährte Masche betrachtet. Denn auch Joerg Grieder wurde erst im vergangenen März bei einer Ersatzwahl in den Eptinger Gemeinderat gewählt und schaffte im Juni die Wahl zum Gemeindepräsidenten. Niklaus Häfelfinger sitzt zwar seit 2016 in Diegtens Exekutive, wurde aber erst im Juni zum Gemeindepräsidenten und damit zum Nachfolger von Ruedi Ritter gewählt.
