Zweiter Wahlgang wird nötig
kam. Der erste Wahlgang bei der Ersatzwahl in den Bubendörfer Gemeinderat hat am Sonntag mit einer Überraschung geendet: Mit 178 Stimmen landete der bisherige Amtsinhaber Patrick Liechti (FDP) nur auf dem dritten Platz. Am besten ...
Zweiter Wahlgang wird nötig
kam. Der erste Wahlgang bei der Ersatzwahl in den Bubendörfer Gemeinderat hat am Sonntag mit einer Überraschung geendet: Mit 178 Stimmen landete der bisherige Amtsinhaber Patrick Liechti (FDP) nur auf dem dritten Platz. Am besten schnitt Imelda Bischof ab: Die parteilose Kandidatin, die von der GLP, der SP, der EVP und den Grünen empfohlen wurde, vereinte 266 Stimmen auf sich. Zwischen Bischof und Liechti klassierte sich Marco Simoniello von der SVP mit 219 Stimmen. Weil alle drei Kandidierenden das absolute Mehr verpassten, kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Diesen hat die Gemeinde Bubendorf auf den 27. September terminiert.
Patrick Liechti stellt sich dafür nicht mehr zur Verfügung. Der 51-Jährige bestätigte gestern auf Anfrage der «Volksstimme», dass er sich aus dem Rennen um den freien Gemeinderatssitz zurückziehe: «Ich habe mir vor der Wahl gesagt, dass ich nicht mehr antreten werde, falls ich Letzter werde und der Stimmenunterschied zu den beiden anderen Kandidierenden zu gross ist.»
Damit wird aus dem temporären ein definitiver Rückzug aus dem Gemeinderat: Nach einem Stellenwechsel im März verkündete Liechti im vergangenen April seinen Rücktritt aus der Exekutive per Ende August. Wegen unerwarteter personeller Umstände änderte sich die berufliche Situation jedoch schlagartig, weshalb Liechti seinen neuen Arbeitsort aus wirtschaftlichen Gründen bereits wieder verlassen musste. Weil er damit plötzlich wieder über genügend zeitliche Ressourcen für eine politische Aufgabe verfügte, stellte sich der gelernte Chemielaborant für seinen eigenen Gemeinderatssitz zur Wahl.
Mit einem derart deutlichen Wahlergebnis zu seinen Ungunsten hatte Liechti nicht gerechnet: «Ich ging davon aus, dass man Verständnis für die Situation zeigt und es honoriert, wenn man bereits eingearbeitet ist und daran anknüpfen kann.» 2023 schaffte Liechti den Sprung in den Bubendörfer Gemeinderat und stand seither dem Departement Soziales und Alter vor. Dass seine Amtszeit vorzeitig zu Ende geht, sorgt bei ihm für Wehmut: «Für mich ist der schlimmstmögliche Fall eingetroffen. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich hätte gerne weitergemacht, respektiere aber den demokratischen Entscheid.»
«Gute Chance» und Rückenwind
Positiv überrascht vom Ausgang zeigt sich Imelda Bischof. Die 40-jährige selbstständige Unternehmerin und Präsidentin des Gewerbevereins ist erfreut, gegen zwei bekannte Gesichter auf Anhieb am meisten Stimmen zu holen. «Anscheinend findet ein grosser Teil der Bevölkerung, dass ich die Richtige für das Amt bin», sagt Bischof. Obwohl nach Liechtis Rückzug klar ist, dass sich die Bürgerlichen im zweiten Wahlgang nicht mehr gegenseitig Stimmen wegnehmen werden, blickt Bischof zuversichtlich nach vorne: «Ich werde von vier Parteien unterstützt und sehe gute Chancen für mich. Am Ende entscheidet aber, was die Menschen denken.»
Ähnlich sieht es ihr verbliebener Konkurrent Marco Simoniello. Der 30-jährige Elektro-Projektleiter sieht sich vor dem zweiten Wahlgang weder im Vor- noch im Nachteil. Dennoch ist er mit dem Resultat zufrieden. «Das zeigt: Das Interesse der Bevölkerung an meiner Person ist da und ich habe Rückenwind», so SVP-Mann Simoniello.
Zustande gekommen ist am Sonntag in Bubendorf hingegen die Wahl in die Gemeindekommission: Peter Engel wurde mit 269 Stimmen gewählt. Sein Vorsprung auf Roger Plattner betrug nur gerade vier Stimmen.