Parkplätze als Knackpunkt
04.08.2026 BaselbietDietisberg sagt Fest wegen Trockenheit ab – die anstehenden Dorffeste halten am Kurs fest
Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit findet das Dietisberg-Fest nicht statt. Grund sind die verschärften Brandschutzvorschriften und fehlende sichere Parkmöglichkeiten. Die ...
Dietisberg sagt Fest wegen Trockenheit ab – die anstehenden Dorffeste halten am Kurs fest
Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit findet das Dietisberg-Fest nicht statt. Grund sind die verschärften Brandschutzvorschriften und fehlende sichere Parkmöglichkeiten. Die Organisatoren der Dorffeste in der Region passen derweil ihr Programm an.
Pascal Kamber
Ein Wochenende mit Spiel und Spass für die ganze Familie hätte die Besucherinnen und Besucher des Dietisberg-Festes am 15. und 16. August erwartet. Daraus wird jedoch nichts: Wie die Organisatoren am Freitag mitteilten, findet der beliebte Anlass dieses Jahr nicht statt. Grund für die Absage sind die ausserordentliche Hitze und Trockenheit und die daraus resultierenden verschärften Vorschriften, die der Kanton wegen der Brandgefahr am 24. Juli erlassen hat. Unter anderem gilt ein Feuerverbot, zudem dürfen Motorfahrzeuge nicht auf Feldern, Wiesen, Grünflächen oder Stoppelfeldern parkiert werden. «Das ist für uns jedoch eine Voraussetzung, da wir nicht über genügend alternative Parkflächen verfügen», erklärte die Dietisberg-Geschäftsleitung.
Mit einem vom kantonalen Führungsstab bewilligten Sicherheitskonzept hätten die vorhandenen Flächen zwar genutzt werden können. Voraussetzung wäre jedoch gewesen, dass die Wiesen ausreichend grün und nicht ausgetrocknet sind. «Diese Bedingung ist auf unseren Flächen derzeit nicht erfüllt», hiess es seitens des Dietisbergs. Und weiter: «Auch wenn grundsätzlich ein Sicherheitskonzept hätte eingereicht werden können, können und wollen wir die Verantwortung nicht übernehmen, Fahrzeuge auf unseren trockenen Wiesen in unmittelbarer Nähe zum Wald parkieren zu lassen.» Verschiedene Shuttle-Lösungen wurden geprüft, erwiesen sich kurz vor dem Anlass aber weder organisatorisch noch sicherheitstechnisch als zufriedenstellend.
So blieb am Ende nur die ersatzlose Absage. «Dieser Entscheid ist uns alles andere als leicht gefallen. Das Dietisberg-Fest ist für viele ein besonderer Anlass, auf den sich zahlreiche Personen schon lange im Voraus freuen. Umso mehr bedauern wir, dass wir diesen Schritt gehen müssen», teilte die Geschäftsleitung mit. Dennoch sei man überzeugt, dass dies angesichts der aktuellen Situation der «einzig sinnvolle Entscheid» ist.
Absage nur «allerletzte Option»
Nach dem «Zig Openair Kino» ist das Dietisberg-Fest bereits die zweite grössere Veranstaltung in der Region, die der Trockenheit zum Opfer fällt. Weil der ersehnte, länger anhaltende Regen weiterhin nicht in Sicht ist, könnten weitere Anlässe folgen. Bei den drei anstehenden Dorffesten in Tenniken, Läufelfingen und Lampenberg steht eine Absage derzeit aber nicht zur Diskussion. «Wir haben drei Jahre lang auf dieses Fest hingearbeitet. Eine Absage wäre die allerletzte Option, da müsste schon etwas sehr Gravierendes geschehen», sagt Marianne Iberg, OK-Präsidentin «800 Joor» Tenniken, auf Anfrage der «Volksstimme». Ihr Team habe frühzeitig Firmen aus Nachbargemeinden wegen zusätzlicher befestigter Parkplätze angefragt – ursprünglich als Ausweichlösung für schlechtes Wetter. «Das kommt uns jetzt zugute, weil wir diese Parkplätze wegen der Trockenheit nutzen können», sagt Iberg. Eine Ausnahmebewilligung habe man zwar geprüft, letztlich aber verworfen. «Das Parkfeld müsste während 24 Stunden überwacht werden. Dafür bräuchten wir mehr Personal, und auch die Feuerwehr ist wenig begeistert», erklärt sie.
Bis zum Jubiläumsfest vom 21. bis 23. August wollen die Organisatoren deshalb weitere Parkplätze in der näheren Umgebung sichern und Shuttle-Verbindungen anbieten. «Zusammen mit der guten Anbindung von Tenniken an den öffentlichen Verkehr sollten wir das hinkriegen», ist Iberg überzeugt. Ausserdem will das OK über spezielle Raucherzonen auf dem Festgelände beraten.
Eine Woche nach Tenniken feiert Läufelfingen sein 800-Jahr-Jubiläum. Unter dem Motto «Läufelfingen brennt (duure)» hätte Feuer bei vielen Programmpunkten eine zentrale Rolle gespielt – etwa mit brennenden Fässern oder Grillstellen im Dorf, an denen die Gäste ihre Grilladen hätten zubereiten können. «Das können wir so nicht mehr anbieten», sagt OK-Präsident Sandro Ryf. Auch das Parkplatzangebot musste man anpassen: «Wir sind aber gut vorbereitet, weil wir grösstenteils auf asphaltierte Flächen zurückgreifen können.» Zusätzliche Busse und ein verlängertes «Läufelfingerli» sollen die Gäste zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr bewegen. «Wir beurteilen die Situation laufend und tauschen uns mit den Behörden aus», sagt Ryf. Deshalb ist für ihn klar: «Unser Dorffest wird durchgeführt.»
Ähnlich klingt es in Lampenberg, wo am 5. und 6. September im Dorfkern «800 Joor Lampi» gefeiert wird. «Momentan sind Parkplätze auf Wiesen vorgesehen. Wir beurteilen die Lage aber laufend und lassen die aktuellen Voraussetzungen in unser Sicherheitskonzept einfliessen», erklärt OK-Präsident Michael Hofer. Das generiere zwar zusätzlichen Aufwand und möglicherweise weitere Kosten, dennoch laufe nach zweieinhalb Jahren Vorbereitung alles nach Plan. «Das Parkplatzproblem ist lösbar. Eine Absage kommt für uns nicht infrage – ausser wir gefährden mit dem Anlass Mensch und Umwelt.» Lampenbergs Vorteil: Im Gegensatz zu Tenniken und Läufelfingen bleibt noch rund ein Monat Zeit bis zum Jubiläum – und damit viel Hoffnung auf den erhofften Regen.

