Oberster Hauseigentümer verabschiedet sich
03.07.2026 SchweizMarkus Meier geht nach acht Jahren als Verbandsdirektor in Pension
Der Ormalinger SVP-Landrat Markus Meier verlässt die nationale Bühne: Er wird pensioniert und tritt als Direktor des Hauseigentümerverbands Schweiz zurück. Seine Amtszeit war geprägt von ...
Markus Meier geht nach acht Jahren als Verbandsdirektor in Pension
Der Ormalinger SVP-Landrat Markus Meier verlässt die nationale Bühne: Er wird pensioniert und tritt als Direktor des Hauseigentümerverbands Schweiz zurück. Seine Amtszeit war geprägt von Interessenvertretung – und einem historischen Erfolg.
Janis Erne
Am 1. September wird es so weit sein: Dann übergibt Markus Meier, wenige Tage vor seinem 65. Geburtstag, das Zepter an seinen Nachfolger und tritt als Direktor des einflussreichen Hauseigentümerverbands Schweiz (HEV) zurück. Dieses Amt übte der Ormalinger während acht Jahren aus. Angefangen hat alles jedoch schon viel früher.
Im Jahr 1989 trat Meier «eher spontan» dem HEV Gelterkinden und Umgebung bei, nachdem er an einer Gewerbeausstellung von Verbandsvertretern angesprochen worden war. «Mir war sofort sympathisch, dass sich da jemand für das Eigentum einsetzt», blickt Meier fast 40 Jahre zurück. Es folgten ein berufliches Engagement bei der Wirtschaftskammer Baselland mit der Geschäftsführung des Baselbieter Hauseigentümerverbands und anschliessend dessen Präsidium.
Parallel dazu politisierte Meier für die SVP im Landrat – diese Tätigkeit wird er noch knapp ein Jahr ausüben, ehe die Amtszeitbeschränkung greift. Im Parlament ist derzeit noch ein Vorstoss von ihm hängig, der Steuerabzüge bei energetischen Haussanierungen auch nach der bevorstehenden Abschaffung des Eigenmietwerts ermöglichen soll (siehe Kasten).
Die Wahl zum Direktor des HEV Schweiz im Jahr 2018 war zweifellos der Höhepunkt von Meiers Karriere
– oder der «Peak», wie er selbst sagt. Fortan setzte er sich von der Geschäftsstelle in Zürich aus und in Bundesbern für die Interessen der Hauseigentü- merinnen und Hauseigentümer des ganzen Landes ein. Keine einfache Aufgabe, so Markus Meier: «Das Eigentum steht unter Dauerbeschuss.» Damit meint er zum Beispiel politische Forderungen nach höheren Abgaben, Eigentumsbeschränkungen, strengeren Bau- und Energievorschriften oder einem weitergehenden Mieterschutz.
Konkurrenzdruck
Während seiner Zeit als HEV-Direktor erlebte Meier Hochs und Tiefs. Eine empfindliche Niederlage war die klare Ablehnung von zwei nationalen Mietvorlagen durch das Stimmvolk im Jahr 2024. Diese hätten die Rechte von Vermietern bei der Untermiete sowie bei Kündigungen wegen Eigenbedarfs stärken sollen. Historisch war demgegenüber die Abschaffung des Eigenmietwerts, der die Bevölkerung im vergangenen September zustimmte. Dabei handelt es sich um eine Forderung, die der HEV zuvor jahrzehntelang vergeblich erhoben hatte. «Dieses Ereignis wird immer mit meiner Amtszeit verbunden bleiben», sagt Meier nicht ohne Stolz.
Nicht gelten lassen will der Oberbaselbieter den Vorwurf, sein Verband habe nur das Wohl der Hauseigentümer im Blick – und die Sorgen der Mieter angesichts steigender Wohnkosten seien ihm gleichgültig: «Der Referenzzinssatz, der für die Bestandesmieten massgebend ist, ist seit seiner Einführung 2008 deutlich gesunken.» Die hohen Preise bei Neuvermietungen erklärt Meier vor allem damit, dass schlicht zu wenig gebaut werde und das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten könne. Zudem machten «immer mehr» Vorschriften das Bauen laufend teurer. Die Politik müsse daher das Bauen wieder vereinfachen, fordert Meier.
Sein Nachfolger wird der Berner Oberländer Urs Pfenninger. Auch er werde sich mit einem «umfangreichen Katalog» an wohnpolitischen Themen befassen müssen, sagt Meier. Gleichzeitig wird Pfenninger den HEV im Wettbewerb um Mitglieder gegenüber dem Verband Casafair behaupten müssen. Dieser richtet sich nach eigenen Angaben an «umweltbewusste und faire» Hauseigentümer und spricht damit eher politisch links stehende Personen an. Das Verhältnis zu Casafair bezeichnet Meier als «eher nebeneinander als miteinander».
Den Einwand, sein Verband stütze sich vor allem auf SVP-Kreise, relativiert Meier: «Es stimmt, dass auf nationaler Ebene einige SVP-Politiker mit HEV-Mandaten betraut sind. Das gilt aber gleichsam auch für Vertretungen aus den anderen bürgerlichen Bundesratsparteien. Mitgliederbefragungen zeigen zudem, dass wir in der Breite – inklusive Sektionen – deutlich mehr ‹Mitte›- und FDP-Exponenten haben.» Letztendlich gehe es im Verband um Sachpolitik – und darum, die Interessen aller rund 340 000 Mitglieder bestmöglich zu vertreten.
Auf die Frage, ob er die inhaltlichen Auseinandersetzungen in der Wohnpolitik mit Vertretern des linksgrünen Lagers wie der dossierfesten Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran vermissen werde, antwortet Meier: «Nicht weniger, aber auch nicht mehr, als dass ich mein gesamtes berufliches Engagement rund um die Themen Wohneigentum und Wohnpolitik in bester Erinnerung behalten werde.»
Steuerabzüge trotz Eigenmietwert-Aus
je. Im vergangenen November hat der Landrat eine Motion von Markus Meier (SVP) zur Beibehaltung von Steuerabzügen für energetische Haussanierungen mit 39 zu 38 Stimmen denkbar knapp überwiesen. Hintergrund ist die auf das Jahr 2029 geplante Abschaffung des Eigenmietwerts, wodurch auf Bundesebene die Abzugsfähigkeit energetischer Investitionen entfällt. Meiers Vorstoss schreibt vor, dass der Kanton das Steuergesetz anpasst, damit diese Abzüge weiterhin möglich sind. Umstritten war, dass die Motion auch Rückbaukosten bei Neubauten einbezieht. SP, Grüne und GLP unterstützten zwar die Förderung energetischer, klimafreundlicher Sanierungen, lehnten den Einbezug von Rückbauten jedoch ab und plädierten für ein milderes Postulat. SVP, FDP und «Mitte» stellten sich hinter die verbindliche Motion. Nach dem Landratsentscheid arbeitet der Regierungsrat derzeit eine Gesetzesanpassung aus.

