Neutralitätspolitik nicht aufs Spiel setzen

  27.08.2026 BRIEFE

Mit jeder Abstimmungsvorlage der SVP werden deren Argumente haarsträubender. Jetzt will uns eine weisse Plakatflut weismachen, dass uns nur eine Neuinterpretation unserer langjährigen und bewährten Neutralität vor einem Krieg oder Konflikt schützen kann. Einzige Garantie dafür wäre unsere «beste Armee der Welt» (Zitat SVP-Bundesrat Ueli Maurer). Ein kurzer Blick auf die Landkarte zeigt, dass das natürlich kompletter Unsinn ist. Keine Rakete, keine Drohne und kein Panzer werden mitten in Europa an der Schweizer Grenze halten und umkehren, egal aus welcher Richtung sie kommen. Es ist wohl auch den Initianten nicht ganz wohl bei ihrer Aussage, deshalb wäre es der Schweiz in einem Angriffsfall dann doch erlaubt, noch schnell einem Bündnis beizutreten.

Dass die Schweiz künftig nur noch UNO-Sanktionen übernehmen könnte, ist ein Witz. Die Grossmächte, allen voran die USA, Russland und China, haben dort ein Vetorecht. Es werden also niemals Sanktionen gegen diese Länder oder ihre Verbündeten beschlossen. Die Schweiz ist in mehr als 200 Jahren sehr gut mit ihrer Neutralitätspolitik gefahren – setzen wir das nicht aufs Spiel und lehnen diese unsägliche Initiative ab.

Thomas Vollenweider, Ormalingen


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