Neuer Veloweg durchs Oristal
11.06.2026 RegionKantone erarbeiten Vorprojekt – Bau dürfte jedoch auf sich warten lassen
Velofahrende im Oristal erhalten einen neuen Weg. Dieser reicht von Büren über Lupsingen bis nach Neunuglar. Dort soll er an den Velostreifen auf der Oristalstrasse angeschlossen werden. Der ...
Kantone erarbeiten Vorprojekt – Bau dürfte jedoch auf sich warten lassen
Velofahrende im Oristal erhalten einen neuen Weg. Dieser reicht von Büren über Lupsingen bis nach Neunuglar. Dort soll er an den Velostreifen auf der Oristalstrasse angeschlossen werden. Der Radweg soll in etwa fünf Jahren realisiert sein.
André Frauchiger
Die Wogen gingen in jüngster Zeit hoch: Von anonymer Seite wurde bei der Oristalstrasse ein Plakat platziert, auf dem die Strecke von Liestal nach Büren als «Todesstrecke» für Velofahrende bezeichnet wird. Die Forderung: Velofahrende müssten einen eigenen Radweg erhalten. Einen Velostreifen gibt es auf der Oristalstrasse nur im Abschnitt Neunuglar bis Liestal. «Warum hören Fahrrad-Schutzstreifen dort auf, wo man sie braucht?», wird auf dem Plakat gefragt. Aus Bevölkerungskreisen wurde auch die Gefährlichkeit des unübersichtlichen Linksabbiegens von der Oristalstrasse in Richtung Lupsingen kritisiert.
Der vorhandene Strassenquerschnitt der Oristalstrasse weise eine zu geringe Breite für die Markierung von Radstreifen auf, erklärt Patrick Infanger, Leiter Projektmanagement Kreis 3 vom Amt für Verkehr und Tiefbau des Kantons Solothurn. Dieses Problems sei sich sein Amt schon lange bewusst. Daher habe es «bereits Abklärungen getroffen und entschieden, einen von der Kantonsstrasse abgesetzten Radweg zu projektieren». Das Projekt sehe eine Linienführung von Büren via Lupsingen sowie Seltisberg bis nach Neunuglar vor, wo die Anbindung an die Kantonsstrasse erfolge.
Kein Unfallschwerpunkt
Wie das federführende Tiefbauamt des Kantons Solothurn mitteilt, wurde der Grundsatzentscheid für einen von der Kantonsstrasse abgesetzten Radweg bereits Anfang 2024 getroffen; dies auch auf Wunsch der Gemeinde Büren. Solothurn hat nun die Federführung bei der Ausarbeitung des Vorprojekts inne, Baselland zeichnet als Projektpartner.
Es geht nun darum, im Rahmen des Vorprojekts auf der südlichen Seite des Orisbachs die Linienführung des neuen Radwegs zwischen Büren und Neunuglar genau festzulegen. Dies sei nicht ganz einfach, erklärt Infanger. Soweit möglich, sollen bestehende Feld- und Waldwege in geeigneter Weise für den Veloverkehr ausgebaut werden. Dabei seien mit den verschiedenen zuständigen Ämtern in beiden beteiligten Kantonen auch Fragen des Natur-, Landschafts- und Hochwasserschutzes sowie der Raumplanung zu klären. Die neue Radroute werde aber mit Sicherheit auf halber Höhe zwischen dem Orisbach und Lupsingen geführt werden. Auf diese Weise müssen Velofahrende, die nach Lupsingen wollen, nicht mehr an der Kreuzung die Oristalstrasse passieren.
Erfahrungsgemäss dauere die Projektierung eines Bauvorhabens in dieser Grössenordnung aber mindestens drei Jahre, auch ohne allfällige Beschwerdeverfahren, betonen die Tiefbauämter beider Kantone. Ein konkretes Realisierungsdatum liege noch nicht vor. Mit vier bis fünf Jahren bis zur Eröffnung des Radwegs muss vor diesem Hintergrund gerechnet werden. Die neue Velostrecke im Oristal ist übrigens im Baselbiet Teil des kantonalen Radroutennetzes. Dieses werde «Schritt für Schritt realisiert beziehungsweise ausgebaut», erklärt die Bauund Umweltschutzdirektion. Die Kosten für den neuen Radweg werden im Rahmen des Vorprojekts evaluiert.
Patrick Infanger hält fest, der besagte Streckenabschnitt auf der Oristalstrasse sei dem Tiefbauamt Solothurn «nicht als gefährliche Strasse bekannt». Auf der gesamten Strecke gebe es keinen Unfallschwerpunkt. Markierungen und Signalisationen, wie Mittel- und Sicherheitslinien sowie Überholverbote auch im Kurvenbereich des Abzweigers nach Lupsingen, seien bereits vorhanden. Zudem gelte für einzelne Abschnitte bereits Tempo 50 oder 60. Allfällige weitere Massnahmen zur Förderung der Verkehrssicherheit würden aber nicht ausgeschlossen.
